Codex Squarcialupi

Codex Squarcialupi Faksimile

Kloster von Santa Maria degli Angeli, Florenz (Italien) — 1410–1420

Die weltliche Musik des Florentiner Trecento, gesammelt in einem prächtigen Manuskript: 352 Werke von 14 berühmten italienischen Komponisten, präsentiert in goldgeschmückten Renaissance-Porträts

  1. Dieser prächtige Codex ist ein unvergleichliches Kompendium weltlicher Musik des Florentiner Trecento

  2. Die Musikhandschrift enthält insgesamt 352 Werke von vierzehn berühmten Komponisten

  3. Das Werk mit seinen goldenen Komponistenportraits ist der Inbegriff der Renaissancemalerei

Codex Squarcialupi

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Codex Squarcialupi

Der Codex Squarcialupi präsentiert sich als italienische Prachthandschrift des frühen 15. Jahrhunderts im überbordenden Gewand der Renaissance. Und diese Pracht ist angemessen, handelt es sich bei dem Codex doch um ein unvergleichliches Kompendium der weltlichen Musik des Trecento in Florenz, das im Kloster von Santa Maria degli Angeli geschaffen wurde. Er enthält über 350 Werke der bedeutendsten italienischen Komponisten des 14. Jahrhunderts, deren Porträts in kunstvollen historisierten Initialen erscheinen. Ihren Namen erhielt die Handschrift jedoch durch den Organisten und Komponisten Antonio Squarcialupi, der sie im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts sein Eigen nennen durfte. Danach gelangte der prächtige Codex über Raffaele Bonamici und Giuliano di Lorenzo de’ Medici bereits um 1512/1513 in die Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz, wo sie noch heute verwahrt wird.

Codex Squarcialupi

Antonio Squarcialupi verlieh diesem beeindruckenden Codex seinen Namen. Squarcialupi (1416–1480) war ein bedeutender florentinischer Organist und Komponist des 15. Jahrhunderts, der unter anderem im Dienste der Medici stand. Die beeindruckende Handschrift, die sich in seinem Besitz befand, ist so auch mit den Medici verbunden und wird heute in der Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz aufbewahrt.

Ein Querschnitt durch die weltliche Musik des Trecento

Der Squarcialupi-Codex entstand in den Jahren 1410–1420 und ist eine Prachthandschrift aus dem Kloster von Santa Maria degli Angeli in Florenz. Auf seinen 432 Seiten versammelt der Codex eine unglaubliche Fülle an weltlicher Musik des Trecento: insgesamt 352 Werke von vierzehn berühmten Komponisten. Neben dem großen Francesco Landini sind dies unter anderem Bartolino da Padova, Niccolò da Perugia, Andrea da Firenze, Jacopo da Bologna, Lorenzo da Firenze, Gherardello da Firenze, Donato da Cascia, Giovanni da Cascia und Vincenzo da Rimini.

Die Handschrift als Kunstwerk

Und auch das äußere des Codex beeindruckt: der Bildschmuck präsentiert das Werk als Inbegriff der Renaissance: überbordende Zierrahmen umfassen die Lieder, bestehend aus buntem, floralem Ornament und mit Gold akzentuiert. Musikinstrumente und andere symbolische Gegenstände, aber auch menschliche, tierische und phantastische Figuren beleben die Girlanden und stellen so den Bezug der Dekoration zum Inhalt der Lieder her. Große Initialen mit Porträt-Darstellungen der Komponisten leiten die einzelnen Kapitel ein, und jeweils feine, äußerst kunstvolle Initialen stehen dann den einzelnen Kompositionen voran.
Der Squarcialupi-Codex ist rundherum ein Gesamtkunstwerk: eine unglaubliche Anthologie der Musik des 14. Jahrhunderts und zugleich ein wahres Schmuckstück einer italienischen Renaissance-Handschrift!

Kodikologie

Alternativ-Titel
Squarcialupi Codex
Codice Squarcialupi
Umfang / Format
432 Seiten / 41,0 × 28,5 cm
Herkunft
Italien
Datum
1410–1420
Genre
Sprache
Buchschmuck
Üppiger Goldschmuck in großen historisierten Initialen mit Komponistenporträts und detailreichen Bordüren, zahllose Fleuronnée-Initialen in Blau und Rot
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Antonio Squarcialupi
Familie Medici
Bibliotheca Palatina in Florenz

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Squarcialupi – Ms. Mediceo Palatino 87 – Biblioteca Medicea Laurenziana (Florenz, Italien) Faksimile
Giunti Editore – Florenz, 1992
Limitierung: 998 Exemplare
Detailbild

Codex Squarcialupi

Portrait des Donato da Cascia

Siebzehn Kompositionen dieses Manuskripts werden Donato da Cascia zugeschrieben und nehmen einen hohen Rang unter den Arbeiten der italienischen Ars Nova ein. Diese spätmittelalterliche musikalische Strömung trug stark zur Verbreitung weltlicher, polyphoner Musik bei. Trotzdem ist über Donato da Cascia kaum etwas bekannt – außer dass er zwischen 1350 und 1370 in der Toskana tätig war. Diese wunderbare, historisierte Initiale auf poliertem Goldgrund zeigt ihn als Benediktinermönch.

Codice Squarcialupi
Einzelseite

Codex Squarcialupi

Portrait von Francesco Landini

Dieses Manuskript präsentiert die Musik der italienischen Renaissance und ehrt ihre Komponisten, darunter Francesco Landini, einen italienischen Sänger, Organisten, Dichter und Instrumentenbauer. Sein Portrait steht wie das der anderen Musiker neben einer seiner Kompositionen, die mit rot-blauen Initialen verziert ist und deren Marginalien aus Engeln und Musikinstrumenten bestehen.

Die wunderbare historisierte Initiale besteht aus einem wunderschönen Blattgoldrahmen mit roten und blauen Ranken. Darin spielt Landini selbst eine Portativorgel, eine kleine Pfeifenorgel aus zwei Pfeifenreihen, die am Musiker festgeschnallt ist und von einem kleinen Blasebalg und einer Tastatur bedient wird. Solche Instrumente wurden üblicherweise zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert zur Aufführung weltlicher Musik verwendet.

Codice Squarcialupi
Faksimile-Editionen

#1 Codice Squarcialupi

Giunti Editore – Florenz, 1992

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Giunti Editore – Florenz, 1992
Limitierung: 998 Exemplare
Einband: Brauner Einband in Halbleder-Luxus-Kassette
Kommentar: 1 Band (287 Seiten) von Alberto F. Gallo, John Nádas, Kurt von Fischer, Luciano Bellosi, Margherita Ferro Luraghi, Nino Pirrotta, Giuseppe Tavani, Giulio Cattin und Agostino Ziino
Sprachen: Englisch, Italienisch
Faksimile: 1 Band 8-farbige Reproduktion + Goldreproduktion Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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