Georg Braun and Franz Hogenberg: Civitates Orbis Terrarum 1572–1617

Städteansichten von Braun und Hogenberg – CM Editores – R/22248-250 + ER/4684-86|BG/32146-32151 – Archivo Histórico Nacional de España (Madrid, Spanien) / Universidad de Salamanca (Salamanca, Spanien)

Köln (Deutschland) — 1572–1617

Heute unschätzbare Quelle von Geschichte und Architektur vor den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs: Das Mammutwerk von Georg Braun und Frans Hogenberg mit 600 wunderschönen, realistischen und detailreichen Stadtansichten aus aller Welt

  1. Georg Braun druckte die lateinische Erstausgabe seines populären Städteatlas zwischen 1572 und 1617 in sechs umfangreichen Bänden

  2. Die über 600 beeindruckenden Stadtansichten und -pläne wurden von Frans Hogenberg, Georg Hoefnagel, Abraham Hogenberg und Simon Neuvelt geschaffen

  3. Sie zeigen nicht nur Gebäude, Straßen und Topografie, sondern sind auch voller Details zur Kleidung und zum Alltagsleben der Bürger*innen

Georg Braun and Franz Hogenberg: Civitates Orbis Terrarum 1572–1617

R/22248-250 + ER/4684-86 — BG/32146-32151 Biblioteca de la Universidad de Salamanca (Salamanca, Spanien)
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Preiskategorie: €€€€€
(über 10.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Georg Braun and Franz Hogenberg: Civitates Orbis Terrarum 1572–1617

Die Civitates Orbis Terrarum sind berühmt für die Hunderten von prächtigen Stadtansichten aus aller Welt, die in den sechs Bänden herausgegeben wurden. Sie sind besonders wertvoll, weil sie die mittelalterlichen Städte Europas vor der Zerstörung durch den Dreißigjährigen Krieg zeigen. Der Kölner Theologe, Geograph und Drucker Georg Braun und der flämische Kupferstecher Frans Hogenberg arbeiteten gemeinsam an dem ehrgeizigen Projekt, das im Laufe der Jahrhunderte nur an Popularität gewonnen hat.
Die meisterhaft gestalteten und reizvoll kolorierten Stiche zeigen nicht nur Gebäude und die sie umgebenden Landschaften, sondern auch Wappen, Genreszenen aus dem Alltag der Bauern und Fischer, lokale Bräuche und Trachten, Boote, Fuhrwerke und vieles mehr. Die von Braun verfassten, lehrreichen und amüsanten Texte begleiten die Bilder und beschreiben die geografische Lage, die historische Entwicklung und die wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen Stadt. Das Buch sollte gebildeten Humanisten die Welt näher bringen.

Georg Braun and Franz Hogenberg: Civitates Orbis Terrarum 1572–1617

Im Jahr 1570 veröffentlichte der niederländische Geograf und Kartograf Abraham Ortelius (1527–1598) sein berühmtes Theatrum Orbis Terrarum – den ersten modernen und kommerziell erfolgreichen Weltatlas. Das Aufsehen erregende Werk übte auf den flämischen Kupferstecher Frans Hogenberg (1535–1590) und den Kölner Theologen, Domherr und Dekan Georg Braun (1541–1622) eine so große Faszination aus, dass sie sich dazu entschieden, das Werk durch eine umfangreiche Sammlung fantastischer Stadtansichten und -pläne zu ergänzen.

Ein Blick auf die große weite Welt

Das Resultat waren die Civitates Orbis Terrarum, die zwischen 1572 und 1617 in sechs Bänden zunächst auf Latein erschienen: Dieses Mammutwerk versammelt auf insgesamt ca. 1.600 Seiten über 600 kolorierte Kupferstiche, die die bekanntesten und bedeutendsten Städte des 16. Jahrhunderts aus europäischer Perspektive zeigen. Der Blick wandert dabei über Europa hinaus nach Afrika, Asien und sogar Amerika. Damit gilt es als älteste umfassende Sammlung realistischer und überregionaler Stadtansichten. In Verbindung mit den umfangreichen Zusatzinformationen, die die kunstvollen Darstellungen vervollständigen, lassen sie noch heute die Entdeckerfreude und die Lust an der großen weiten Welt nachvollziehen.

