Prato-Haggadah

Prato-Haggadah

Spanien — Um 1300

Ein Einblick in die jüdische Kultur und gleichzeitig in die Entstehung einer Handschrift: Eine besondere Haggadah mit 100 leuchtenden Miniaturen, geschmückt mit Gold und Silber

  1. Die jüdische Kultur vermittelt durch eine um 1300 in Spanien geschaffene Haggadah-Handschrift

  2. Die 100 Miniaturen mit leuchtenden Farben und kostbarem Gold und Silber zeigen Tiere, Vögel und Fabelwesen

  3. Einige der Miniaturen sind unvollständig geblieben und geben so einen interessanten Einblick in die Entstehung der Handschrift

Prato-Haggadah

€€€ (3.000€ - 7.000€)
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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Prato-Haggadah

Die jüdische Kultur wird auf einzigartige Weise durch diese Handschrift aus Spanien vermittelt, die um 1300 entstanden ist. Unglaublich reich und außerordentlich raffiniert künstlerisch ausgestattet, bringt die sogenannte Prato-Haggadah nicht nur die feierlichen Texte und Lieder zum Pessach-Festmahl anlässlich der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft zum Ausdruck. Durch die seltene Begebenheit, dass einige der Miniaturen zum Teil unvollendet blieben, bietet sie zudem die Möglichkeit, den Entstehungsprozess einer prachtvoll ausgestatteten Handschrift unmittelbar nachzuvollziehen. Außerdem handelt es sich bei der Prato-Haggadah um eine der ältesten spanischen Haggadot der Geschichte.

Prato-Haggadah

Die jüdische Kultur wird auf einzigartige Weise durch diese Handschrift aus Spanien vermittelt, die um 1300 entstanden ist. Unglaublich reich und außerordentlich raffiniert künstlerisch ausgestattet, bringt die sogenannte Prato-Haggadah nicht nur die feierlichen Texte und Lieder zum Pessach-Festmahl anlässlich der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft zum Ausdruck. Durch die seltene Begebenheit, dass einige der Miniaturen zum Teil unvollendet blieben, bietet sie zudem die Möglichkeit, den Entstehungsprozess einer prachtvoll ausgestatteten Handschrift unmittelbar nachzuvollziehen. Außerdem handelt es sich bei der Prato-Haggadah um eine der ältesten spanischen Haggadot der Geschichte.

Große Bedeutung beim Pessach-Fest

Dem Pessach-Fest anlässlich des Auszugs der Israeliten aus Ägypten steht in der jüdischen Kultur eine zentrale Bedeutung zu. Dabei wird am Vorabend dieses Anlasses ein besonderes Festmahl begangen. Begleitet wird dieses große Mahl von Erzählungen aus dem Buch Exodus und Liedern, die aus der Haggadah vorgelesen und gesungen werden. Besonders kostbare Exemplare wie die Prato-Haggadah waren dabei selten. Es kann spekuliert werden, ob es sich um das Exemplar eines bedeutenden Auftraggebers handelte, oder ob das Buch mit den religiösen Texten noch einen weiteren Kontext hatte.

Eine Prachthandschrift für die Synagoge?

Die Prato-Haggadah enthält, anders als die sonst üblichen Haggadot zur Feier des Pessach-Mahls, keine Texte, die unmittelbar mit dem eigentlichen Mahl, den Speisen und Riten am Tisch verbunden sind. Diese Tatsache verleitet zu der Annahme, dass die spanische Handschrift zur öffentlichen Lesung in der Synagoge gedient haben könnte, und die Gläubigen erst danach zu Hause das Festmahl in persönlichem Rahmen mit einer eigenen Haggadah begangen haben. Die prunkvolle Ausstattung der Handschrift würde diese Annahme unterstreichen. Um 1300 in Spanien entstanden - sie zählt damit zu den ältesten spanischen Haggadot - besticht die Prato-Haggadah neben dem hebräischen Text besonders durch ihre reiche bildliche Ausstattung.

