Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Hs. 156 142 - Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland)

Alternativ-Titel:

Codex Aureus Epternacensis, Codex Aureus of Echternach, Golden Gospels of Echternach

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Codex Aureus Epternacensis
Codex Aureus of Echternach
Golden Gospels of Echternach

Art
Umfang / Format

272 Seiten / 44.5 x 31.0 cm

Herkunft
Datum
1020-1050
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Wohl Abt Humbert von Echternach (1018-1051), Prunkdeckel in Auftrag von Kaiser Otto III. (980-1002) und seiner Mutter Theophanu (960-991)

Buchschmuck

64 Prunkseiten, darunter 16 ganzseitige Miniaturen mit jeweils 3 Bildstreifen, 4 Evangelisten-Portraits und Majestas Domini, 10 Kanontafeln, 9 ganzseiteige, 16 halbseitige und 503 kleinere Gold- und Silberinitialen, gesamter Text mit Goldtinte geschrieben

Vorbesitzer

Der Codex verblieb bis zur Französischen Revolution in Echternach. Als die Abtei 1795/1796 geschlossen wurde, gelangte er über Mainz nach Erfurt, wo er 1801 von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Altenburg (1745-1804) erworben wurde. Danach wurde er in das Haus Coburg-Gotha vererbt, welches ihn 1955 aus finanziellen Gründen an das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg abgab.

Kurzbeschreibung

Der Codex Aureus Epternacensis (Goldenes Evangelienbuch von Echternach) gehört zu den schönsten Büchern, die bis in unsere Zeit erhalten geblieben sind. Der Codex ist komplett mit Goldtinte geschrieben und mit 64 prächtigen Miniaturen- und Purpurseiten versehen.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Das Kloster in Echternach und der Heilige Willibrord

Die Benediktinerabtei Sankt-Willibrord im luxemburgischen Echternach hatte ihren Namen von ihrem Gründer, einem iroschottischen Wandermönch, der im Jahr 658 in Northumbrien geboren wurde. Als er 81 Jahre später in Echternach starb, hatte Willibrord längst den Grundstein dazu gelegt, dass Echternach eines der - viele sagen DAS führende Reichsskriptorium auf dem Kontinent beherbergte. Im 11. Jahrhundert ernannten es die herrschenden Salier zu ihrem Hofatelier. Geschätzte 100 prachtvolle und goldene Bilderhandschriften wurden in diesem Jahrhundert in Echternach hergestellt: Das Echternacher Sakramentar, das Echternacher Evangelistar, das Perikopenbuch Heinrichs III., das Salische Kaiserevangeliar… Keines allerdings ist so schön und so berühmt wie das Goldene Evangelienbuch - der Codex Aureus Epternacensis.

Das Evangelienbuch ist ein Werk von unvorstellbarer Pracht, verschwenderisch in seinem Reichtum an Bildmotiven, an herrlichen Ornamenten und farbenprächtigen szenischen Darstellungen zum biblischen Geschehen. Schon allein die Größe der Pergamentseiten (31 x 44 cm) verrät die Bedeutung, die diesem Buch als Repräsentationsobjekt zukam. In 64 ganzseitigen Miniaturen und Schrifttafeln, in Hunderten von kostbaren Initialen zeigt die Echternacher Malschule ihr einzigartiges Können in voller Blüte. Silbertöne und kaiserlicher Purpur steigern den Eindruck voller Würde. Seinen Namen erhielt der Codex Aureus durch die nahezu verschwenderische Verwendung von Gold auf fast allen Seiten.

Von besonderer Schönheit sind die Pergamentseiten, auf denen die Texte der Evangelien in reinem Gold, dem Symbol des Lichts und der Erleuchtung, niedergeschrieben sind. Der Text selbst erscheint in zwei Kolumnen; er ist belebt von kleinen Initialen in Gold oder größeren Buchstaben, die von Flechtwerk durchsetzt sind. Als Ornament dienen häufig menschliche Gestalten, Vögel und Säulen. Um einzelne Textstellen besonders zu betonen, malte man Initialbuchstaben, die über eine ganze Spalte reichen.

Der große Bilderzyklus zum Neuen Testament erscheint in vier Teilen, von denen je einer dem jeweiligen Beginn der Evangelientexte vorangestellt ist. In diesen wird das biblische Geschehen mit einer Fülle lebendiger Einzelheiten dargestellt. Auf sechzehn Seiten der Handschrift sind in je drei untereinander stehenden Zonen weit über hundert Einzeldarstellungen ausgebreitet. Jeder der vier Teile umfasst einen Zeitabschnitt des Lebens Christi auf Erden. Die Treue zum Bibeltext ist immer bis ins kleinste Detail gewahrt. Alle Bilder sind ein Spiegel des Mittelalters. Der Codex Aureus stellt damit eine, im Vergleich zu den schriftlichen Texten, unerschöpfliche Quelle zur Erforschung des mittelalterlichen Alltagslebens dar.

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