Bibel des Marco Polo

Bibel des Marco Polo

Eine europäische Handschrift in China und eine unglaubliche Geschichte: Marco Polos Bibel entdeckt von einem Jesuiten in einer chinesischen Privatsammlung

  1. Der Reisebericht von Marco Polo (1254–1324) ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Geschichten des ganzen Mittelalters

  2. Philippe Couplet (1623–1693) behauptete, dessen Bibel in einer Privatsammlung in Cham Xo, Provinz Nanking, entdeckt zu haben

  3. Ob sie nun Polo wirklich gehört hat oder nicht: Sie ist ein unglaublich seltenes Exemplar einer europäischen Handschrift in China

Bibel des Marco Polo

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Beschreibung
Bibel des Marco Polo

Wenige mittelalterliche Figuren sind in der modernen Vorstellung so beliebt wie Marco Polo, der mit seinem Vater in den Osten reiste, wo er an den Hof des großen Kublai Khan kam. Sein Reisebericht ist voller wundersamer Geschichten und stellt die erste detaillierte Beschreibung von China, Indien, Japan und anderen Teilen Asiens dar. Diese Bibel, die im China des 17. Jahrhunderts entdeckt wurde, soll einst dem berühmten Venezianer gehört haben, aber Historiker konnten dies nicht bestätigen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein äußerst seltenes Exemplar eines europäischen Manuskripts, das im Mittelalter nach China gebracht wurde.

Die Bibel des Marco Polo

Diese faszinierende Bibel ist so weitgereist wie ihr Namenspatron: Marco Polo (1254–1324), dessen Bericht von seiner Reise nach China und an den Hof des Kublai Khan (1215–94) Weltberühmtheit erlangte. Polo scheint kein besonders frommer Mann gewesen zu sein, auf jeden Fall nicht mehr als andere mittelalterliche Gläubige, deren Bibelfestigkeit heute gerne überschätzt wird. Wie die meisten Menschen seiner Zeit unterschied er zwischen Christen und Nichtchristen, war dabei aber weder besonders interessiert an heidnischen Überzeugungen, noch verurteilte er sie. Die ihm zugeschriebene Bibel fand Philippe Couplet (1623–1693), ein Jesuitenmönch aus Flandern, der viele Jahre in China verbracht hatte, nach eigenem Bekunden im Heim eines wohlhabenden Bürgers von Nanjing. Letzterer behauptete, der ramponierte Codex (der im frühen 21. Jahrhundert restauriert wurde) sei seit der Yuan-Dynastie (1271–1368) im Besitz seiner Familie gewesen, das heißt, seit der Zeit, als der Handelsreisende Marco Polo in China umherreiste. Nach seiner Rückkehr nach Europa übergab Couplet das Fundstück **Cosmio III. de’ Medici (1642–1723), dem Großherzog der Toskana, mit der Erklärung, dass diese Taschenbibel wohl am Ende des 13. Jahrhunderts mit Marco Polo nach China gelangt sei. In der Tat ist die Bibel das einzige erhaltene Exemplar von sämtlichen Handschriften, die im 13. und 14. Jahrhundert von Europäern nach China gebracht wurden. Die Vermutung, dass die Bibel tatsächlich Marco Polo gehört haben könnte, ist als Anekdote reizvoll, konkrete Belege dafür gibt es allerdings nicht. Die Forschung gibt vielmehr Hinweise darauf, dass der Codex möglicherweise im 13. oder 14. Jahrhundert von einem Franziskanermissionar an den mongolischen Kaiser von China übergeben wurde. Wahr oder unwahr, als Geschichte ist die Verbindung zu Marco Polo bis heute lebendig geblieben und verleiht diesem einzigartigen Werk den Charme eines wahren Unikats.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Bible of Marco Polo
La Bibbia di Marco Polo
Stil

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Bibel des Marco Polo – Pluteo 3, capsula 1 – Biblioteca Medicea Laurenziana (Florenz, Italien)
Istituto dell'Enciclopedia Italiana - Treccani – Rom, 2012
Faksimile-Editionen

#1 Bibbia di Marco Polo

Details zur Faksimile-Edition:

Kommentar: Sprache: Italienisch, Chinesisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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