Herausragende künstlerische Gestaltung

Auf 160 Seiten sind 100 Miniaturen versammelt. Diese sind in bunten Farben und kostbarem Gold und Silber ausgeführt. Es finden sich sowohl ganzseitige bildliche Darstellungen - etwa ein Pessach-Mahl - als auch bunte Rahmungen von Textzeilen in Form von ornamentalem Schmuck, der mit figürlichen Elementen versehen wurde. Fabelwesen, Vögel, Hunden und andere Tiere tummeln sich zwischen den stilisierten Ranken. Dabei hat der Künstler seiner Phantasie freien Lauf gelassen und witzige und geistreiche Szenen integriert. So wird über mehrere Seiten hinweg eine Hasenjagd geschildert Auch die Initialen sind kunstvoll gestaltet und zum Teil in eigenen farbenfrohe Rahmen eingelassen.

Eine Besonderheit der Handschrift

Bei der Prato-Haggadah handelt es sich trotz der prunkvollen Ausgestaltung der Handschrift um ein unvollendetes illuminiertes hebräisches Manuskript. Dies stellt eine außergewöhnliche Seltenheit dar und erlaubt dem Betrachter einen interessanten Einblick in die Entstehung der Handschrift. So können auf wunderbare Weise die einzelnen Arbeitsschritte bei der Fertigung eines bebilderten Codex nachvollzogen werden, was den Betrachter dem Künstler unmittelbar näher bringt.
Die Prato-Haggadah ist somit als Gesamtwerk von unschätzbarem Wert sowohl für die Kunstgeschichte als auch für die Auseinandersetzung mit dem wichtigsten Fest des jüdischen Festkalenders, dem Pessach.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Prato Haggadah
Haggadah de Prato
Prato-Haggada
Umfang / Format
160 Seiten / 21,0 × 14,0 cm
Herkunft
Spanien
Datum
Um 1300
Sprache
Buchschmuck
40 Miniaturen in Gold und Silber, 60 teilweise illuminiert bzw. nur gezeichnet

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Prato-Haggadah – Ms. 9478 – Library of Jewish Theological Seminary (New York, USA)
Patrimonio Ediciones – Valencia, 2006
Limitierung: 100 Exemplare
Detailbild

Prato Haggadah

Jagdhund bei der Jagd

Diese Handschrift steht beispielhaft für Tiere und Drolerien, die in hebräischen Werken beliebte Dekoration waren. Auf der rechten Seite sitzt eine Drolerie mit einem langen Horn ganz oben als Marginalie, während sich links vom Text eine Amsel auf einem Blatt niedergelassen hat. Man sieht einen rosa Windhund rennen, aber bei genauerem Hinsehen erkennt man: Er verfolgt etwas - ein Kaninchen, das vor Fertigstellung des Manuskripts nicht mehr ausgemalt wurde. Unten und links findet sich ebenfalls die Spur eines unkolorierten Singvogels.

Prato Haggadah
Einzelseite

Prato-Haggadah

Incipit-Seite: Fol. 10

Diese Incipit-Seite ist eine wunderbare Mischung aus hebräischer Illumination und spanischer Gotik etwa aus dem Jahr 1300. Sie hat eine ungewöhnliche Farbpalette, die die typischen Grundfarben aufnimmt und aufhellt: Das Blau ist heller und kontrastiert mit Rottönen, die entweder eher violett oder eher orangefarben sind. Dickes Blattgold veredelt die Kunstfertigkeit dieser perfekt ausgeführten, aber unvollendeten Seite.

Man kann deutlich einen Affen sehen, der eine Frucht hält, ein zweibeiniges Mischwesen, einen Kranich und am oberen Rand einen anderen Kranich, aber diesen mit dem Kopf eines Jägers. Bei näherer Betrachtung finden sich am unteren Rand ein Kaninchen und ein Singvogel. Von ihnen sind jedoch nur die Umrisse zu sehen, da sie, wie die meisten Miniaturen in diesem Manuskript, vor dem plötzlichen und rätselhaften Abbruch der Arbeiten noch nicht koloriert worden waren.

Prato Haggadah
Faksimile-Editionen

#1 Prato Haggadah

Patrimonio Ediciones – Valencia, 2006
Prato-Haggadah – Ms. 9478 – Library of Jewish Theological Seminary (New York, USA)
Prato-Haggadah – Ms. 9478 – Library of Jewish Theological Seminary (New York, USA) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Patrimonio Ediciones – Valencia, 2006
Limitierung: 100 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Nellie Stavisky, Silvia A. Centeno, Menahem Schmelzer, David C. Kraemer, Evelyn M. Cohen und Naomi M. Steinberger
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€€€ (3.000€ - 7.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
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