Codex Magliabechiano

Codex Magliabechiano – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Ms. Magl. Cl. XIII.3 – Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze (Florenz, Italien)

Mexiko — Mitte des 16. Jahrhunderts

Ein unschätzbar wertvolles Zeugnis einer verlorenen Kultur, versehen mit einem frühen spanischen Kommentar: Die zeremonielle Kleidung und Rituale der indigenen Bevölkerung Mexikos

  1. Eine wichtige Quelle für die zeremonielle Kleidung und Rituale der indigenen Bevölkerung Mexikos

  2. Mit genauen Darstellungen der Muster der Zeremoniekleidung, der alkoholischen Getränke, der Berge, des Regens und der Götter der Toten

  3. Ein ausführlicher spanischer Kommentar macht dieses Dokument aus der Mitte des 16. Jahrhunderts noch wertvoller

Codex Magliabechiano

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  1. Beschreibung
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  3. Einzelseite
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Beschreibung
Codex Magliabechiano

Dieser aus der Bibliothek des Antonio de Marco Magliabechi (1633–1714) stammende Codex gehört in die Reihe der postkolumbischen mexikanischen Bilderhandschriften aus der Zeit um die Mitte des 16. Jh.s. Auf europäisches Papier gemalt, erscheinen Wiedergaben kalendarisch-religiösen Wissensgutes in der charakteristischen gebrochenen Stilform der frühen Kolonialzeit. Der große Wert des Manuskriptes liegt in den ausführlichen spanischen Erläuterungen. Auf die Darstellung der Muster von bei Zeremonien getragenen Mänteln folgt die Angabe der 20 Tageszeichen und eines Kalenderzyklus von 52 Jahren. Daran schließt die Reihe der Monatsfeste. Besonders ausführlich werden Pulque-, Toten-, Berg- und Regengötter geschildert; ebenso erscheinen die Rituale bei Totenfesten und Krankenheilungen. Erwähnung verdient schließlich die Darstellung der vier Gottheiten, deren Trachtstücke im Jahr 1519 einen Teil des mexikanischen Gastgeschenkes für Cortés bildeten.

Dieser aus der Bibliothek des Antonio de Marco Magliabechi (1633–1714) stammende Codex gehört in die Reihe der postkolumbischen mexikanischen Bilderhandschriften aus der Zeit um die Mitte des 16. Jh.s. Auf europäisches Papier gemalt, erscheinen Wiedergaben kalendarisch-religiösen Wissensgutes in der charakteristischen gebrochenen Stilform der frühen Kolonialzeit. Der große Wert des Manuskriptes liegt in den ausführlichen spanischen Erläuterungen.

Auf die Darstellung der Muster von bei Zeremonien getragenen Mänteln folgt die Angabe der 20 Tageszeichen und eines Kalenderzyklus von 52 Jahren. Daran schließt die Reihe der Monatsfeste. Besonders ausführlich werden Pulque-, Toten-, Berg- und Regengötter geschildert; ebenso erscheinen die Rituale bei Totenfesten und Krankenheilungen. Erwähnung verdient schließlich die Darstellung der vier Gottheiten, deren Trachtstücke im Jahr 1519 einen Teil des mexikanischen Gastgeschenkes für Cortés bildeten.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codice Magliabechiano
Manuscript Magliabechiano
Magliabecchi
Book of the Life of the Ancient Mexicans Containing an Account of Their Rites and Superstitions
Umfang / Format
186 Seiten / 21,5 × 15,5 cm
Herkunft
Mexiko
Datum
Mitte des 16. Jahrhunderts
Sprache
Schrift
Kursive Gotische Textualis Rotunda
Buchschmuck
99 Miniaturen
Inhalt
Zeremonielle Kleidung und Rituale der indigenen Bevölkerung Mexikos
Vorbesitzer
Antonio de Marco Magliabechi (1633–1714)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Magliabechiano – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Ms. Magl. Cl. XIII.3 – Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze (Florenz, Italien)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1970
Detailbild

Codex Magliabechiano

Aztekische Priester, die Mictlāntēcutli beschwichtigen

In der aztekischen Religion ist Mictlāntēcutli der Gott der Toten und König von Mictlan, dem untersten und nördlichsten Teil der Unterwelt. Die beiden aztekischen Priester üben eine Form des Selbstopfers aus, bei der sie ihre Zungen und Ohrläppchen mit großen Messern durchstechen, um Mictlāntēcutli zu besänftigen. Auch ihre Arme und Beine scheinen an mehreren Stellen durchbohrt worden zu sein. Die Verehrung dieses furchterregenden Gottes, der einer der wichtigsten Gottheiten der Azteken war, erforderte manchmal auch ritualisierte kannibalische Handlungen, bei denen Menschenfleisch im und um den Tempel verzehrt wurde. Daher ist es möglich, dass ein Teil des Blutes, das die beiden Priester bedeckt, nicht ihr eigenes darstellen soll.

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Einzelseite

Codex Magliabechiano

Tzitzimitl

Einer der am meisten gefürchteten mythischen Dämonen der Azteken ist der Tzitzimitl (Pl.: Tzitzimime) der Tod und Zerstörung über die Menschheit bringt und sich an allen seinen Feinden rächt. Diese im Allgemeinen als weibliche Wesen angesehenen Skelettfiguren wurden aber andererseits auch mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht und von Hebammen und werdenden Müttern verehrt. Es gibt zudem erstaunliche Parallelen zwischen den Tzitzimime und den gefallenen Engeln der jüdisch-christlichen Tradition.

Die Göttin Itzpapalotl ist die Anführerin der Tzitzimime und Herrscherin von Tamoanchan, einem Himmelreich, in dem die Menschen erschaffen wurden, die der Legende nach wegen ihrer Sünden aus diesem Paradies vertrieben wurden. Auch die Tzitzimime wurden verbannt und lebten nach der Vorstellung der Azteken seit jeher in der Dunkelheit des Firmaments, wo die Sternendämonen wie Spinnen auf eine Sonnenfinsternis lauern, bei der sie auf die Erde herabsteigen und von den Menschen Besitz ergreifen können. Auch in der aztekischen Vorstellung von der Apokalypse spielen sie eine Rolle.

Codex Magliabechiano
Faksimile-Editionen

#1 Codex Magliabechiano

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Faltbuch in Halbleder-Kassette mit Kommentar
Kommentar: 1 Band (78 Seiten) von Ferdinand Anders
Sprachen: Englisch, Deutsch, Spanisch

Einleitung (in Deutsch), Zusammenfassungen (in Englisch und Spanisch)
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€ (unter 1.000€)
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