Die Goldene Schrift

Die Goldene Schrift – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer

Tours (Frankreich); Lindisfarne (Vereinigtes Königreich) und weitere — 7.–15. Jahrhundert

Vom Initialbuchstaben zum eigenständigen Kunstwerk: Die Kunst der historisierten Initiale als Überblick über 9 Jahrhunderte in einer Sammlung von Einzelblättern

  1. Historisierte Initialen tauchten erstmals im frühen 8. Jahrhundert auf und sind eine Erfindung der insularen Buchmaler

  2. Die in diesen Initialen enthaltenen Miniaturszenen haben häufig, aber nicht immer einen Bezug zum Text

  3. Die zehn Blätter dieser Auswahl geben einen reizenden Überblick über die Kunst der historisierten Initiale in neun Jahrhunderten

Die Goldene Schrift

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Die Goldene Schrift

Eines der markantesten und auffälligsten Merkmale einer mittelalterlichen Handschrift ist die sogenannte historisierte Initiale - eine große Zierinitiale, in die ein Bild integriert ist. Sie tauchen während des gesamten Mittelalters immer wieder in Handschriften auf und finden sich auch nach der Erfindung des Buchdrucks noch in gestochener Form. Historisierte Initialen hatten sowohl einen praktischen Zweck als auch dekorativen Charakter - einige historisierte Initialen wurden mit einem Grad an Raffinesse und Kunstfertigkeit geschaffen, der mit dem von Miniaturen konkurriert.

Die Goldene Schrift

Im engeren Sinne stellt eine historisierte Initiale eine identifizierbare Figur oder eine bestimmte Szene dar, während bei einer bewohnten Initiale die dargestellten Personen oder Tiere kein bestimmtes Thema haben und manchmal rein dekorativ sind. Historisierte Initialen tauchen erstmals im frühen 8. Jahrhundert auf und sind eine Erfindung der insularen Buchmaler. Die in diesen Initialen enthaltenen Miniaturszenen haben oft, aber nicht immer, einen Bezug zum Text und wurden mit der gleichen Materialqualität und Kunstfertigkeit wie ganzseitige Miniaturen geschaffen, wobei manchmal sogar Silber und Gold verwendet wurden. Abgesehen von ihrer illustrativen Funktion dienen diese aufwendigen Initialen als Wegweiser im Text und zeigen den Beginn eines neuen Abschnitts an. Aufgrund der hohen Kosten für Pergament konnten sie nicht immer auf einer neuen Seite beginnen. Auf diese Weise erfüllten die historisierenden Initialen neben ihrem ästhetischen Wert auch einen funktionalen Zweck. In einigen Luxusmanuskripten wird einer historisierten Initiale eine ganze Seite gewidmet, so dass die Künstler das kreative Potenzial dieser dekorativen Elemente voll ausschöpfen konnten.

Die zehn Folios dieser Auswahl bieten einen guten Überblick über die Kunst der historisierten Initialen im Mittelalter und werden hier zusammen mit anderen Zierseiten vorgestellt.

  1. Ornamentale Seite, Johannesevangelium
    Buch von Lindisfarne, Lindisfarne vor 698
    London, British Library

  2. Initialseite, Matthäus-Evangelium
    Ebo-Evangeliar, Reims 816/835
    Epernay, Städtische Bibliothèque

  3. Kanontafel
    Lothar-Evangeliar, Tours ca. 849/851
    Paris, Bibliothèque Nationale

  4. "B"-Initiale aus Psalm 1
    Harley-Psalter, Winchester ca. 980
    London, British Library

  5. "Q"-Initiale
    Bohun-Psalter, England ca. 1370
    Oxford, Exeter College

  6. König und Königin beim Schachspiel
    Zeitleiste des Christentums, Utrecht ca. 1410
    New York, Piermont Morgan Bibliothek

  7. Haggada Ornamentale Seite
    Darmstädter Pessach Haggada, Oberrhein ca. 1430
    Darmstadt, Hessische Landes- und Hochschulbibliothek

  8. Anbetung der Heiligen Drei Könige
    Stephan Lochner Gebetbuch, Köln 1451
    Darmstadt, Hessische Landes- und Hochschulbibliothek

  9. "D"-Initiale mit Darstellung Jesu im Tempel
    Stunden der Maria von Burgund, Gent 1470/80
    Wien, Österreichische National-Bibliothek

