Wegen seiner Theorien - von der Bildung der Fossilien bis zum Blutkreislauf - verbannt: Cecco d’Ascolis Arbeiten in einer wunderschön illuminierten Handschrift der italienischen Renaissance

Acerba von Cecco d'Ascoli

Acerba von Cecco d'Ascoli

Acerba von Cecco d'Ascoli

  1. Cecco d’Ascoli (1257-1327) wurde wegen seiner Arbeit in den Bereichen der Astronomie, Physik, Theologie und Biologie auf dem Scheiterhaufen verbrannt

  2. Seine höchst kontroversen, aber oft korrekten Theorien brachten ihn in Konflikt mit den kirchlichen Autoritäten

  3. Ascoli verteidigte seine Theorien, z. B. zur Bildung von Fossilien oder zum Blutkreislauf, auf das Heftigste

Acerba von Cecco d'Ascoli

Acerba von Cecco d'Ascoli – Ms Pluteo 40.52 – Biblioteca Medicea Laurenziana (Florenz, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Ein erbittert umstrittenes Werk, von seinem Autor entschlossen verteidigt, von der Kirche und der Öffentlichkeit entschieden als gottlos verurteilt: das allegorische Gedicht mit dem Titel Acerba von Cecco d'Ascoli. Die darin in fünf Kapiteln vorgestellten Theorien und Darlegungen zu Themen wie Astronomie, Physik, Theologie und Biologie schienen den Zeitgenossen so ungeheuerlich, dass sein Autor dafür auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Doch heute wissen wir, dass er mit einigen seiner Thesen richtig lag!

Acerba von Cecco d'Ascoli

Cecco dAscoli** (1269-1327) war ein berühmter und umstrittener italienischer Dichter, Mathematiker und Astronom, unter anderem tätig als **Professor an der Universität von Bologna**. Aufgrund seiner radikalen Ansichten - etwa der Glaube an Dämonen und offene Kritik an großen Geistern seiner Zeit wie Dantes Divina Commedia – **geriet Cecco dAscoli immer wieder in Konflikt mit der Obrigkeit und der Kirche. So floh er vor der Bestrafung der Inquisition von Bologna nach Florenz. Doch hielt er auch dort standhaft an seinen umstrittenen Ansichten fest und wurde schließlich wegen Gottlosigkeit verurteilt. Am 26. September 1327 wurde sein Schicksal auf dem Scheiterhaufen in Florenz besiegelt.

Eine allegorische Hymne auf die Schöpfung

Ceccolis Hauptwerk, das sein Schicksal schließlich auch besiegelte, trägt den Namen Acerba aetas und wurde im Jahr seines Todes, 1327, erstmals veröffentlicht. In fünf Bücher unterteilt beschäftigt sich das allegorische Gedicht mit naturwissenschaftlichen und ethischen Fragen, behandelt etwa die Eigenschaften von Tieren oder von Steinen, beschreibt Naturphänomenen in einer bizarren und verwunderlichen Mischung aus natürlichen und phantastischen Elemente. Neben Astronomie und Meteorologie werden Philosophie und Psychologie, Ethik und Theologie und einiges mehr diskutiert.

Eine liebevoll gestaltete Handschrift

Der Text ist in der wunderschönen Handschrift aus der Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz – entstanden in der zweiten Hälfte des Trecento für einen wohlhabenden Auftraggeber – mit zahlreichen Miniaturen illustriert. Großformatige Darstellungen sind in den Text integriert und schmücken diesen auf vielen Seiten. Ob phantastische Geschöpfe, Tiere, Menschen oder andere Elemente des mittelalterlichen Universums, das Buch präsentiert einen herrlichen Überblick über die Wunder des Kosmos! Die kolorierten Miniaturen von herausragender Qualität werden ergänz von aufwändigen Initialen mit feinstem Ornament und farbiger Gestaltung.

Von Zeitgenossen bekämpft, von Nachfolgern bewundert

Doch hat sich das Bild von Cecco d`Ascoli und seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, die er bis zum Schluss so erbittert verteidigte, mit den Jahrhunderten gänzlich verwandelt. Er erkannte früh die Funktion zahlreicher naturwissenschaftlicher Vorgänge, die seinen Zeitgenossen unerklärlich waren, etwa die Bildung von Fossilien oder den Blutkreislauf. Und so gibt sein Werk Acerba Zeugnis von einem einzigartigen und bewegten Schicksal!

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Acerba von Cecco d'Ascoli“

Acerba di Cecco d'Ascoli
Acerba von Cecco d'Ascoli – Ms Pluteo 40.52 – Biblioteca Medicea Laurenziana (Florenz, Italien)
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Acerba di Cecco d'Ascoli

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Editalia – Rom, 2006
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