Andreas Vesalius: De Humani Corporis Fabrica and Epitome

Andreas Vesalius: De Humani Corporis Fabrica and Epitome – Maruzen-Yushodo Co. Ltd. – I/115 – International Research Center for Japanese Studies Library (Kyoto, Japan)

Basel (Schweiz) — 1543

Grundsteine der modernen Anatomie: Zwei Dokumente mit 250 detaillierten Holzschnitten als Beweis fĂŒr den unbeirrbaren Forschergeist des Andreas Vesalius im Kampf mit den engstirnigen Grenzen seiner Zeit

  1. Zwei der wichtigsten Werke zur Anatomie des Menschen von Andreas Vesalius (1514-1564)

  2. Vor seinen Werken beruhte das medizinische Wissen noch auf dem römischen Arzt Galen (129-210)

  3. Jan Stephan van Calcar (ca. 1499-1546), ein SchĂŒler von Tizian, schuf die unvergĂ€nglichen Holzschnitte

Andreas Vesalius: De Humani Corporis Fabrica and Epitome

I/115 International Research Center for Japanese Studies Library (Kyoto, Japan)
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Andreas Vesalius: De Humani Corporis Fabrica and Epitome

Mitte des 16. Jahrhunderts galt das Sezieren von menschlichen Leichen noch als vollstĂ€ndiges Tabu und wurde teilweise hart bestraft. Medizinische und anatomische Erkenntnisse gewann man durch die Untersuchung von Tierkadavern. Dem ambitionierten Medizinstudenten Andreas Vesalius war das nicht genug. Er beschaffte sich in abenteuerlichen Aktionen Leichen von Friedhöfen und nutzte sie fĂŒr seine Studien, die spĂ€ter den Grundstein der modernen Anatomie bilden sollten. Seine Erkenntnisse hielt Vesalius in seinem anatomischen Atlas De humani corporis fabrica und in der gekĂŒrzten Fassung der Epitome fest. Diese medizinischen Abhandlungen sind zwei der bedeutendsten Werke ĂŒber die menschliche Anatomie, die je geschrieben wurden, und mit meisterhaften Holzschnitten illustriert.

Andreas Vesalius: De Humani Corporis Fabrica and Epitome

Der medizinische Atlas De Humani Corporis Fabrica ist das Hauptwerk des Anatomen und Arztes Andreas Vesalius (1514-1564). Bei dieser Buchreihe handelt es sich um ein Grundlagenwerk der Anatomie, in dem sich die erste empirische Forschung anhand von menschlichen Leichen manifestiert. Vor Vesalius wurde medizinische Forschung hauptsĂ€chlich an Tierkörpern betrieben. Eigentlich besteht dieses Ă€ußerst umfangreiche Werk aus sieben BĂ€nden, es gibt aber auch eine stark gekĂŒrzte Fassung mit dem Titel Epitome. Die Epitome besteht aus 30 Holzschnitten, die sowohl aus kĂŒnstlerischer als auch aus medizinischer Sicht von außerordentlicher Bedeutung sind. Andreas Vesalius gilt als BegrĂŒnder der modernen Anatomie und hinterließ so zusammen mit seinen medizinischen Abhandlungen einen absoluten Meilenstein der Forschung. Beides zusammen wird hier in einem Druck von 1543 prĂ€sentiert, der mehr als 250 meisterhafte Holzschnitte zur menschlichen Anatomie enthĂ€lt.

Die konservative Anatomie des Mittelalters

Im Frankreich des 16. Jahrhunderts basierte das gesamte medizinische Wissen, das an den UniversitĂ€ten und anderen höheren Bildungseinrichtungen gelehrt wurde, auf den Erkenntnissen des römischen Arztes Claudius Galen aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert. Galens zahlreiche medizinische Abhandlungen stammen aus einer Zeit, in der das römische Gesetz das Sezieren von menschlichen Körpern verbot. Folglich begnĂŒgten sich Galen und seine Nachfolger mit dem Studium von Tieren und extrapolierten daraus die menschliche Anatomie. Ungereimtheiten und Diskrepanzen wurden von den mittelalterlichen Professoren einfach ignoriert oder mit abstrusen Theorien erklĂ€rt. Der ehrgeizige und begabte Medizinstudent Andreas Vesalius, der 1533 sein Anatomiestudium in Paris begann, gab sich mit diesen unzureichenden ErklĂ€rungen nicht mehr zufrieden.

