Washingtoner Haggadah

Washingtoner Haggadah – Library of Congress – MS Hebr. 181 – Library of Congress (Washington, USA)

Deutschland — 29. Januar 1478

Deutsche und italienische Traditionen vereint zu einer goldleuchtenden Haggdah: Ein Meisterwerk des profilierten Wanderkünstlers Joel ben Simeon als wertvolles Zeugnis von Kulturaustausch und jüdischer Alltagskultur

  1. Der Kölner Joel ben Simeon (ca. 1420 – ca. 1492) war als Wanderkünstler im deutschsprachigen Raum und in Norditalien tätig

  2. Er schrieb und illuminierte vor allem kunstvolle Haggadot, in denen er künstlerische Traditionen beider Regionen miteinander vereinte

  3. Die 15 Randilluminationen zeigen vor allem rituelle Handlungen rund um den Seder und geben wertvolle Einblick in die jüdische Alltagskultur um 1478

Washingtoner Haggadah

MS Hebr. 181 Library of Congress (Washington, USA)
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (2)
Beschreibung
Washingtoner Haggadah

Die Washingtoner Haggadah ist eine der am prachtvollsten illuminierten Haggadot, die bis heute erhalten sind. Die aschkenasische Handschrift ist ein Werk des begnadeten Kölner Buchkünstlers Joel ben Simeon (ca. 1420 – ca. 1492), der auf Haggadot spezialisiert war und im gesamten deutschsprachigen Raum, aber auch viel in Norditalien tätig war. Er war nicht nur für die kunstvolle Niederschrift der Texte für den Seder verantwortlich, sondern ebenso für die wunderbare, goldgeschmückte Illumination, die ihresgleichen sucht. Sie vereint traditionelle aschkenasische, also mittel- und osteuropäische Haggadah-Ikonografien mit künstlerischen Elementen der italienischen Tradition. Zudem erwarb Joel ben Sime¬on während seiner Italienaufenthalte den für die Frührenaissance typischen Zeichenstil. So ist die Washingtoner Haggadah ein wertvolles Zeugnis des regen Kulturaustausches im späten Mittelalter, zu dem ihr reisender Meister als Vermittler aktiv beitrug. Darüber hinaus gewähren die zahlreichen Illuminationen ritueller Handlungen durch die detaillierten Darstellungen von Kleidung, Nahrungsmitteln und anderen Alltagsgegenständen einen fesselnden Einblick in das jüdische Leben in Aschkenas um 1478.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Washington Haggadah
Umfang / Format
76 Seiten / 22,5 × 15,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
29. Januar 1478
Sprache
Schrift
Aschkenasische Quadratschrift
Buchschmuck
10 schmuckvolle Kopftitelzeilen, 15 Randillustrationen, zahlreiche Fleuronnée-Initialen
Inhalt
Texte für das Ritual am Sederabend
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Familie Provenzali
Ephraim Deinard

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Washingtoner Haggadah – Library of Congress – MS Hebr. 181 – Library of Congress (Washington, USA)
Library of Congress – Washington, 1991
Limitierung: 550 Exemplare

Washingtoner Haggadah – Harvard University Press – MS Hebr. 181 – Library of Congress (Washington, USA)
Harvard University Press – Cambridge, 2011
Faksimile-Editionen

#1 The Washington Haggadah

Library of Congress – Washington, 1991

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Library of Congress – Washington, 1991
Limitierung: 550 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Myron M. Weinstein, Bezalel Narcissi, Beit-Arié Malachi, Mordechai Glatzer und Doris A. Hamburg
Sprache: Englisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Die Seiten sind vor einem größeren weißen Hinzergrund dargestellt. Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)

#2 The Washington Haggadah

Harvard University Press – Cambridge, 2011

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Harvard University Press – Cambridge, 2011
Einband: Softcover
Kommentar: 1 Band (248 S.) von Katrin Kogman-Appel und David Stern
Sprache: Englisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Die Seiten sind vor einem größeren weißen Hinzergrund dargestellt. Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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