Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster

Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster ‚Äď Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) ‚Äď Codex Cremifanensis 243 ‚Äď Stift Kremsm√ľnster (Kremsm√ľnster, √Ėsterreich)

√Ėsterreich ‚ÄĒ 1325‚Äď1330

Das √§lteste erhaltene Exemplar des ber√ľhmten "Heilspiegels": Ein seltener und einpr√§gsam illuminierter Einblick in die Architektur, Kleidung und den Alltag des 14. Jahrhunderts

  1. Der "Heilsspiegel zur menschlichen Erlösung" war das beliebteste mittelalterliche Buch zur religiösen Erbauung

  2. Das hier vorliegende, älteste Manuskript dieser Art enthält lateinischen und deutschen Text mit 192 Miniaturen

  3. Architektur, Kleidung und andere Alltagsgegenstände bieten dabei einen Einblick in das 14. Jahrhundert

Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster

Ausgabe bei uns verf√ľgbar
Preis Kategorie: ‚ā¨
(unter 1.000‚ā¨)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster

‚ÄěSpiegel des menschlichen Heils‚Äú ist der Titel dieses bemerkenswerten Codex. Er besagt, dass sich in diesem deutsch-lateinischen Werk und insbesondere in seinen 192 Miniaturen die menschliche Heilsgeschichte insgesamt spiegelt. Doch auch der Betrachter soll sich darin wie in einem Spiegel selbst erkennen: Die Federzeichnungen sind zwar farblich nur sparsam mit Rot und Blau koloriert, aber heben gerade so die h√∂chst individuell gestaltete Emotionalit√§t der Figuren hervor. In ihnen kann der Betrachter sich, seine eigene affektive Verfassung und die seiner Mitmenschen wiederfinden. Damit zeigt ihm dieses Speculum den Zusammenhang zwischen der Heilsgeschichte im Ganzen mit dem Leben des einzelnen Betrachters. Dieser Grundzug wird durch die pr√§zise Abbildung von Alltagsgegenst√§nden des fr√ľhen 14. Jahrhunderts betont. Dadurch ist diese Bilderbibel heute in einem weiteren Sinn ein Spiegel, in dem wir die Kulturgeschichte der Zeit betrachten k√∂nnen.

Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster

Eine der sch√∂nsten und zugleich √§ltesten Handschriften des Speculum humanae salvationis, zu deutsch ‚ÄěSpiegel des menschlichen Heils‚Äú, ist der Codex Cremifansensis 243, der heute im Benediktinerstift Kremsm√ľnster verwahrt wird. Die insgesamt 192 Miniaturen, allesamt mit sicherer Hand und einem feinen Sinn f√ľr die Ausnutzung des Bildraums entworfene, mit Rot und Blau sparsam kolorierte Federzeichnungen, machen den Betrachter mit den Grundfesten der christlichen Lehre vertraut.
Dieser Codex ist nicht nur die √§lteste Bilderhandschrift des Speculum humanae salvationis, sondern zugleich auch die √§lteste zweisprachige Ausgabe, in der dem lateinischen Urtext eine etwas verk√ľrzte deutsche Fassung beigef√ľgt ist.
Das Speculum humanae salvationis ist ein Spiegel der Erlösung des Menschen durch Christus und Maria. Es ist eine Bilderbibel, die mit ihrer systematischen Zusammenstellung von Ereignissen aus dem Alten und dem Neuen Testament die umfangreiche Gesamtschau der christlichen Heilsgeschichte enthält.

Die Bilder ‚Äď ein eindrucksvoller Spiegel der Zeit

Von der Kostbarkeit der Kremsm√ľnsterer Handschrift zeugen die √ľberaus zahlreichen Miniaturen, die in ihrer Einfachheit dem Betrachter sehr eindrucksvoll erscheinen. Der Hintergrund der Miniaturen ist abwechselnd in Rot und Blau gehalten, wobei die Gestalten in der Farbe des Pergaments ausgespart werden. Aus den Gesichtern der Figuren strahlt im allgemeinen Freundlichkeit, Lieblichkeit und ein angenehmes, sympathisches Wesen. Allein zur Darstellung des B√∂sen sind die Gesichter schwarz verschmiert.
Die in den Miniaturen dargestellten Alltagsgegenst√§nde, Architekturen und Gew√§nder gestatten uns einen reizvollen Einblick in die Kultur des fr√ľhen 14. Jh.s, soda√ü diese Handschrift auch eine reichhaltige Quelle f√ľr die Kulturgeschichte dieser Zeit darstellt.

