Farnese-Lektionar

Farnese-Lektionar – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. MA 91 (Towneley Lectionary) – Public Library (New York, USA)

Rom (Italien) — 1550–1560

Die Bibel in monumentalen Bildern im Auftrag Kardinals Alessandro Farnese: Das prächtige Lektionar geschaffen von Giulio Clovio zum Gebrauch in der Sixtinischen Kapelle

  1. Kardinal Alessandro Farnese (1520–89) gab dieses prächtiges Lektionar für die Zeremonien in der Sixtinischen Kapelle in Auftrag

  2. Das prunkvolle Werk wurde von Giulio Clovio (1498–1578) geschaffen, dem talentiertesten Miniaturisten der italienischen Renaissance

  3. Monumentale biblische Szenen sind umgeben von leuchtenden goldenen Rahmen mit Putti, Masken und Blumen

Farnese-Lektionar

Ms. MA 91 (Towneley Lectionary) Public Library (New York, USA)
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  1. Beschreibung
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Beschreibung
Farnese-Lektionar

Das Farnese-Lektionar wurde zwischen 1550 und 1560 in Rom für den einflussreichen Kardinal Alessandro Farnese geschaffen und von dem berühmten Buchmaler Giulio Clovio prunkvoll illuminiert. Dieser wurde bereits zu Lebzeiten mit Michelangelo verglichen und gilt als einer der bedeutendsten Buchkünstler der italienischen Spätrenaissance. Dementsprechend kunstvoll gestaltet sich die überbordende Ausstattung des Lektionars, das mit seinen monumentalen Malereien biblischer Szenen eine der prächtigsten liturgischen Handschriften überhaupt ist. Damit war es mehr als würdig, von zahlreichen Päpsten und anderen Kirchenfürsten für die feierlichen Zeremonien in der Sixtinischen Kapelle verwendet zu werden, für die es von Farnese in Auftrag gegeben wurde. Heute wird dieses erstaunliche Meisterwerk der späten Buchmalerei in der Public Library in New York verwahrt.

Das Farnese-Lektionar

Etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in Rom ein außergewöhnlich monumentales, opulent ausgestattetes Manuskript angefertigt. Dabei handelt es sich um das reich geschmückte Lektionar, das von Kardinal Alessandro Farnese in Auftrag gegeben und vom berühmten Buchmeister Giulio Clovio gestaltet wurde. Die liturgische Handschrift befand sich Jahrhunderte lang in der Sixtinischen Kapelle und wurde von Päpsten und anderen Kirchenfürsten im feierlichen Kirchenzeremoniell verwendet. Sie ist mit zahlreichen ganzseitigen, gemäldeartigen Miniaturen und grenzenlos fantasievollen Schmuckelementen auf jeder Seite verziert.

Ein Meilenstein der liturgischen Handschriften

Ein Lektionar ist ein liturgisches Buch, das die biblischen Lesungen im Ablauf des Kirchenjahres zum Vortrag beim Gottesdienst enthält. Dieser Buchtyp existiert seit dem fünften Jahrhundert. Im Mittelalter wurden zahlreiche, schön gestaltete handschriftliche Lektionare hergestellt. Mit dem atemberaubenden Bilderschmuck des Farnese-Lektionars kann sich wohl keines davon messen. Kardinal Farnese gab ein unfassbar prunkvolles Werk in Auftrag, das zur Lesung in der Sixtinischen Kapelle bestimmt war. Berühmtheiten hielten die heilige Messe nach ebendiesem Manuskript, das sich eine Zeit lang im Besitz des englischen Adelsgeschlechtes der Towneley befand. Heute wird die kostbare Originalausgabe des Manuskripts in der Public Library in New York aufbewahrt.