  10. "D"-Initiale
    Sforza-Stunden, Mailand um 1490
    London, British Library

Kodikologie

Alternativ-Titel
The Golden Script
Herkunft
Frankreich
Datum
7.–15. Jahrhundert
Sprache
Buchschmuck
10 Miniaturen
Inhalt
Zehn Einzelblätter bedeutender Handschriften
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Bischof Eadfrith von Lindisfarne
Bona Sforza, Herzogin von Mailand
Margarete von Österreich
Katharina von Aragonien
Maria von Burgund
Humphrey de Bohun
Elisabeth von York, Königingemahlin von England

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Die Goldene Schrift – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer
Coron Verlag – Gütersloh, 1983
Limitierung: 1495 Exemplare
Detailbild

Die Goldene Schrift

Schach – Tafel van den Kersten Ghelove

In einem niederländischen Manuskript von ca. 1410 zeigt eine historisierte D-Initiale aus blauen Akanthusblättern und mit poliertem Goldhintergrund einen König und eine Königin beim Schachspiel. Sie sitzen unter einem Baum, vermutlich in einem Garten, und spielen auf einem Schachbrett ohne Figuren, während im Vordergrund zwei Männern und zwei Frauen am Boden sitzen und miteinander gestikulieren; alle Figuren tragen goldene Kronen. Das Schachspiel war nicht nur eines der beliebtesten Spiele des Adels, sondern wurde auch von Autoren wie Jacobus de Cessolis als Allegorie für die mittelalterliche Gesellschaft verwendet.

Kassette Die Goldene Schrift
Einzelseite

Die Goldene Schrift

Psalm 52 – Der Bohun-Psalter

Obwohl diese Seite den Text von Psalm 52 ( bzw. Psalm 51 in der Vulgata, wie er hier angegeben ist) umfasst, bezieht sich die Malerei auf das Buch Genesis und stellt Szenen aus dem Leben Jakobs dar. Die historisierte Q-Initiale ist in vier Bildfelder eingeteilt: rechts oben treffen sich Jakob und Laban; links daneben durchsucht Laban Rahels Zelt; links unten bauen Laban und Jakob den Zeugenhaufen; rechts schickt Jakob Geschenke an Esau. Fünf Drachen sowie kleine Medaillons mit dem Bohun-Wappen (ein goldener Drache auf blauem Feld) und dem Wappen des englischen Königshauses (ein goldener Drache auf rotem Feld) bilden die Rahmen der kleinen Register.

Über dem zinnenbewehrten Sockel des architektonischen Rahmens bilden fünf kleinteilige Bildfelder eine schmuckvolle Bas-de-page-Zone: Jakob ringt mit dem Engel; Jakob und Esau treffen sich; Sichem schändet Dina; die Sichemiter stimmen der Beschneidung zu; die Tötung der Sichemiter. Die Szenen tragen sich unter filigranen Dreipass-Arkaden mit feinem gotischen Bauornament zu. Auch die turmähnlichen Strukturen der seitlichen Rahmenleisten weisen zierliche Fialen mit goldenen Krabben auf und zeigen vier Paare von Musikern in subtilen Figurennischen, die von Wimpergen bekrönt werden. Die schlanken Figuren spielen auf Harfen, Fiedeln, Hörnern und Trommeln. Dieser Psalter aus dem späten 14. Jahrhundert ist ein grandioses Beispiel dafür, wie architektonische Formen in die raffinierte Buchmalerei der englischen Gotik übertragen wurden.

Kassette Die Goldene Schrift
Faksimile-Editionen

#1 Kassette Die Goldene Schrift

Coron Verlag – Gütersloh, 1983
Die Goldene Schrift – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer
Die Goldene Schrift – Coron Verlag – Verschiedene Eigentümer Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Coron Verlag – Gütersloh, 1983
Limitierung: 1495 Exemplare
Einband: Exklusiv entworfene Schmuck-Kassette aus braunen Leinen. Die Kassette ist mit dem Alphabet (vergoldet) des so genannten Reiner Musterbuches bedruckt und mit einem edlen Holzrahmen umrandet
Kommentar: 1 Band
Sprache: Deutsch
Faksimile: 10 Einzelseiten Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Regulärer Preis ohne Anmeldung (wie neu)590 
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