Das religiöse Erbauungsbuch des Spätmittelalters

Im Speculum werden die engen Beziehungen zwischen Neuem und Altem Testament sichtbar gemacht, wobei immer vier in Wort und Bild vorgestellte Episoden zu einer Typenreihe zusammengefaßt werden. Das dem neutestamentlichen Kanon entnommene Heilsereignis, der sogenannte Antitypus, der die Typenreihe eröffnet und gleichsam das Thema vorgibt, wird von drei darauf vorausdeutenden Szenen aus dem Alten Testament begleitet. Aus der Wechselbeziehung dieser vier Begebenheiten werden dem Betrachter die inneren Zusammenhänge des jeweiligen Erlösungsthemas deutlich. Auf diese Weise wird eine chronologisch geordnete Gesamtschau des göttlichen Heilsplans, wie er sich sowohl im Alten wie auch im Neuen Bund manifestiert, geboten. Dabei wird die Heilstat Gottes im Neuen Testament immer als das Größere dargestellt.
Die Quantität der dargestellten biblischen Ereignisse und nicht zuletzt der umfangreiche Bilderzyklus machten das Speculum humanae salvationis zum beliebtesten religiösen Erbauungsbuch und zu einem der meistgelesenen Werke des Spätmittelalters.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Heilsspiegel
Spiegel des menschlichen Heils
Way to Human Salvation
Mirror of Human Salvation
Codex aus Kremsm√ľnster
Speculum Humanae Salvationis
Umfang / Format
124 Seiten / 33,5 √ó 25,5 cm
Datum
1325‚Äď1330
Stil
Buchschmuck
192 Miniaturen (etwa von der Größe 80 x 80 mm), abwechselnd auf blauem oder rotem Grund

Verf√ľgbare Faksimile-Editionen:
Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster ‚Äď Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) ‚Äď Codex Cremifanensis 243 ‚Äď Stift Kremsm√ľnster (Kremsm√ľnster, √Ėsterreich)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) ‚Äď Graz, 1972
Limitierung: 980 Exemplare
Detailbild

Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster

Wurzel Jesse

Jesse, der Vater K√∂nig Davids, liegt r√ľcklinks auf einem Felsen und blickt den Baumstamm hinauf, der aus ihm entspringt. Er ver√§stelt sich zu zahlreichen Zweigen, die biblische Figuren zeigen, die der Linie des Stammvaters entspringen ‚Äď so auch die Jungfrau Maria. Sie bildet als bekr√∂nte Madonna mit Kind den Stamm, der √ľber ihr in einem Medaillon mit dem Lamm Gottes sein heilsgeschichtliches Ziel findet. Der genealogische Stammbaum Christi ist h√§ufig, wie auch hier, vor dem Matth√§us-Evangelium anzutreffen.

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Einzelseite

Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster

Anbetung der Könige / Darstellung im Tempel

Dies ist ein sch√∂nes Beispiel f√ľr die 192 sparsam kolorierten, aber dennoch sehr ausgefeilten Miniaturen in diesem Manuskript, deren Hintergrund jeweils zwischen rot und blau wechselt. Die Szene vermittelt ein gro√ües Raumgef√ľhl und die Gesichter der Figuren sind im Allgemeinen durch einen sympathisch-freundlichen, ja charmanten Ausdruck gekennzeichnet. Ihre Kleidungsst√ľcke werden mit einem sehr realistischen Faltenwurf dargestellt.

Auf der linken Seite sehen wir die Heiligen Drei K√∂nige: Einer kniet vor der thronenden Madonna und dem Kind und √ľberreicht seine Gabe, w√§hrend die anderen beiden sich unterhalten und einer von den beiden auf den Stern deutet, der sie nach Bethlehem gef√ľhrt hat. In der Szene rechts wird das Jesuskind in dem Moment gezeigt, in dem es Simeon am Altar des Tempels √ľbergeben wird; dabei sieht der kleine Jesus seine Mutter liebevoll an und ber√ľhrt sie zart.

Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster ‚Äď Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) ‚Äď Codex Cremifanensis 243 ‚Äď Stift Kremsm√ľnster (Kremsm√ľnster, √Ėsterreich)
Faksimile-Editionen

#1 Speculum Humanae Salvationis aus Kremsm√ľnster

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Leder, Kopie des Originaleinbandes. Alle Blätter sind originalgetreu randbeschnitten.
Kommentar: 1 Band (46 Seiten) von Willibrord Neum√ľller
Sprache: Deutsch

Der wissenschaftliche Kommentarband beschreibt den Inhalt des Werks sowie die Illuminationen und erläutert die typologische Struktur des Speculum.
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht m√∂glicherweise nicht dem urspr√ľnglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Die Bl√§tter sind originalgetreu randbeschnitten.
Ausgabe bei uns verf√ľgbar
Preis Kategorie: ‚ā¨
(unter 1.000‚ā¨)
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