Ganz in Gold und Purpur: Eine der letzten und eine der schönsten purpurnen Handschriften des späten Mittelalters

Durazzo-Stundenbuch

Parma (Italien) — Anfang des 16. Jahrhunderts

Durazzo-Stundenbuch

Durazzo-Stundenbuch

Parma (Italien) — Anfang des 16. Jahrhunderts

  1. Der Maler und Goldschmied Francesco Marmitta (ca. 1460-1505) entwarf diese unglaubliche Komposition aus Purpur und Gold

  2. Das nach seinem letzten Besitzer benannte Stundenbuch ist mit einem edlen Gewand aus Gold, Silber und Edelsteinen geschmückt

  3. Wunderschöne Kalligraphie, sensible Linienführung und gefühlvolle Landschaften: Ein Meistwerk der Renaissance

Libro d'Ore Durazzo

Durazzo-Stundenbuch

Das Gespenst des Todes

Normalerweise wird der Tod als Psychopompos dargestellt – d. h. als ein neutraler Seelenbegleiter für das Leben nach dem Tod ohne Urteilskraft. Doch hier erscheint er als der Engel des Todes mit Flügeln, mit einer Krone und mit einem roten Gewand mit Goldsaum. Dies wurzelt in der Vorstellung, dass der Tod als ein Engel dargestellt wird, dem Gott die Herrschaft über die Verstorbenen gegeben hat. Die Miniatur zeigt Männer, die neben einem Schiffswrack ertrunken sind, einen Mann, dem ein Pfeil die Kehle durchstochen hat, einen Kranken und schließlich einen weißhaarigen Mann, der in hohem Alter stirbt.

Durazzo-Stundenbuch

Alternativ-Titel:
  • Durazzo Book of Hours
  • Libro d'Ore Durazzo
Durazzo-Stundenbuch – m.r. C.f. Arm. I – Biblioteca Civica Berio (Genoa, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Das Durazzo-Stundenbuch entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Italien. Es wurde vom populären Maler und Goldschmied Francesco Marmitta gestaltet. Das Manuskript wurde in goldener Schrift auf purpurnem Pergament verfasst. Die Prachthandschrift ist mit raffinierten Miniaturen und Initialen, sowie einem erstaunlich wertvollen, mit Edelsteinen und Gold und Silber verzierten Einband ausgestattet.

Das Durazzo-Stundenbuch

Stundebücher waren handgeschriebene und illuminierte Codices, die zum Gebet und zur privaten Andacht genutzt wurden. Die kostbaren, hochwertig ausgestatteten Manuskripte wurden meist von Angehörigen des Adels in Auftrag gegeben. Stundenbücher avancierten im Mittelalter zur beliebtesten Buchgattung überhaupt. Das Durazzo-Stundenbuch, welches nach seinem letzten Besitzer benannt wurde, ist eines der ungewöhnlichsten Meisterwerke dieser Gattung. Der wertvolle Codex wurde in goldener Schrift auf purpurnem Pergament verfasst. Kein anderes Stundenbuch weist diese Charakteristika auf. Sechs erstaunliche, ganzseitige Miniaturen und über 200 Zierinitialen schmücken das besondere Manuskript zusätzlich.

Ein universales Talent

Für die aufwendige Gestaltung des prachtvollen Codex ist die Künstler Francesco Marmitta verantwortlich. Marmitta war ein außergewöhnlich talentierter italienischer Buchmaler und Kalligraph. Der vielseitige Künstler aus Parma war berühmt für seine Arbeit als Maler, Bildhauer und Goldschmied. In weltberühmten Luxushandschriften, wie beispielsweise dem Missale Domenico della Rovere, stellte er sein Können unter Beweis. Die raffinierten Bilder des Malers bestechen durch eine sensible Linienführung und durch das ausgeprägte Talent des Meisters im Bereich der Landschaftsmalerei. Seine besondere Vorliebe für realistische Darstellungen von Juwelen, Edelsteinen und Medaillen verleihen den Miniaturen eine unvergleichlich kostbare Note.
Ein einzigartiger Buchschatz
Die purpurnen, mit Gold beschrifteten Seiten der kostbaren Handschrift erinnern in ihrer Machart an königliche Roben und Gewänder. Der wahrhaft königliche Eindruck, den das Werk bei seinen Betrachtern hinterlässt, wird durch die vielen raffinierten Darstellungen von wertvollen Gemmen und Edelsteinen noch verstärkt. Nicht weniger prachtvoll wirkt der elegante, ausgefallen gestaltete Einband des Buches. Er besteht aus einem Grund aus purpurnem Samt und ist mit ziselierten Silber- und Goldelementen dekoriert. Zwei mit kleinen Rubinen verzierte Silberschließen runden den Einband des wahrhaft majestätischen Werkes ab.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Durazzo Book of Hours
Libro d'Ore Durazzo
Umfang / Format
432 Seiten / 14,3 x 9,7 cm
Datum
Anfang des 16. Jahrhunderts
Sprache
Buchschmuck
6 ganzseitigen Miniaturen und 201 Zierinitialen
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Libro d'Ore Durazzo

Durazzo-Stundenbuch

Dezember: Schlachtung eines Schweins

Die am Anfang der Stundenbücher befindlichen Kalenderteile enthalten in der Regel Darstellungen von „Monatsarbeiten“, d. h. Tätigkeiten, die für die jeweilige Jahreszeit typisch sind, in diesem Fall für den Dezember. Die reiche Fülle der Materialien für diese Seite - lila Pergament, goldene Tinte, klassische Blumenmotive und quadratische Medaillonminiaturen - ermöglicht das elegante, zurückhaltende Design, das der Künstler gewählt hat.

Die Miniatur auf der linken Seite zeigt das aktuelle Sternzeichen Steinbock, wie in Antike und Mittelalter üblich dargestellt als Ziege mit Fischschwanz vor einem himmelblauen Hintergrund mit einer orangefarbenen Sonne. Auf der rechten Seite ist ein Metzger abgebildet, der die Karkasse eines Schweins zerschneidet, das gerade zum Räuchern, Braten oder für eine andere Konservierungsmethode für den langen Winter vorbereitet werden dürfte.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Durazzo-Stundenbuch“

Libro d'Ore Durazzo
Durazzo-Stundenbuch – m.r. C.f. Arm. I – Biblioteca Civica Berio (Genoa, Italien)
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Libro d'Ore Durazzo

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2008
Limitierung
980 Exemplare
Einband
Reich geschmückter Echtsilber-Einband mit zwei Buchschließen - geschmückt mit 2 Rubinen und 3-Seiten-Goldschnitt
Kommentar
1 Band von undrea De Marchi, Davide Gasparotto, Beatrice Bentivoglio-Ravasio, Laura Malfatto und Laura Nuvoloni
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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