Biblia Pauperum

Biblia Pauperum – Belser Verlag – Pal. lat. 871 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)

Teil 1: Nordhessen (Deutschland); Teil 2: Bamberg (Deutschland) — erster Teil: Mitte des 15. Jahrhunderts; zweiter Teil: 1348 und 14. Jahrhundert

Meisterhafte gotische Malerei in einer der prächtigsten Bibliae Pauperum: Szenen des Alten und Neuen Testaments im lebendigen Gewand der deutschen Spätgotik für Friedrich I. von Hohenlohe, den Fürstbischof von Bamberg

  1. Eine Sammelhandschrift aus zwei Teilen: einer Armenbibel und einer Zusammenstellung mehrerer kürzerer hagiografisch-liturgischer Texte

  2. Die Armenbibel wurde Mitte des 15. Jahrhunderts im Auftrag von Friedrichs I. von Hohenlohe, dem Fürstbischof von Bamberg, geschaffen

  3. Ihre aufeinander bezogenen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament wurden in lebhafter gotischer Malerei ausgeführt

Biblia Pauperum

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Preiskategorie: €
(unter 1.000€)
  1. Beschreibung
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  3. Einzelseite
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Beschreibung
Biblia Pauperum

Bei der Biblia Pauperum handelt es sich um einen Codex, dessen Hauptteil im 15. Jahrhundert in Deutschland entstanden ist. Er umfasst die sogenannte Armenbibel, eine vereinfachte Version der Bible moralisée-Tradition, die Ereignisse und Figuren aus dem Alten und Neuen Testament nebeneinanderstellt und für die Unterweisung der Laien gedacht war. Das Werk wurde von Friedrich von Hohenlohe, dem Fürstbischof von Bamberg, in Auftrag gegeben und gehört zu den prächtig ausgestatteten Exemplaren einer Biblia Pauperum. Sie enthält 42 leicht verständliche und künstlerisch ansprechende Bilder, bestehend aus 38 halbseitigen und 4 ganzseitigen Miniaturen. Die Miniaturen zeigen liebevoll ausgewählte Szenen aus der Bibel, versehen mit den entsprechenden Textstellen. Die biblischen Ereignisse sind im Spätmittelalter angesiedelt, die Figuren tragen zeitgenössische Gewänder, darunter auch deutsche Fußsoldaten des 15. Jahrhunderts.

Die Biblia Pauperum

Im Besitz der vatikanischen Bibliothek befindet sich eine sogenannte „Biblia Pauperum“, die in 42 anschaulichen Illustrationen Ereignisse des Neuen und Alten Testaments in feinster gotischer Manier zeigt. Dieser Codex wurde von Friedrich von Hohenlohe, dem Fürstbischof zu Bamberg, in Auftrag gegeben und Mitte des 15. Jahrhunderts in Nordhessen geschaffen. Die 46 Seiten wurden im Nachhinein mit einem Kompendium älterer hagiografisch-liturgischer Texte zusammengebunden. Dieser zweite Teil der Sammelhandschrift umfasst weitere 20 Seiten, von denen ein Part auf 1348 datiert werden kann. Das letzte Blatt mit Antiphonen zu Ehren des heiligen Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde entstand irgendwann im 14. Jahrhundert.

Was ist eine Armenbibel?

Eine mittelalterliche Armenbibel, auf lateinisch „biblia pauperum“, ist eine Sammlung ausgewählter Szenen aus dem Neuen und Alten Testament. Üblicherweise zeigt eine Armenbibel auf jeder Seite eine bildliche Darstellung eines neutestamentlichen Ereignisses aus dem Leben Jesu Christi. Diese Szene wird umrahmt von meist vier Abbildungen, die Personen oder Ereignisse des Alten Testaments zeigen. Die alttestamentlichen Szenen sind um die zentrale neutestamentliche Darstellung angeordnet und werden so in Bezug zueinander gesetzt. Die Bibelgeschichten werden in einem zielgerichteten, heilsgeschichtlichen Zusammenhang dargestellt. Armenbibeln waren günstiger als vollständige Bibelcodices, daher stammt auch die Bezeichnung.