Vesalius, ein Pionier der Medizin

Andreas Vesalius wurde im Jahr 1514 in BrĂŒssel geboren. Er war der Sohn eines Apothekers und kam schon frĂŒh mit der Medizin in BerĂŒhrung. Im Alter von 15 Jahren studierte er die klassischen FĂ€cher Grammatik, Rhetorik, Algebra und Astrologie, aber auch Musik, Griechisch und HebrĂ€isch. Mit 18 Jahren machte er sich auf den Weg nach Paris, um dort Medizin und Anatomie zu studieren. Hier wurde der ungewöhnlich zielstrebige Student von seinen Dozenten und Professoren schnell mit der Sezierung von Leichen in ihren Vorlesungen betraut. Durch seine Beobachtungen und Erfahrungen entwickelte er sich schnell zu einem Experten der menschlichen Anatomie. Im Jahr 1537 wechselte Vesalius nach Padua, einem bedeutenden Zentrum der zeitgenössischen Anatomie, wo er zum Doktor der Medizin promoviert und noch am selben Tag zum Professor der Chirurgie ernannt wurde. Bereits im Alter von 28 Jahren veröffentlichte Vesalius sein Hauptwerk De Humani Corporis Fabrica. Das monumentale Werk in sieben großformatigen BĂ€nden mit siebenhundert Seiten und fast zweihundert Abbildungen gilt als Meilenstein der empirischen Forschung. Vesalius hielt alle seine eigenen Erkenntnisse ĂŒber den menschlichen Körper fest und wich dabei weitgehend von den bisherigen, konservativen Forschungsansichten ab. Wenige Monate spĂ€ter veröffentlichte er eine gekĂŒrzte Fassung unter dem Titel Epitome. Dieser Text wurde zum Standardwerk fĂŒr Studenten und Mediziner.

Ein medizinisches Meisterwerk mit kunstvoller Illustration

Der Erfolg der Epitome ist vor allem auf die kunstvollen Holzschnitte zurĂŒckzufĂŒhren, die das Werk illustrieren. Deren Vorlagen stammen wahrscheinlich teilweise von Vesalius selbst, teilweise von Jan Stephan van Calcar (ca. 1499-1546), einem der begabtesten KĂŒnstler aus der Werkstatt des großen Malers Tizian. Die detaillierte, elegante und oft allegorische Darstellung des menschlichen Körpers ginge sogar als Vorlage fĂŒr die Ausstellung Körperwelten durch, mit der der Arzt und Anatom Gunther von Hagens auf sich aufmerksam machte. Einige von Vesalius geprĂ€gte Begriffe haben bis heute ĂŒberlebt, wie etwa die Bezeichnungen Hammer und Amboss fĂŒr die Gehörknöchelchen. Die Bedeutung des Vesalius fĂŒr die Medizin ist mit der des Kopernikus fĂŒr die Astronomie vergleichbar. Mit seinem anatomischen Atlas schaffte er es, die herrschende AutoritĂ€tsglĂ€ubigkeit durch Empirie zu ersetzen und machte das Leichensezieren akzeptabel. BerĂŒhmt wurde er zudem durch dramatische Geschichten, die ĂŒber seine FĂ€higkeiten erzĂ€hlt wurden. Er soll etwa im Dunkel der Nacht Leichen von Friedhöfen gestohlen oder sie vom Galgen geschnitten und durch die Stadt geschmuggelt haben. Vesalius ist als Gelehrter und Abenteurer in die Geschichte eingegangen, der fĂŒr seine Forschungen Leib und Leben riskierte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Andreas Vesalius Fabrica and Epitome
Herkunft
Schweiz
Datum
1543
Buchschmuck
Mehr als 250 Holzschnitte, die die verschiedenen Teile des menschlichen Körpers darstellen (The Humani Corporis Fabrica); große Holzschnitte des sezierten Körpers (Epitom)
Inhalt
Abhandlungen und Illustrationen zur Struktur, FunktionalitÀt und Pathologie des menschlichen Körpers
KĂŒnstler / Schule

VerfĂŒgbare Faksimile-Editionen:
Andreas Vesalius: De Humani Corporis Fabrica and Epitome – Maruzen-Yushodo Co. Ltd. – I/115 – International Research Center for Japanese Studies Library (Kyoto, Japan)
Yushodo – Tokio, 2015
Limitierung: 100 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Andreas Vesalius Fabrica and Epitome Set

Yushodo – Tokio, 2015

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Yushodo – Tokio, 2015
Limitierung: 100 Exemplare
Einband: Die beiden Faksimiles und der Kommentarband kommen in einer luxuriösen Kassette. Das Fabrica-Faksimile ist in handkoloriertes Rindsleder gebunden.
Kommentar: 1 Band von Tatsuo Sakai und Frederik Cryns
Sprachen: Englisch, Japanisch
Faksimile: 2 BĂ€nde Detailnahe Reproduktion der gesamten Originaldokumente (Fabrica und Epitome) (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprĂŒnglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfĂŒgbar
Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)
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