Biblia Pauperum

Biblia Pauperum Faksimile

Teil 1: Nordhessen (Deutschland); Teil 2: Bamberg (Deutschland) — Teil 1: Zweites Viertel des 15. Jahrhunderts; Teil 2: 1349 und ca. 1400

Entstanden in Nordhessen und Bamberg: Szenen des Alten und Neuen Testaments in lebhafter gotischer Malerei für Friedrich von Hohenlohe, den Fürstbischof von Bamberg

  1. Im Auftrag gegeben 1425 von Friedrich von Hohenlohe, dem Fürstbischof von Bamberg

  2. In zwei Teilen entstanden: der erste in Nordhessen, der zweite um 1500 in Bamberg

  3. Bezugnehmende Szenen aus dem Alten und Neuen Testamenten wurden in lebhafter gotischer Malerei ausgeführt

Biblia Pauperum

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Biblia Pauperum

Bei der Biblia Pauperum handelt es sich um einen Codex, der im 15. Jahrhundert in Deutschland entstanden ist. Sie enthält die sogenannte Armenbibel, eine vereinfachte Version der Bible moralisée-Tradition, die Ereignisse und Figuren aus dem Alten und Neuen Testament nebeneinanderstellt und für die Unterweisung der Laien gedacht war. Das Werk wurde von Friedrich von Hohenlohe, dem Fürstbischof von Bamberg, in Auftrag gegeben und gehört zu den prächtig ausgestatteten Exemplaren einer Biblia Pauperum. Sie enthält 42 leicht verständliche und künstlerisch ansprechende Bilder, bestehend aus 38 halbseitigen und 4 ganzseitigen Miniaturen. Die Miniaturen zeigen liebevoll ausgewählte Szenen aus der Bibel, versehen mit den entsprechenden Textstellen. Die biblischen Ereignisse sind im Spätmittelalter angesiedelt, die Figuren tragen zeitgenössische Gewänder, darunter auch deutsche Fußsoldaten des 15. Jahrhunderts.

Die Biblia Pauperum

Im Besitz der vatikanischen Bibliothek befindet sich eine sogenannte „Biblia Pauperum“, die in 42 anschaulichen Illustrationen Ereignisse des Neuen und Alten Testaments darstellt. Dieser Codex wurde im 15. Jahrhundert von Friedrich von Hohenlohe, dem Fürstbischof zu Bamberg, in Auftrag gegeben. Die Armenbibel besteht aus zwei Teilen, von denen der erste Teil im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts in Nordhessen angefertigt wurde. Der zweite Teil der Bibel entstand zwischen 1349 und 1400 in Bamberg. Die insgesamt 66 Seiten der Handschrift zeigen wichtige Szenen der Bibel in feinster gotischer Buchkunst.

Was ist eine Armenbibel?

Eine mittelalterliche Armenbibel, auf lateinisch „biblia pauperum“, ist eine Sammlung ausgewählter Szenen aus dem Neuen und Alten Testament. Üblicherweise zeigt eine Armenbibel auf jeder Seite eine bildliche Darstellung eines neutestamentlichen Ereignisses aus dem Leben Jesu Christi. Diese Szene wird umrahmt von meist vier Abbildungen, die Personen oder Ereignisse des Alten Testaments zeigen. Die alttestamentlichen Szenen sind um die zentrale neutestamentliche Darstellung angeordnet und werden so in Bezug zueinander gesetzt. Die Bibelgeschichten werden in einem zielgerichteten, heilsgeschichtlichen Zusammenhang dargestellt. Armenbibeln waren günstiger als vollständige Bibelcodices, daher stammt auch die Bezeichnung.

Ein ansprechend einfacher Stil

Die Bamberger Armenbibel entstand zu dem Zweck, die Gemeinde durch anschauliche Bilder mit der Bibel vertraut zu machen. Der größte Teil der Bevölkerung konnte im Mittelalter weder lesen noch schreiben. Der Buchmaler, der das Werk illuminierte, gestaltete seine Miniaturen leicht verständlich und ansprechend. Er wählte leuchtende Farben für seine Figuren und positionierte die Bilder des Alten und Neuen Testaments so, dass die zusammenhängenden Geschichten gut nachzuvollziehen waren. Unterstützt werden die Miniaturen durch erklärende Textpassagen, die mit farbigen Initialen verziert wurden.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Armenbibel
Bible of the Poor
Biblia picta
Umfang / Format
Teil 1: 46 Seiten; Teil 2: 20 Seiten / 36,2 × 27,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
Teil 1: Zweites Viertel des 15. Jahrhunderts; Teil 2: 1349 und ca. 1400
Stil
Schrift
Gotische Textualis
Buchschmuck
4 ganz- und 38 halbseitige Miniaturen illustrieren den gesamten Text
Inhalt
Reich bebilderte Armenbibel

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Biblia Pauperum – Pal. lat. 871 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt) Faksimile
Belser Verlag – Zürich, 1982
Detailbild

Biblia Pauperum

Das Jüngste Gericht

Dieses muntere Aquarell zeigt deutlich das Ende der Apokalypse, wie nämlich die auferstandenen Toten gerichtet werden: „Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel und es gab keinen Platz mehr für sie. Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war.“ (Apk 20, 11-12)

Biblia pauperum
Einzelseite

Biblia Pauperum

Christus in der Weinkelter

Die Biblia Pauperum als Bibeln der einfachen Leute mussten ein Gleichgewicht zwischen Kunstfertigkeit einerseits und Verständlichkeit für Analphabeten andererseits finden. Genau dadurch waren sie aber wertvolle Lehrmittel für die religiöse Unterweisung im Mittelalter. Dieses feine gotische Manuskript zeichnet sich durch klare Bilder und leuchtende, ausdrucksstarke Farben aus. Anstelle einer typischen Miniatur, die eine Szene aus dem Neuen Testament mit einer aus dem Alten Testament verbindet, ist dies eine wunderbare Darstellung nur einer beliebten Metapher.

Der heilige Gregor der Große (540–604) schrieb: „Er hat die Weinpresse allein betreten, in die er selbst gedrückt wurde, denn mit seiner eigenen Kraft überwand er geduldig das Leiden.“ Der Wein ist sein Blut, das in der Miniatur aus der Wunde in der Brust Jesu herausfließt – ein Hinweis auf den Speer, der ihn am Kreuz durchbohrt hat. Mit seinem Blut füllt er den Kelch, der wiederum in die Presse gegossen wird.

Biblia pauperum
Faksimile-Editionen

#1 Biblia pauperum

Belser Verlag – Zürich, 1982

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Belser Verlag – Zürich, 1982
Kommentar: 1 Band (106 Seiten) von Karl-August Wirth
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Der Umfang, das Format, die Farbigkeit oder der Einband entsprechen möglicherweise nicht (vollumfänglich) dem Original. Nur Teil 1 als Farbfaksimile reproduziert.
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