Codex Fejérváry-Mayer

Codex Fejérváry-Mayer Faksimile

Veracruz (Mexico)

Ein präkolumbisches Meisterwerk mit einzigartigem Malstil: Das wertvolle Zeugnis einer verlorenen Welt, heute Teil der berühmten Borgia-Gruppe von Azteken-Handschriften

  1. Mit präzisem graphischen Malstil eine Besonderheit in der Codex-Borgia-Gruppe

  2. Die Besitzgeschichte des Manuskripts ist geheimnisumwittert, erst das 19. Jahrhundert ist gut dokumentiert

  3. Bietet einen beeindruckenden Einblick in eine verlorene Welt

Codex Fejérváry-Mayer

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
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Beschreibung
Codex Fejérváry-Mayer

„Feinheit und die Sorgfalt in der Ausführung der Zeichnung und der Farbengebung“ rühmt Prof. Eduard Seler, ein Altmexikanist aus Berlin, im Jahr 1901 an diesem besonderen Codex der Borgia-Gruppe. Seler selbst war es, der diese Gruppe der wenigen erhaltenen vorspanischen Dokumente aus Mexiko identifiziert hatte. Der Codex Fejérváry Mayer ist auf einer Art Pergament gefertigt, das allerdings aus Hirschhaut hergestellt wurde. Es handelt sich um einen Streifen mit einer Gesamtlänge von 385 cm, der ziehharmonikaartig in 22 quadratische Kacheln unterteilt ist. Die eine Seite stellt die Nachtseite dar, da auf ihr die Hüter der Nacht zu sehen sind, wie etwa der Gott des Totenreiches Mictlan Tecutli. Die Besitzgeschichte des Manuskripts ist liegt stellenweise ebenfalls im Dunkeln: Erst im 19. Jahrhundert sind der englische Antiquar Joseph Mayer und der ungarische Sammler und Gelehrte Gabriel Fejérváry als namensgebende Besitzer identifiziert.

Der Codex Fejérváry-Mayer ist ein Faltbuch aus weichem Hirschleder, dessen 23 Blätter, deren Stuckgrundierung dem Buchmaler als Unterlage diente, voll genutzt worden und exzellent erhalten geblieben sind. Aus seiner Geschichte ist nur der Weg von Ungarn nach England im 19. Jh. bekannt. In seinem quadratischen Format ähnelt der Codex Fejérváry-Mayer weitgehend den Codices Laud und Cospi; der Zusammenhang unter den genannten drei Bilderhandschriften wird noch verstärkt durch das gemeinsame Vorkommen des Zählbalkens für die „Fünf“. Insoweit hebt sich eine Untergruppe innerhalb der sog. Codex-Borgia-Gruppe ab.

Die Ästhetik altmexikanischer Bilderhandschriften öffnet sich dem modernen Betrachter erst bei ausreichendem Reproduktionsniveau. Präzision der Linienführung und farbliche Brillanz demonstrieren dort einen graphischen Stil von hoher Strenge, der allenfalls noch im Codex Laud Vergleichbares geschaffen hat.

Der Codex Fejérváry-Mayer ist ein Faltbuch aus weichem Hirschleder, dessen 23 Blätter, deren Stuckgrundierung dem Buchmaler als Unterlage diente, voll genutzt worden und exzellent erhalten geblieben sind. Aus seiner Geschichte ist nur der Weg von Ungarn nach England im 19. Jh. bekannt. In seinem quadratischen Format ähnelt der Codex Fejérváry-Mayer weitgehend den Codices Laud und Cospi; der Zusammenhang unter den genannten drei Bilderhandschriften wird noch verstärkt durch das gemeinsame Vorkommen des Zählbalkens für die "Fünf". Insoweit hebt sich eine Untergruppe innerhalb der sog. Codex-Borgia-Gruppe ab.

Kodikologie

Umfang / Format
46 Seiten / 17,5 × 17,5 cm
Herkunft
Mexiko
Epoche
Buchschmuck
44 ganzseitige Miniaturen
Inhalt
Heiliger Aztekenkalender
Vorbesitzer
Gabriel Fejérváry (1780–1851)
Joseph Mayer (1803–1886)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Fejérváry-Mayer – Museum of the City (Liverpool, Großbritannien) Faksimile
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1971
Detailbild

Codex Fejérváry-Mayer

Huītzilōpōchtli

Huītzilōpōchtli, wegen seiner Hautfarbe auch als Blauer Tezcatlipoca bekannt, ist eine Gottheit des Steins, des Krieges, der Sonne und der Menschenopfer und der Schutzpatron der Stadt Tenochtitlan, der Heimat der Mexikaner, der Herrscher des Aztekenreiches. Sie opferten ihm Gefangene und Sklaven, damit er sie mit seiner Waffe, der Feuerschlange, vor der unendlichen Nacht beschützt. Sein Name leitet sich von dem Wort für "Kolibri" ab; Krieger und Frauen, die bei der Geburt starben, wurden nach dem Tod in Kolibris verwandelt und gingen zu ihm.

Codex Fejérváry-Mayer
Einzelseite

Codex Fejérváry-Mayer

Die fünf Regionen der Welt und ihre Gottheiten

Die erste Seite dieses aztekischen Kalendermanuskripts ist Xiuhtecuhtli gewidmet, dem Gott des Feuers, des Tages, der Hitze und der Vulkane, dessen Name mit "Herr des Türkisen" oder "Herr des Feuers" übersetzt werden kann. Er galt dabei als der Vater der Götter und wohnte nämlich im türkisfarbenen Gehäuse im Zentrum der Erde.

Die vier Himmelsrichtungen dieser spirituellen Karte werden durch Bäume dargestellt, die von den "Trägern der Jahre" flankiert werden: Der Osten wird oben durch einen Rasierpinselbaum dargestellt, der für Brennholz, Kunsthandwerk und zur Herstellung eines stark berauschenden Getränks verwendet wird; ein Kakaobaum steht für den Süden; ein Kapokbaum für den Norden, dessen Rinde als Diuretikum, Aphrodisiakum und zur Behandlung von Kopfschmerzen verwendet werden kann; der so genannte "Kolibri-Baum" repräsentiert den Westen am unteren Rand.

Codex Fejérváry-Mayer
Faksimile-Editionen

#1 Codex Fejérváry-Mayer

Codex Fejérváry-Mayer – Museum of the City (Liverpool, Großbritannien) Faksimile
Codex Fejérváry-Mayer – Museum of the City (Liverpool, Großbritannien) Faksimile Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Faltbuch in Halbleder-Kassette mit Kommentar
Kommentar: 1 Band (48 Seiten) von Cottie A. Burlund
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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