Evangeliar Heinrichs des Löwen

Clm 30053 - Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)

Alternativ-Titel:

Gospels of Henry the Lion

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Gospels of Henry the Lion

Art
Umfang / Format

452 Seiten / 34.0 x 25.5 cm

Herkunft
Datum
Um 1175-1188
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern (reg. 1142-1180) und seine Gemahlin Matilda, Tochter von König Heinrich II. von England

Künstler / Schule

Herimann

Buchschmuck

50 ganzseitige Miniaturen, 84 große und etwa 1500 kleinere Initialen

Vorbesitzer

Kaiser Karl V. (1347 - 1378)
König Gerog V. von Hannover (regierte 1819 - 1878)
Familie der Welfen

Kurzbeschreibung

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen gilt als größtes Meisterwerk der romanischen Buchmalerei in Norddeutschland. Es entstand im Auftrag Herzog Heinrichs zwischen 1175 und 1188 und wurde von den Mönchen der Benediktinerabtei Helmarshausen angefertigt. Die 452 Seiten umfassende Handschrift ist illustriert mit unzähligen verschieden gestalteten, kleinen und großen Initialen und 50 meisterhaften Miniaturen in kräftigen Farben und glänzendem Blattgold.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen

Eines der prachtvollsten und am reichsten gestalteten illuminierten Manuskripte des Mittelalters entstand im Zeitraum von ungefähr 1175 bis 1188 in der deutschen Benediktinerabtei Helmarshausen. Herzog Heinrich der Löwe gab den lese- und schreibkundigen Mönchen der Abtei den Auftrag, ein Evangeliar für den Marienaltar der Stiftskirche St. Blasius in Braunschweig anzufertigen. Dieses wunderschöne Werk gilt heute als das Hauptwerk der romanischen Buchmalerei des 12. Jahrhunderts in Norddeutschland. Das Evangeliar enthält die vier Evangelien und erzählt die Heilsgeschichte des Christentums in bewegenden Miniaturen. Insgesamt umfasst die Handschrift 226 Blätter mit 50 ganzseitigen Miniaturen, 17 Kanontafeln, vier Bildern der Evangelisten, neun Zierseiten und 20 Bilddarstellungen. Der Gesamttext enthält ca. 1.500 kleinere, 77 größere und sieben große, reich verzierte Initialen.

Im Auftrag des Herzogs

Heinrich der Löwe war einer der bedeutendsten Herrscher aus dem Geschlecht der Welfen. Er war von 1142 bis 1180 Herzog von Sachsen sowie von 1156 bis 1180 Herzog von Bayern. Die Gründung der heutigen Landeshauptstadt München lässt sich auf Heinrich zurückführen. In seiner Rolle als Herzog von Sachsen nahm er entscheidend Anteil an der Königskrönung seines Vetters Friedrich Barbarossa. Beide verband ein gutes politisches Verhältnis, bis es im Jahre 1176 zu einem Bruch zwischen ihnen kam. Der Herzog weigerte sich, dem König seine militärische Unterstützung zuzusichern. Diese Tatsache führte dazu, dass Heinrich lange Zeit als wichtigster Protagonist des staufisch-welfischen Gegensatzes eingeschätzt wurde. Der religiöse Herzog war einer der reichsten und mächtigsten Männer des 12. Jahrhunderts und betätigte sich als großer Förderer der Kunst und Literatur. Unter seinen zahlreichen Stiftungen liturgischer Handschriften an Kirchen und Klöster ist das Evangeliar für die Kirche von St. Blasius die vornehmste und berühmteste.

Eine aufregende Geschichte

Die verschlungene, in vielen Einzelheiten noch immer ungeklärte Geschichte des Evangeliars führt von Braunschweig nach Prag, wo es jahrhundertelang in der Bibliothek des Veitsdomes lag. Im Jahr 1861 gelang es, die Handschrift im Auftrag König Georgs V. von Hannover aus Prag nach Niedersachsen zurückzuholen. Doch schon 1866 ging sie mit den entmachteten Welfen ins österreichische Exil. Von 1933 bis 1983 war der Verbleib der Handschrift ungewiss. Erst anlässlich einer Auktion in London im Jahre 1983 geriet sie erneut in den Blick der Öffentlichkeit. Seither ist das Interesse am Evangeliar ungebrochen. Einer der Schöpfer des Werkes hat sich am Anfang des Buches selbst verewigt: liber labor est Herimanni - Mönch Hermann hat dieses Buch gemacht.

Fantastischer Bilderschmuck

Das wunderschöne, spannende Evangeliar beeindruckt seine Betrachter seit vielen Jahrhunderten mit seinem erstaunlichen Buchschmuck. Die vielen kostbaren Bilder zeigen eine große Auswahl intensiver Farben und wurden geradezu opulent mit Gold besetzt. Die von Hand gestalteten Szenen, die jeden Leser in ihren Bann ziehen, gehören zur hochwertigsten Buchmalerei des gesamten Mittelalters. Neben Darstellungen der christlichen Heilsgeschichte finden sich auch Szenen, die dem Auftraggeber der wertvollen Schrift gewidmet sind. Ein besonders aufregend gestaltetes, ganzseitiges Bild stellt die Krönungsszene Heinrichs und seiner Frau Mathilde, einer Tochter von König Heinrich II. von England dar. In einer anderen Bildszene wird das Herrscherpaar zu einer thronenden Maria geführt und Heinrich bietet Maria das Evangeliar dar. Die bewegenden Bilder versetzen ihr Publikum ins Träumen und laden ein zu einer Reise in die Glaubenswelt der großen Herrscher der Gotik.

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