Codex Albeldense

D.I.2 - Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien)

Alternativ-Titel:

Albeldense Codex, Códice Albeldense, Vigilian, Crónica Albeldense, Codex conciliorum Albeldensis seu Vigilanus

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Albeldense Codex
Códice Albeldense
Vigilian
Crónica Albeldense
Codex conciliorum Albeldensis seu Vigilanus

Art
Umfang / Format

858 Seiten / 45.5 x 32.5 cm

Herkunft
Datum
976
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Graf von Buendía

Künstler / Schule

Schreiber: Vigila
Maler: Sarracino und García

Buchschmuck

82 Miniaturen, einige von ihnen über das ganze Blatt

Vorbesitzer

Philip II., König von Spanien und Portugal (regierte 1556 - 1598)

Kurzbeschreibung

Der Codex Albeldense, seit Philipp II. in der berühmten Sammlung des Escorial aufbewahrt, zählt zu den bedeutendsten historischen Quellen Spaniens aus dem 10. Jahrhundert. Gefertigt im Kloster von San Martín de Albelda, in der Region Rioja gelegen, enthält der Codex eine umfassende Chronik des asturischen Königreichs unter Alfons III. Diese Chronik, verfasst am asturischen Königshof gegen Ende des 9. Jahrhunderts, ist eine unschätzbare Wissensquelle über das westgotische sowie über das asturische und galicische Königreich. Im wunderschönen Codex Albeldense, einem von vier erhaltenen Exemplaren der Chronik, werden diese informativen Ausführungen aufs Wunderbarste illustriert und bebildert mit Stadtansichten, Porträts bedeutender Figuren der Geschichte und weiteren, insgesamt 82, Miniaturen. Ein herrliches Zeugnis der spanischen Geschichte!

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Codex Albeldense

Der Codex Albeldense, seit Philipp II. in der berühmten Sammlung des Escorial aufbewahrt, zählt zu den bedeutendsten historischen Quellen Spaniens aus dem 10. Jahrhundert. Gefertigt im Kloster von San Martín de Albelda, in der Region Rioja gelegen, enthält der Codex eine umfassende Chronik des asturischen Königreichs unter Alfons III. Diese Chronik, verfasst am asturischen Königshof gegen Ende des 9. Jahrhunderts, ist eine unschätzbare Wissensquelle über das westgotische sowie über das asturische und galicische Königreich. Im wunderschönen Codex Albeldense, einem von vier erhaltenen Exemplaren der Chronik, werden diese informativen Ausführungen aufs Wunderbarste illustriert und bebildert mit Stadtansichten, Porträts bedeutender Figuren der Geschichte und weiteren, insgesamt 82, Miniaturen. Ein herrliches Zeugnis der spanischen Geschichte!

Der Codex Vigilanus

Verantwortlich für die prachtvolle Ausstattung des Codex aus Albelda war der Schreiber und Miniaturist Vigila. Dieser hat sich, zusammen mit seinen Assistenten Sarracino und García, in einer der wunderschönen Miniaturen bildlich verewigt. Nach diesem Vigila, der die Chronik von einem älteren Exemplar kopierte und mit Königslisten bis zum Jahr 976 weiterführte, ist der Codex aus Albelda auch bekannt als Codex Vigilanus. Die Buchmaler schmückten die Handschrift aus mit insgesamt 82 Miniaturen, einige davon sogar ganzseitig. Neben herrlichen Stadtansichten, etwa von Toledo, und ganzfigurigen Porträts finden sich hier informative Tabellen und Listen und wunderschöne Initialen. Stilistisch sind die Malereien deutlich karolingisch beeinflusst, wirken jedoch auch äußerst ornamental, etwa mit äußerst kompliziertem Flechtbandornament. Im Kloster San Martín de Albelda mit seinem berühmten Skriptorium war Vigilia mit seinen Mitarbeitern sicher einer der herausragenden Meister!

Eine asturische Chronik

Der Inhalt des Codex Albeldense stützt sich auf eine berühmte Chronik, die am asturischen Königshof unter Alfons III. (866-910) verfasst worden ist. Der Verfasser war vermutlich ein Geistlicher aus dem Umkreis von Oviedo oder Leon. Diese Chronik gibt die Geschichte und Geographie der Welt in einem schnellen Abriss - von Adam über die Römer bis zu den Westgoten – wieder. Dann folgen detailliertere Informationen zur Iberischen Halbinsel, zur Geschichte des Königreichs Asturien als Nachfolger des Westgotenreiches bis zur Gegenwart unter König Alfons III. Die erste Fassung der Chronik schließt mit dem Jahr 881, was einen Hinweis auf die Entstehungszeit liefert. Die Chronik ist heute in vier Codices überliefert. Der berühmte Codex Albeldense zählt unter ihnen zu den ältesten.

Herausragende Bedeutung für Spanien

Der Codex aus Albelda gelangte im 16. Jahrhundert als Geschenk des Grafen von Buendía in den Besitz von König Philipp II. von Spanien. Dieser fügte die Handschrift als herausragenden Schatz in die berühmte Bibliothek seines königlichen Klosters im Escorial ein. Als unschätzbare Wissensquelle hat die Chronik Albeldense trotz einzelner Geschichtsfälschungen eine herausragende Bedeutung, sowohl historisch als auch künstlerisch. Sie gilt als historische Quelle für die Geschichte Spaniens vom westgotischen über das asturische und galicische Königreich. Mit ihren Gesetzestexten, Listen zu Konzilsbeschlüssen, einem Calendario, in dem erstmals in einem europäischen Schriftstück die arabischen Zahlen auftauchen und der Vida de Mahoma – einer Lebensbeschreibung Mohammeds aus christlicher Sicht – ist diese Bedeutung unzweifelhaft!

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