Anglo-Normannisches Martyrologium: Bilderbuch der Madame Marie

NAF 16251 - Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)

Alternativ-Titel:

Anglo‐Norman Martyrology: Picture Book of Madame Marie, Martiriologe des Saints: Le livre d'images de Madame Marie, Martirologio Anglonormando: Libro de Imágenes de Madame Marie

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Anglo‐Norman Martyrology: Picture Book of Madame Marie
Martiriologe des Saints: Le livre d'images de Madame Marie
Martirologio Anglonormando: Libro de Imágenes de Madame Marie

Art
Umfang / Format

220 Seiten / 18.0 x 12.8 cm

Herkunft
Datum
1285-1290
Stil
Genre
Auftraggeber

Maria von Rethel (1231 -1315)

Künstler / Schule

Henry

Buchschmuck

88 ganzseitige Miniaturen

Vorbesitzer

Philipp der Kühne
Johann Ohnefurcht
Philipp der Gute

Kurzbeschreibung

Etwa in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand im anglonormannischen Westminster eine unglaublich expressive Bilderhandschrift. Das anglonormannische Martyrologium enthält 85 ganzseitige Miniaturen, die die Qualen bekannter Heiliger und Märtyrer schonungslos und realistisch in Szene setzen. Die einzigartige Handschrift befand sich seit dem frühen 15. Jahrhundert im Besitz der Herzöge von Burgund, erstmals wurde sie im Inventar Philipps des Kühnen erwähnt.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Das anglonormannische Martyrologium

Bei dem uns hier vorliegenden Manuskript handelt es sich um ein mittelalterliches Bilderbuch par excellence. Auf 110 Seiten enthält das Martyrologium 85 ganzseitige Miniaturen mit kurzen Inschriften unterhalb der Bilder. Historiker gingen zunächst davon aus, dass es sich bei dem Werk um ein Stundenbuch handelt. Es beinhaltet die typischen Bestandteile eines Stundenbuches, beispielsweise einen Kalender und Illustrationen zum Martyrium der Heiligen. Allerdings fehlen in diesem privaten Andachtsbuch das Verzeichnis der kanonischen Stunden und die spezifischen liturgischen Gebete. Das anglonormannische Martyrologium nimmt eine einzigartige Stellung in der Geschichte der Literatur ein.

Eine interessante Herkunft

Das sogenannte Bilderbuch der Madame Marie ist erstmals im Jahr 1405 Inventar des Burgunderherzoges Philipps des Kühnen verzeichnet. Dieser vererbte die Schrift seinem Sohn Johann Ohnefurcht. Im Jahr 1467 befindet sich das kostbare Manuskript im Besitz Philipps des Guten. Entstanden ist der Codex wohl schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Bilder des gotischen Meisterwerkes zeigen den Stil der anglonormannischen Buchkunst aus Westminster. Der ursprüngliche Titel des Bilderbuches lautete „Die erste Apokalypse aus Westminster“. Ein verantwortlicher Künstler konnte nie bestimmt werden.

Dramatische Szenen

Die ausdrucksstarken, farbigen Bilder des Werkes präsentieren dem Betrachter detailreiche Szenen in gotischer Malerei. Charakteristische Persönlichkeitsmerkmale, sozialer Status oder historische Attribute von Personen werden aufgezeigt. Die Höllenqualen, die Heilige und Märtyrer der Legende nach erleiden mussten, werden hier schonungslos zum Ausdruck gebracht. Eine Miniatur zeigt beispielsweise einen nackten Mann, der auf einem Rost gebraten wird. Eine weitere Szene stellt eine an einen Baum gefesselte Person dar, mit einem von Pfeilen durchbohrten Körper. Ungeschminkter Realismus, Blut, gebrochene Knochen, abgeschlagene Köpfe und zerstreute Eingeweide – mit hervorragender Linienführung und intensiven Farben inszeniert das Buch bekannte Märtyrerlegenden. Solche Bilder benötigen keinen langen Text zur Erklärung.

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