Buch von Lindisfarne

Cotton MS Nero D. iv - British Library (London, Großbritannien)

Alternativ-Titel:

Lindisfarne Gospels, Book of Lindisfarne

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Lindisfarne Gospels
Book of Lindisfarne

Art
Umfang / Format

518 Seiten / 34.0 x 24.5 cm

Herkunft
Datum
Um das Jahr 700
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Eadfrith, Bischof von Lindisfarne (gestorben 721)

Künstler / Schule

Schreiber: Eadfrith, Bischof von Lindisfarne
Einband: Aethelwald und Billfrith

Buchschmuck

4 Evangelistenporträts, 16 Kanontafeln, 5 Teppich-Seiten, zahlreiche Seiten mit dekorativen Initialen

Vorbesitzer

Sir Robert Cotton

Kurzbeschreibung

Zwischen 710 und 721 wurde im englischen Kloster Lindisfarne auf einer kleinen Halbinsel mit dem Namen Holy Island ein Buch verfasst, welches heute einen einmaligen Status in der Geschichte der Buchkunst innehat. Das Evangeliar von Lindisfarne ist die älteste Überlieferung der vier Evangelientexte in die englische Sprache. Es ist ein unvergleichlicher Meilenstein, der besonders durch seine magisch anmutende Buchillustration herausragt. Mediterrane und keltische Einflüsse verschmelzen im Evangeliar zu einer unfassbar farb- und formenreichen Malerei, welche das Fundament für die weitere abendländische Kunstentwicklung darstellte.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Das Buch von Lindisfarne

Im späten siebten oder frühen achten Jahrhundert entstand im englischen Kloster Lindisfarne eine illuminierte Handschrift, die noch heute als eine der höchsten Errungenschaften der Buchkunst betrachtet wird. Das Buch von Lindisfarne ist eine Sammlung der vier lateinischen Evangelientexte, die hier in die altenglische Sprache übersetzt wurden. Damit ist die Handschrift das älteste existierende Evangeliar in Altenglisch. Besonders beeindruckend gestaltet ist der Buchschmuck des Codex. 16 luxuriös geschmückte Kanontafeln eröffnen das kostbare Werk. Fünf einzigartige Ornamentseiten zeigen den Form- und Farbenreichtum der insularen Buchmalerei in voller Pracht. Vier Porträts der Evangelisten mit ihren Attributen, sowie zahlreiche Zierseiten mit Initialen runden die magisch anmutende Buchillustration ab.

Ein heiliger Entstehungsort

Das Buch von Lindisfarne wurde im etwa 653 gegründeten Kloster Lindisfarne angefertigt. Das Kloster befand sich auf einem kleinen Stück Land direkt vor der Küste Nordenglands, einer Insel mit dem Namen „Holy Island“. Bald bildete sich das Skriptorium des Klosters zu einem der wichtigsten Kunstzentren Englands heraus und wurde zum Entstehungsort wahrer Meisterwerke der mittelalterlichen Buchkunst. Das Evangeliar der Mönche von Lindisfarne wurde dem Bischof des Klosters, dem Heiligen Cuthbert, gewidmet. Der als Einsiedler lebende Cuthbert genoß Ehre und Ansehen unter seinen Mitbrüdern. Kurz nach seinem Tod im Jahre 687 wurde er heiliggesprochen und um dieses Ereignis gebührend zu feiern, beschlossen die Mönche von Lindisfarne, ein Evangeliar zum Gedenken des Cuthbert zu verfassen.

Sagenhaft prunkvolle Ausstattung

Der biblische Text des Buches von Lindisfarne wurde von Aldred, einem Vorsteher der Mönchsgemeinschaft, mit altenglischen Glossen versehen. Damit enthält es die älteste erhaltene Übersetzung des Evangelientextes ins Englische. In der Schlussformel der Handschrift verband Aldred seine Arbeit mit der Arbeit derjenigen, die das Evangeliar geschaffen hatten: Eadfrith, ein Bischof von Lindisfarne, hat es geschrieben und ausgeschmückt, Aethelwald, sein Nachfolger, hat es binden lassen, und ein Einsiedler namens Billfrith hat den erhalten, die Metallbeschläge für den Einband anzufertigen. Der erstaunliche Bilderschmuck des Werkes ist so vielfältig und schön gestaltet, dass er dem Buch einen einmaligen Status in der Geschichte der Buchkunst verleiht. Die Kanontafeln und Evangelistenporträts zeigen Einflüsse des mediterranen und keltischen Kulturkreises und verbinden diese in einmaliger insularer Buchmalerei. Insulare Ornamentik und Flechtmuster verzieren die klassischen Säulenarkaden der Kanontafeln, welche ganzseitige, aufwendige Zierinitialen aufweisen. Besonders aufregend sind die fünf fein ausgearbeiteten Ornamentseiten, die sogenannten Teppichseiten. Sie zeigen den gesamten atemberaubenden Farben- und Formenreichtum der insularen Kunst. Hervorragend in die Gesamtkomposition eingearbeitete Kreuzformen lassen die Mönche durch leuchtende Konturen plastisch aus dem dicht gewirkten Flechtwerk hervortreten.

Ein Meilenstein in der Geschichte Englands

Im 9. Jahrhundert veranlassten Wikingerüberfälle die Mönche von Holy Island dazu, mit ihrem Meisterwerk auf das Festland überzusiedeln, zunächst nach Chester-le-Street und schließlich nach Durham. Man vermutet, dass Kommissare König Heinrichs VIII. den Codex im Zuge der Säkularisierung der Klöster beschlagnahmten und seines edelsteinbesetzten Einbands wegen – welcher heute nicht mehr existiert - nach London brachten. Heute kann es hier als eines der größten Buchschätze weltweit im British Museum bestaunt werden.

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