Weissagungen über die Päpste

Weissagungen über die Päpste Faksimile

Venedig (Italien) — 1410–15

Mit allerlei versteckter Symbolik: Joachim de Fiores Vorhersagen über die Päpste in 30 geheimnisvollen Miniaturen

  1. Die Handschrift enthält 30 Vorhersagen über die Päpste, die von 1277 bis 1503 regierten

  2. 15 Prophezeiungen stammen von Joachim de Fiore (ca. 1135–1202) und 15 weitere aus dem frühen 14. Jahrhundert

  3. Jede Vorhersage ist mit einer meisterlichen Miniatur mit allerlei versteckter Symbolik dargestellt

Weissagungen über die Päpste

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Weissagungen über die Päpste

Die Weissagungen über die Päpste sind zwischen 1410 und 1415 in Venedig entstanden. Sie beruhen auf den 15 Prophezeiungen des Joachim de Fiore (1135–1203) und 15 Weissagungen aus dem frühen 14. Jahrhundert. Illustriert ist das Werk mit 30 traumhaften Miniaturen auf nachtblauem Hintergrund.

Weissagungen über die Päpste

Im 12. und frühen 13. Jahrhundert herrschten starke Spannungen innerhalb der christlichen Glaubensgemeinde. Der wachsende Reichtum und die zunehmende Verweltlichung der Kirche sorgten bei einem Teil der Anhänger, sowohl unter Laien als auch unter Geistlichen, für Verzweiflung. Sie wollten zurückkehren zu einem bescheidenen, einfachen Leben wie es in den Evangelien gepriesen wurde. Diese Bewegung wurde vom berühmten Theologen und Philosophen Joachim de Fiore geführt. Fiore war ein einflussreicher italienischer Abt und Ordensgründer. Er verfasste Weissagungen über kommende Päpste, die die Kirche und die christliche Glaubensgemeinde wieder zu ihren Ursprüngen zurückführen sollten. Seine Weissagungen wurden in einem wertvollen Codex festgehalten und mit atemberaubenden Miniaturen illustriert.

Symbolische Malerei

Der lateinische Codex entstand zwischen 1410 und 1415 in Venedig. Er enthält 30 halbseitige Miniaturen im gotischen Stil. Die fantastischen Bilder sind voller Symbole und versteckter Hinweise. Dargestellt sind Personen oder detaillierte Städte und Gebäude in hellen Farben, vor intensiven blauen Hintergründen. Die träumerischen Szenen zeigen teils mehrere Personen, wie sie miteinander agieren oder Einzelpersonen, die umringt von symbolhaften Attributen sind. Auf manchen Seiten finden sich märchenhafte Ungeheuer wieder, die auf einen Missstand in der Glaubensgemeinschaft deuten und zur Vorsicht ermahnen sollten. Diese zauberhaften Miniaturen laden ihre Betrachter noch heute zum Träumen ein.

Spätere Vollendung

Insgesamt beinhaltet der Codex 30 Weissagungen über Päpste, die von 1277 bis 1503 regierten. Die ersten 15 Weissagungen werden Joachim de Fiore zugeschrieben, der von 1135 bis 1203 lebte. Die übrigen 15 Weissagungen wurden wahrscheinlich in der Mitte des 14. Jahrhunderts hinzugefügt, hier ist allerdings kein Urheber bekannt. Die hochwertigen Miniaturen zeigen teilweise identifizierende Merkmale der Päpste, von denen die Weissagungen handeln. Die mystischen Texte, kombiniert mit den erstaunlichen Miniaturen nehmen ihre Betrachter mit auf eine fantasievolle und unvergessliche Reise in die Welt der Gotik.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Predictions of the Popes
Prophecies Regarding the Popes
Prophecies Concerning the Popes
Vaticinia de summis pontificibus
Vaticinia Pontificum Romanorum
Umfang / Format
32 Seiten / 22,4 × 14,8 cm
Herkunft
Italien
Datum
1410–15
Stil
Sprache
Schrift
Humanistische Kursive
Buchschmuck
30 halbseitige Miniaturen
Inhalt
Dreißig Prophezeiungen für zukünftige Päpste

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Weissagungen über die Päpste – Vat. Ross. 374 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt) Faksimile
Belser Verlag – Zürich, 1985
Detailbild

Weissagungen über die Päpste

Papst Urban VI.

Bartolomeo Prignano war ein frommer Mönch und Reformer, der sich schon bald nach seiner Wahl zum Papst im Jahr 1378 unbeliebt machte. Viele Kardinäle behaupteten, er sei machtbesessen, und fünf Monate später wurde in Avignon der Gegenpapst Clemens VII. gewählt, der das westliche Schisma auslöste. Urban VI. wird hier unter einer Mondsichel mit fünf Sternen als Mischwesen mit dem bärtigen, gekrönten Kopf eines Mannes samt Eselsohren sowie mit einem Schlangenkörper mit Schwanz dargestellt, der sieben Sterne einkreist und in einem Kopf mit Schwert im Maul endet.

Weissagungen über die Päpste
Einzelseite

Weissagungen über die Päpste

Papst Gregor XII.

Nach fast vierzig Jahren intensiver Auseinandersetzungen zwischen zwei oder sogar drei Päpsten beendete das Konzil von Konstanz schließlich das abendländische Schisma, das mit dem Rücktritt von Papst Gregor XII. im Jahr 1415 begonnen hatte, gefolgt von der Absetzung des Gegenpapstes Johannes XXIII. durch das Konzil. Gregor zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und lebte die nächsten zwei Jahre im Verborgenen, bis der leere Thron des heiligen Petrus endlich mit einem neuen rechtmäßigen römischen Pontifex besetzt werden konnte.

Der selbstlose Papst ist sitzend dargestellt und trägt die dreifache päpstliche Tiara, die nochmals von einem schwarzen Adler mit ausgebreiteten Flügeln und einer eigenen Krone überragt wird. Seine rechte Hand ruht auf dem Kopf eines kleinen Jungen, der mit verschränkten Armen dasteht, während ein Einhorn seine Vorderhufe auf seiner linken Schulter abstützt.

Weissagungen über die Päpste
Faksimile-Editionen

#1 Weissagungen über die Päpste

Belser Verlag – Zürich, 1985
Weissagungen über die Päpste – Vat. Ross. 374 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt) Faksimile
Weissagungen über die Päpste – Vat. Ross. 374 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt) Faksimile Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Belser Verlag – Zürich, 1985
Einband: Leder mit Gold- und Blindprägung
Kommentar: 1 Band (96 Seiten) von Robert E. Lerner und Robert Moynihan
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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