An ein weibliches Publikum gerichtet: Religiöse und weltliche Texte in Guy Marchants beliebten "Hirtenkalender"

Compost et Kalendrier des Bergères

Compost et Kalendrier des Bergères

Compost et Kalendrier des Bergères

  1. Guy Marchant (aktiv 1483–1505/06) war ein produktiver Pariser Verleger, der für über 200 gedruckte Werke verantwortlich ist

  2. Seine begehrten Drucke gelten als einige der am besten illuminierten Exemplare des frühen Buchdrucks

  3. Dieses viel gekaufte Kompendium richtet sich an ein weibliches Publikum und enthält Inhalte sowohl aus religiösen als auch aus weltlichen Texten

Compost et Kalendrier des Bergères

Compost et Kalendrier des Bergères – M-10 – Biblioteca de la Facultad de Medicina de la Universidad Complutense de Madrid (Madrid, Spanien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Guy Marchant (tätig 1483-1505/06) war ein produktiver Pariser Verleger, der für einige der schönsten Codices aus den Anfängen des Buchdrucks verantwortlich ist, darunter der vorliegende sogenannte Hirtinnenkalender. Er richtet sich an ein weibliches Publikum, ist eine Variante des beliebten Hirtenkalenders und stellt ein Kompendium verschiedener Texte, Tabellen und illustrierender Holzschnitte dar. Insgesamt 70 gedruckte Abbildungen zieren die Handschrift. Das vorliegende Exemplar ist das einzige in Spanien, eines von sechs noch existierenden und einer von nur drei Codices, die noch intakt sind.

Compost et Kalendrier des Bergères

Diese französische Inkunabel, ein vor dem Jahr 1501 gedrucktes Buch, wurde am 17. August 1499 in der Pariser Werkstatt von Guy Marchant (tätig 1483-1505/06) veröffentlicht. Dieser produktive französische Drucker war für die Herstellung von etwa 190 Ausgaben von Inkunabeln verantwortlich, und ein weiteres Dutzend Ausgaben wurde im 16. Jahrhundert gedruckt. Seine Drucke gelten als einige der besten illustrierten Werke des Jahrhunderts, und seine Version des Hirtenkalenders zählt zu seinen begehrtesten Schöpfungen. Die Ausgabe von Marchant könnte auch genauer als Hirtinnenkalender bezeichnet werden, da er sich an ein weibliches Publikum richtete, dabei jedoch nur geringfügige inhaltliche Änderungen aufwies. Das vorliegende Exemplar ist das einzige in Spanien, eines von sechs erhaltenen Exemplaren und einer von nur drei Codizes, die unversehrt sind. Erstmals 1491 vorgestellt, wuchs der Text von drei auf fünf Abschnitte und sein Inhalt war eine Kombination aus Wissenschaft, Aberglauben und moralisch erbaulichem Inhalt.

Der Hirtenkalender

Der Inhalt des Buches ist eine Kombination von Elementen aus mittelalterlichen Kompendien wie Stundenbüchern, der Ars Moriendi (ein Text, der einem beibringt, wie man gut sterben kann), und dem sogenannten Todestanz (eine künstlerische Allegorie für die Universalität des Todes). Abschnitte des Codex enthalten einen Kalender mit Heiligentagen, Tafeln mit goldenen Zahlen und beweglichen Festtagen, Astrologie, Ratschläge zum Aderlass, eine Auslegung der Zehn Gebote, den Baum der Sünde, Lazarus' Bericht über die Qualen im Fegefeuer, den Tod auf einem fahlen Pferd aus der Offenbarung des Johannes, Balladen und vieles, vieles Weitere mehr. Poesie und illustrative Holzschnitte sind im Werk vorherrschend, wobei Text in Versform seltener vorkommt. Der Kalender bestand nicht aus einem einzigen Holzschnitt, sondern hatte für jeden Monat einen eigenen Stich. Insgesamt 70 Druckgrafiken schmücken den französischen Text, der in eleganter gotischer Schrift gedruckt ist, und entführen den Leser in eine faszinierende Welt, in der Literatur, Wissenschaft und Moral zusammenfließen.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Compost et Kalendrier des Bergères“

Compost et Kalendrier des Bergères
Compost et Kalendrier des Bergères – M-10 – Biblioteca de la Facultad de Medicina de la Universidad Complutense de Madrid (Madrid, Spanien)
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Compost et Kalendrier des Bergères

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Vicent Garcia Editores – Valencia, 1999
Limitierung
3160 Exemplare
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Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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