Ein ansprechend einfacher Stil

Die Bamberger Armenbibel entstand zu dem Zweck, die Gemeinde durch anschauliche Bilder mit der Bibel vertraut zu machen. Der größte Teil der Bevölkerung konnte im Mittelalter weder lesen noch schreiben. Der Buchmaler, der das Werk illuminierte, gestaltete seine Miniaturen leicht verständlich und ansprechend. Er wählte leuchtende Farben für seine Figuren und positionierte die Bilder des Alten und Neuen Testaments so, dass die zusammenhängenden Geschichten gut nachzuvollziehen waren. Unterstützt werden die Miniaturen durch erklärende Textpassagen, die mit farbigen Initialen verziert wurden.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Armenbibel
Bible of the Poor
Biblia picta
Vatican Biblia Pauperum
Umfang / Format
Teil 1: 46 Seiten; Teil 2: 20 Seiten / 36,2 × 27,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
erster Teil: Mitte des 15. Jahrhunderts; zweiter Teil: 1348 und 14. Jahrhundert
Stil
Schrift
Gotische Textualis
Buchschmuck
4 ganz- und 38 halbseitige lavierte Federzeichnungen mit komplexem Inschriftenprogramm ergänzen den Text
Inhalt
Reich bebilderte Armenbibel

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Biblia Pauperum – Belser Verlag – Pal. lat. 871 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Belser Verlag – Zürich, 1982
Detailbild

Biblia Pauperum

Das Jüngste Gericht

Dieses muntere Aquarell zeigt deutlich das Ende der Apokalypse, wie nämlich die auferstandenen Toten gerichtet werden: „Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel und es gab keinen Platz mehr für sie. Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war.“ (Apk 20, 11-12)

Biblia Pauperum – Belser Verlag – Pal. lat. 871 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Einzelseite

Biblia Pauperum

Christus in der Weinkelter

Die Biblia Pauperum als Bibeln der einfachen Leute mussten ein Gleichgewicht zwischen Kunstfertigkeit einerseits und Verständlichkeit für Analphabeten andererseits finden. Genau dadurch waren sie aber wertvolle Lehrmittel für die religiöse Unterweisung im Mittelalter. Dieses feine gotische Manuskript zeichnet sich durch klare Bilder und leuchtende, ausdrucksstarke Farben aus. Anstelle einer typischen Miniatur, die eine Szene aus dem Neuen Testament mit einer aus dem Alten Testament verbindet, ist dies eine wunderbare Darstellung nur einer beliebten Metapher.

Der heilige Gregor der Große (540–604) schrieb: „Er hat die Weinpresse allein betreten, in die er selbst gedrückt wurde, denn mit seiner eigenen Kraft überwand er geduldig das Leiden.“ Der Wein ist sein Blut, das in der Miniatur aus der Wunde in der Brust Jesu herausfließt – ein Hinweis auf den Speer, der ihn am Kreuz durchbohrt hat. Mit seinem Blut füllt er den Kelch, der wiederum in die Presse gegossen wird.

Biblia Pauperum – Belser Verlag – Pal. lat. 871 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Faksimile-Editionen

#1 Biblia pauperum

Belser Verlag – Zürich, 1982

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Belser Verlag – Zürich, 1982
Einband: Leineneinband
Kommentar: 1 Band (106 Seiten) von Karl-August Wirth
Sprache: Deutsch

Dank der Kooperation des Belser Verlags und Ediciones Encuentro wurde zudem eine spanische Edition erhältlich.
Faksimile: 1 Band Der Umfang, das Format, die Farbigkeit oder der Einband entsprechen möglicherweise nicht (vollumfänglich) dem Original. Nur Teil 1 als Farbfaksimile reproduziert.
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