Gott als Erbauer der Welt mit dem Zirkel in der Hand: Ein einzigartiges Meisterwerk mit 1.000 goldene Medaillons, nicht nur berühmt für seine Eingangsminiatur

Bible moralisée

Paris (Frankreich) — 1220-1230

Bible moralisée

Bible moralisée

Paris (Frankreich) — 1220-1230

  1. Diese besondere illuminierte Handschrift enthält mehr als 1.000 gotische Medaillonminiaturen

  2. Die berühmte Eingangsminiatur zeigt Gott als den Architekten der Schöpfung mit dem Zirkel in der Hand

  3. Entworfen als Buch zur Erbauung, das ausgewählte Szenen mit kurzen Erklärungen auf Französisch darstellt

Bible Moralisée

Bible moralisée

Noah

Jede Seite dieses Manuskripts enthält acht Medaillon-Miniaturen, die zwei mal zwei untereinander angeordnet und von erklärenden Texten flankiert sind. Der Illustrationszyklus ist beginnend mit dem Bildpaar oben links zu lesen, gefolgt von dem Paar oben rechts, dann dem Paar unten links und schließlich dem Paar unten rechts. Diese vier prächtigen gotischen Medaillon-Miniaturen, die reich vergoldet und von höchster künstlerischer Qualität sind, führen in die Geschichte von Noah ein.

Bible moralisée

Bible moralisée – Cod. Vindob. 2554 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Das Verhältnis von Text und Bildern ist in dieser besonderen illuminierten Handschrift der Gotik deutlich zu Gunsten der Bilder verschoben: Auf 129 Seiten finden sich mehr als 1000 Medaillonminiaturen. Jede von ihnen erzählt ihre eigene Geschichte eben en miniature, zu der der französische Text vor allem eine illustrierende Rolle einnimmt. Texte und Miniaturen sind gekennzeichnet durch Klarheit und Eindeutigkeit. Dies entspricht dem Ziel und der Absicht einer Bible moralisée, nämlich der moralischen Erbauung und der Hilfe bei der alltagsweltlichen Orientierung. Dass die Welt von einer erkennbaren Ordnung strukturiert ist, nach der man leben soll, macht schon zu Beginn die weltberühmte ganzseitige Eingangsminiatur deutlich: Sie zeigt Gott als Architekten, der zwar sehr konzentriert, aber auch liebevoll und aufmerksam seine Schöpfung mit einem Zirkel vermisst. Ein spannendes Bilderbuch für höchste Ansprüche!

1000 goldene Miniaturen aus der französischen Gotik

Die berühmte Bible moralisée ist eine der prächtigsten gotischen Handschriften aus dem 13. Jh. Auf den 136 Bildseiten finden wir insgesamt nicht weniger als 1032 Bildmedaillons und ein ganzseitiges Vollbild, das mit der Darstellung Gottes als Architekt des Universums große Berühmtheit erlangt hat. Diese hervorragende Handschrift tritt dem Betrachter als aufwendig gestaltetes Bilderbuch entgegen, wobei der Text, der in französischer Sprache abgefaßt ist, eigentlich nur als Erläuterung der Illustration auftritt.

Wie die Bezeichnung dieser Handschrift besagt, herrscht in der Bible moralisée die moralische Schriftauslegung etwas vor, doch kennt sie auch alle anderen Spielarten der geistlichen Schriftexegese. Versucht man ihren Zweck zu umschreiben, wird man sie wohl ein Erbauungsbuch nennen dürfen. Da es sich aufgrund des hohen Aufwandes um eine ungewöhnlich kostspielige Handschrift gehandelt hat, war vermutlich eine sozial hochgestellte Persönlichkeit der Auftraggeber oder Empfänger.

Die einzigartige Wirkung dieser Bilderhandschrift geht von den goldgrundierten, farbigen Bildmedaillons aus, in denen Szenen aus Büchern des Alten Testamentes dargestellt sind. Der Inhalt dieser Szenen ist schon allein durch diese Illustrationen lesbar; der begleitende Text faßt die jeweilige Passage zusammen oder paraphrasiert sie. Die Miniaturen überzeugen durch die Durchschlagskraft der Erzählung, ihre Eindeutigkeit und auch Drastik.

Die Gegenüberstellung von Bild und erklärendem Text biblischer Erzählungen ist uns nur durch wenige Handschriften überliefert. Unser Codex unterscheidet sich von anderen gleichzeitigen Handschriften durch die Farbigkeit, die insgesamt in der Grundmusterung und den Figuren gedämpft wirkt. Bei den Farben herrschen ein dunkles Blau und ein Rotbraun vor, das in den verschiedensten Abstufungen verwendet wird. Eine strahlende Wirkung erhalten die Bildseiten durch den dunklen Goldgrund. Lebendigkeit wird aber auch durch den gesteigerten Schwung und Impetus der Figuren erreicht. Die Kompositionen sind großzügig und füllen die Medaillons ganz aus. Oft überschreiten die bewegten Figuren auch den gesetzten Rahmen, wodurch die Wirkung der Erzählung dramatisch gesteigert wird.