Meisterwerke eines berühmten Künstlers

Die hochwertig illustrierte Handschrift stellt eines der größten Meisterwerke des Buchkünstlers Giulio Clovio dar. Der kroatische Maler Clovio gilt als einer der berühmtesten Illuminatoren der Spätrenaissance und als einer der letzten großen Meister der illuminierten Manuskripte. Seine erstaunlichen, ganzseitigen Miniaturen im Farnese-Lektionar zeigen monumentale biblische Szenen und sind umgeben von leuchtend goldenen, mit Putten, Masken und Blüten belebten Rahmen. Die Bilder erinnern deutlich an die Gemälde der großen Meister der Renaissancemalerei, insbesondere Michelangelo und Raffael. Giorgio Vasari, der wohl weltweit erste und wichtigste Kunsthistoriker, bezeichnete Clovio in seinen „Vite“ als kleinen Michelangelo.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Farnese Lectionary
Towneley Lectionary
Lezionario Farnese
Umfang / Format
64 Seiten / 48,7 × 33,8 cm
Herkunft
Italien
Datum
1550–1560
Sprache
Schrift
Littera antiqua rotunda
Buchschmuck
6 majestätische, ganzseitige Miniaturen, umrandet von meisterlich ausgeführten Schmuckbordüren sowie kleinere, ebenfalls figürlich gerahmte Evangelistenportraits
Auftraggeber
Kardinal Alessandro Farnese (1520–1589)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Familie Towneley

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Farnese-Lektionar – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. MA 91 (Towneley Lectionary) – Public Library (New York, USA)
Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2008
Limitierung: 100 Exemplare

Farnese-Lektionar – Franco Cosimo Panini Editore – Ms. MA 91 (Towneley Lectionary) – Public Library (New York, USA)
Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2008
Limitierung: 450 Exemplare
Detailbild

Farnese-Lektionar

Die Bergpredigt

Die Kapitel 5-7 im Evangelium des Matthäus sind der Bergpredigt gewidmet, der längsten zusammenhängenden Rede Jesu im Neuen Testament, die einige seiner bekanntesten Lehren enthält. Sie ist auch die erste der Fünf Reden bei Matthäus, und Giulio Clovio hat meisterhaft einen Moment des Dialogs eingefangen, in dem Jesus gestikuliert, während er die versammelte Menge belehrt. Viele von ihnen blicken direkt aus der Szene heraus, gerade so als ob sie versuchen würden, unsere Reaktionen auf die Worte Jesu zu erkennen.

Lezionario Farnese (Silbereinband)
Einzelseite

Farnese-Lektionar

Das Jüngste Gericht

Auch wenn sie größtenteils der üblichen Komposition für dieses sehr häufige Thema der christlichen Kunst folgt, zeigt Giulio Clovio sein Talent in dieser meisterhaften und sehr detaillierten Miniatur, die leicht mit einem Tafelgemälde verwechselt werden könnte. Die dichte und farbenprächtige Szene ist in einem kunstvollen goldenen Rahmen mit Putten und nachdenklichen menschlichen Figuren dargestellt.

Christus thront in den Wolken und ist von Engelsscharen umgeben, während die Heiligen und die übrigen Gläubigen ehrfürchtig aufblicken. Am unteren Rand der Seite sind die Verdammten zu sehen, die verzweifelt schreien oder sich im Todeskampf winden. Einige halten ihre Köpfe in den Händen, während andere vergeblich versuchen, sich gegenseitig zu trösten. Sie sind meist nackt, ihres Stolzes und ihrer irdischen Besitztümer beraubt.

Lezionario Farnese (Silbereinband)
Faksimile-Editionen

#1 Lezionario Farnese (Silbereinband)

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2008
Limitierung: 100 Exemplare
Einband: Roter Samt mit Buchspangen, Medaillons und Eckbeschlägen aus massivem Silber. Mit Wappen aus mehrfarbigen Porzellan geschmückt
Kommentar: 1 Band von Jonathan J. G. Alexander, Nicholas Barker, Elena M. Calvillo, Clive Wainwright und Sir Simon Towneley
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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#2 Lezionario Farnese (Vermeileinband)

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2008
Limitierung: 450 Exemplare
Einband: Roter Samt mit Buchspangen, Medaillons und Eckbeschlägen aus Vermeil. Mit Wappen aus mehrfarbigen Porzellan geschmückt
Kommentar: 1 Band von Jonathan J. G. Alexander, Nicholas Barker, Elena M. Calvillo, Clive Wainwright und Sir Simon Towneley
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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