Codex Cospi

Codex Cospi Faksimile

Mexiko — 1200–1250

Geheimnisvolle Feste und uralte Rituale, übernommen in den neuen Glauben: Ein präkolumbischer Kalender so schön wie die kunstvolle Keramiken der Mixteken und ein rarer Einblick in die Christianisierung des Alten Mexikos

  1. Ein präkolumbischer Kalender, verbunden durch eine Reihe von Bildern und ausführlichen Beschreibungen von Ritualen

  2. Die Rituale wurden darin an die Zeiten der christlichen Feiertage angepasst

  3. Die Abbildungen erinnern an die kunstvollen Keramiken aus Cholula, Tlaxcala und Nochistlan in der Mixteca Alta

Codex Cospi

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Codex Cospi

20 ist die höchste Zahl, die der Mensch mit Hilfe seines Körpers noch abzählen kann – dann nämlich, wenn er alle seine Finger und Zehen zum Zählen verwendet. Deshalb baut der aztekische Kalender „Tonalamatl“ auf der Zahl 20 auf und kommt so auf ein rituelles Jahr von 260 Tagen. Zu sehen sind in den Abbildungen des Codex Cospi Rituale wie die Opferung von Menschen, denen das Herz herausgerissen wird, und die von Hunden. Es geht oft um mantische Rituale, mit denen ein Blick in die ungewisse Zukunft geworfen werden soll. Eine fremde Welt also, die den Betrachter aber gerade darum auf sich neugierig machen kann, wenn er in den farbenfrohen Bildern voller Symbolik blättert. Stilistisch erinnern die Abbildungen an die kunstvollen Keramiken der Cholula Tlaxcala und der Nochistlan in der Mixteca Alta. Gemeinsam mit dem Codex Borgia gehört der Codex Cospi in die Borgia-Gruppe der Dokumente aus dem alten Mexiko.

Codex Cospi

Der Codex Cospi ist eine brillante Bilderhandschrift und gehört als eine von fünf Handschriften zur Gruppe des Codex Borgia. Die Handschrift ist gut erhalten, auf Rohleder gemalt und von zwei Deckeln aus dem 17. Jahrhundert geschützt, die vermutlich frühere Holzdeckel ersetzt haben. Der künstlerische Stil des Codex Cospi steht nicht nur in Beziehung zu den bemalten Keramiken aus Nochixtlan in der Mixteca Alta, sondern auch zum Stil von Cholula Tlaxcala. Die Einschätzung des Stils wird durch ein archäologisches Problem erschwert, das durch Ausgrabungen bisher nur teilweise gelöst werden konnte.
Der vordere Teil des Codex Cospi besteht aus drei Teilen, in denen tabellarische Kalenderanordnungen durch Bildsequenzen verbunden sind. Die ursprünglich leeren Seiten des hinteren Teils wurden später von Hand beschrieben. Solche Rituale sind durch verschiedene Aspekte bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Die Auswahl der Tage für die Rituale erfolgt nicht mehr nach dem alten Kalender, sondern nach den verschiedenen christlichen Heiligengedenktagen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Bologna
Umfang / Format
20 Seiten / 17,80 x 17,85 cm
Herkunft
Mexiko
Datum
1200–1250
Epoche
Buchschmuck
20 beidseitig bemalte Blätter, 24 ganzseitige Miniaturen insgesamt
Vorbesitzer
Papst Clemens VII. (1478-1534)
Graf Valerio Zani
Marchese Ferdinando Cospi (1606-86)
Cospi-Museum
Istituto delle Scienze

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Cospi – Biblioteca Universitaria di Bologna (Bologna, Italien) Faksimile
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1968
Detailbild

Codex Cospi

Tlāhuizcalpantecuhtli

Die "pfeilwerfende" Gottheit, die für die Venus als Morgenstern steht, ist Tlāhuizcalpantecuhtli, ein Hauptmitglied des aztekischen Götterpantheons, einer der dreizehn Herren des Tages und einer der vier Götter, die den Himmel wach halten. Er wird mit der Himmelsrichtung des Ostens in Verbindung gebracht. Es wird angenommen, dass er den Menschen Schaden zufügt, indem er Pfeile verschießt, und seine Opfer variieren je nach aztekischem Kalender. Tlāhuizcalpantecuhtli soll sogar Dürre verursachen, indem er den Regen erschießt

Codex Cospi
Einzelseite

Codex Cospi

Tōnatiuh und Itztlacoliuhqui

In der oberen Bildhälfte hält Tonatiuh mit seiner bogenförmigen Gesichtsbemalung in der einen Hand einen Weihrauchlöffel, aus dem duftender Rauch mit Juwelen aufsteigt; in der anderen Hand hält er einen Weihrauchbeutel. Der Tempel wird von einem blühenden Baum überragt, vor dem ein Gefäß mit Blumen steht. In seinem blauen Inneren singt ein schöner Vogel ein Lied von Edelsteinen und Blumen.

Itztlacoliuhqui, eine Form von Tezcatlipoca mit Gesichtsbemalung, aber ohne den abgerissenen Fuß, wird unten als Mondgott dargestellt. Er steht auf einem Feld aus spitzen Steinen und hält in der einen Hand einen Weihrauchlöffel mit einem Brandopfer und in der anderen Hand sticht er sich mit einem Dolch aus einem Knochen ins Ohr. Im grünen Inneren des strohgedeckten Tempels ruft eine Eule mit einer nachtleuchtenden Wolke unheilvoll "Stein und Holz", während vor ihr ein Feuergefäß brennt..

Codex Cospi
Faksimile-Editionen

#1 Codex Cospi

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Leporello-Faltung. Zusammen mit Kommentar in Halbleder-Kassette.
Kommentar: 1 Band (32 Seiten) von Karl Anton Nowotny
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€ (unter 1.000€)
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