Ein himmlisches Bilderbuch
Diese Bilderhandschrift, die auch ohne Text „lesbar“ ist, folgt durchgehend einem formalen Schema: Auf jeder Seite werden acht Medaillons auf gemustertem Grund zu einem Block zusammengefügt, der links und rechts von je vier Textabschnitten begleitet wird. Durch einen schmalen Rahmen wird das Ganze umschlossen. Inhaltlich gehören jeweils zwei untereinander stehende Bildmedaillons und die sie begleitenden Texte zusammen. Im oberen Textabschnitt wird eine Passage aus der Bibel zusammengefaßt oder paraphrasiert, in der Miniatur daneben ist die Szene dargestellt. Der Textabschnitt darunter enthält eine Auslegung des Bibeltextes, die wiederum illustriert ist. Der Bildzyklus ist jeweils vom Bildpaar links oben beginnend zu lesen, anschließend das Bildpaar rechts oben, dann das links unten und schließlich rechts unten.

Gott als Architekt des Universums
Die berühmte Eingangsminiatur der Bible moraliseé stellt gleichsam als Titelbild Gott als Weltenschöpfer dar. In einem Bild ist hier die Erschaffung von Himmel, Erde, Sonne, Mond und allen Elementen zusammengefaßt. Die Darstellung des ausschreitenden Schöpfergottes, der den Kosmos gleichsam vor sich herrollt, sich über ihn beugt und ihn mit dem Zirkel messend formt, hat nicht nur wegen ihrer Eindruckskraft die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, sondern auch, weil sie wie kaum ein anderes Bild die Bedeutung des Messens und der Proportionen im Mittelalter zu veranschaulichen hilft.

Kodikologie

Umfang / Format
262 Seiten / 34,4 x 26,0 cm
Datum
1220-1230
Buchschmuck
1 ganzseitiges Bild, 1 heraldische Seite, auf jedem der verbleibenden 129 Seiten 8 Bildmedaillons, insgesamt 1032. Alle Seiten mit reichen Goldhintergrund, die Bilder mit reichen Deckfarben verziehrt
Inhalt
Altes Testament von der Genesis - Könige 4, 8 begleitet von moralisierenden Interpretationen
Auftraggeber
Wahrscheinlich Blanka von Kastilien (1188 - 1252)
Vorbesitzer
Bible Moralisée

Bible moralisée

Gott als Architekt des Universums

Über 1000 Medaillonminiaturen, die in vier Paaren auf je einer Seite dargeboten werden, machen dieses Manuskript zu einem der aufwändigsten gotischen Manuskripte aller Zeiten. Aber erst das exquisite Frontispiz in Form einer vergoldeten, ganzseitigen Miniatur, die Gott als den Architekten des Universums darstellt, macht es so berühmt. Dies ist eines der bekanntesten Bilder der mittelalterlichen Buchmalerei überhaupt.

In dieser unglaublichen, ganzseitigen Miniatur tritt Gott aus der Leere heraus - dargestellt mit poliertem Gold, um einen zeitlosen und raumlosen Eindruck zu vermitteln - und beugt sich mit dem Zirkel in der Hand über den Kosmos, den er vor sich herrrollt. Sein rechter Fuß befindet sich noch außerhalb des Rahmens, als hätte er gerade erst die Bildfläche betreten. Die gesamte Schöpfung verdichtet sich so zu einem einzigen, unglaublichen Bild, an dem sich auch die mittelalterliche Überzeugung von den geordneten Verhältnissen in der Welt ablesen lässt.

2 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Bible moralisée“

Bible Moralisée
Bible moralisée – Cod. Vindob. 2554 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Imago – Castel Guelfo, 2020
Limitierung
200 Exemplare
Einband
Gebunden in rotem Samt mit Eckbeschlägen und Zentralrosetten
Kommentar
1 Band (Kommentar von Reiner Hausherr, Glanzlichter der Buchkunst Bd. 2, ADEVA)
Sprache: Deutsch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Bible Moralisée
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1973
Einband
Leder, nach einem zeitgenössischen Einband aus dem Besitz der Österreichischen Nationalbibliothek.
Kommentar
1 Band (82 Seiten) von R. Haussherr
Sprachen: Deutsch, Französisch

R. Haussherr, Bonn. 82 Seiten Text in deutscher und französischer Sprache. Halbleder.

Ein zweisprachiger Kommentar (deutsch und französisch), der von Reiner Haussherr verfaßt wurde, gibt eine ausführliche Einführung in die Handschrift. In der Reihe „Glanzlichter der Buchkunst“, Band 2: , ist als Anhang auch die Übersetzung der französischen Bibeltexte von Hans-Walter Stork beigefügt.
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Alle Blätter sind originalgetreu randbeschnitten.
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