Codex Etschmiadzin

Alternativ-Titel:

Etschmiadsin-Evangeliar, Codex Etchmiadzin

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Etschmiadsin-Evangeliar
Codex Etchmiadzin

Art
Umfang / Format

464 Seiten / 34.5 x 26.0 cm

Herkunft
Datum
Um 989
Stil
Genre
Sprache
Andere
Buchschmuck

19 ganzseitige Miniaturen

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Die Wurzeln des Christentums in einem Einband aus Elfenbein

Die Königin der Bibelübersetzungen
Seit 1920 beherbergt der Matenadaran in Eriwan als Dauerleihgabe des Katholikos aller Armenier eine der wertvollsten Handschriften der Welt: den nach seinem früheren Aufbewahrungsort benannten Codex Etschmiadzin.
Seine überragende Bedeutung fur das Glaubensleben, für Kunst und Wissenschaft gründet auf der Einmaligkeit seiner Text und Bildüberlieferung, die uns näher an die Ursprünge des christlichen Schrifttums heranführt als vergleichbare Handschriften. So gilt der Text des im Jahre 989 im Kloster Noravank (südöstlich von Eriwan) geschriebenen Evangeliars als getreueste Kopie jener altarmenischen Bibelübersetzung, die auf das frühe 5. Jh. zurückgeht und wegen ihrer Genauigkeit und ihrer stilistischen Reinheit als die "Königin der Bibelübersetzungen" bezeichnet wird.

19 monumentale Miniaturen führen zu den Wurzeln des Christentums
Noch weiter zurück führen uns die 15 ganzseitigen Bilder, die dem biblischen Bericht als illustrierter Vorspann vorangestellt sind. In ihnen spiegelt sich in einer Ausführung des 10. Jh.s jenes Dekorationssystem am reinsten wider, das Eusebius von Caesarea in der 1. Hälfte des 4. Jh.s für die Ausstattung eines Evangeliars entwickelt hatte und das in der Folge für alle Handschriften dieses Typus verbindlich bleiben sollte.
Den künstlerischen und spirituellen Höhepunkt des Codex Etschmiadzin bilden jedoch jene zwei Blätter, die, an Pergamentstreifen angenäht, in die letzte Lage der Handschrift eingebunden wurden. Diese beiden Folios entstammen einem Evangeliar des 6. Jh.s und tragen vier ganzseitige Festtagsbilder. Die monumental wirkenden Miniaturen stellen die ältesten Zeugen der armenischen Buchmalerei dar. Durch die Aufnahme dieser Fragmente einer 300 Jahre älteren Handschrift genoss der "neue" Codex von Anfang an eine besondere Verehrung.

Ein sensationeller Einband aus Elfenbein
Der überragenden Bedeutung des Codex Etschmiadzin trägt auch der prächtige, aus dem 6. oder 7. Jh. stammende Elfenbeineinband Rechnung, der die Handschrift seit einer Restaurierung im 12. Jh. schützt. Somit stellt dieser kostbare Codex ein Gesamtkunstwerk dar, das in seiner Bedeutung für die Kunstgeschichte unerreicht ist.

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