Eine bedeutende historische Quelle

Seine herausragende historische Bedeutung erhält das Werk jedoch vor allem durch seine systematische Kartierung der Strukturen vieler mittelalterlicher europäischer Städte, die die Stadttopografien zum Zeitpunkt der Entstehung noch dominierten. Sie wurden nur kurz nach der Veröffentlichung des Gesamtwerks im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) größtenteils zerstört oder schwer beschädigt und anschließend im barocken Stil wiederaufgebaut. Damit bieten die Civitates Orbis Terrarum einen raren und wertvollen Einblick in die Stadtgeschichte Europas, der anderweitig oft kaum noch zu rekonstruieren ist.

Kunstvolle Teamarbeit

Das eindrucksvolle Werk bezaubert auf den ersten Blick durch die über 600 oft doppelseitigen Stadtansicht und -karten, die als meisterliche, händisch kolorierte Kupferstiche daherkommen – jeder für sich ein eigenständiges kleines Kunstwerk. Sie wurden in den ersten vier Bänden von Frans Hogenberg selbst geschaffen, wobei der flämische Buchmaler Georg Hoefnagel (1542–1590) regelmäßig beteiligt war. Da Frans jedoch im Jahr der Veröffentlichung des vierten Bandes, 1590, verstarb, setzten sein Sohn Abraham und Simon Neuvelt seine Arbeit in den letzten beiden Bänden fort. Weder die beteiligten Künstler noch Georg Braun griffen dafür auf persönliche Skizzen und Beobachtungen eigener Reisen zurück. Stattdessen versorgte Braun sie mit diversen Vorlagen, an die er durch seine zahlreichen, vielgereisten Kontakte kam.

Momentaufnahmen

Zu einem kompletten Atlas im modernen Sinn wird das Werk durch die Informationen, die jede einzelne Stadtansicht zusätzlich enthält. So werden die Städte in die sie umgebende Landschaft eingebettet und häufig mit Genreszenen oder Staffagefiguren im Vordergrund versehen. Dort werden die Einwohner:innen in ihrem alltäglichen Treiben dargestellt, was Informationen über Trachten, Bräuche und Gewohnheiten mit sich bringt. Wappen und zusätzliche Einzelaufrisse ergänzen den umfassenden Einblick, den die einzelnen Stadtansichten bieten. Mit Texten von Georg Braun, die ausführliche Beschreibungen zur Geografie, Geschichte und Wirtschaft der Städte und Länder beinhalten, werden die Ansichten vervollständigt. Das Ansichtswerk wird so erweitert zu einer wahren Schatzgrube für die vielseitig interessierten und gebildeten Humanisten.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Contrafactur der Vornebster Stät
Civitates Orbis Terrarum
Umfang / Format
6 Bände - 1.300 Seiten / 36,0 × 25,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1572–1617
Stil
Sprache
Buchschmuck
Mehr als 600 kolorierte, meist doppelseitige Stadtansichten und -pläne
Inhalt
Alle 6 Bände der Civitates Orbis Terrarum: Atlas bedeutender Städte Europas, Afrikas, Asiens und Amerikas
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Städteansichten von Braun und Hogenberg – CM Editores – R/22248-250 + ER/4684-86|BG/32146-32151 – Archivo Histórico Nacional de España (Madrid, Spanien) / Universidad de Salamanca (Salamanca, Spanien)
CM Editores – Salamanca, 2015
Limitierung: 375 Exemplare
Detailbild

Georg Braun and Franz Hogenberg: Civitates Orbis Terrarum 1572–1617

Achtzigjähriger Krieg

Die Arbeit an dieser wunderbaren Sammlung von Stadtansichten und Landkarten begann vier Jahre nach dem Ausbruch des niederländischen Unabhängigkeitskrieges, auch bekannt als Achtzigjähriger Krieg (1568-1648). Als solche ist sie ein Zeugnis für den Genius der niederländischen Republik, die 1581 erstmals ihre Unabhängigkeit von Spanien erklärte. Diese Medaillonminiatur zeigt holländische Patrioten, die mit Kanonen und Musketen im Vordergrund befestigte Stellungen angreifen, während vor den Wällen Gruppen von Pikenieren aufeinandertreffen.

Städteansichten von Braun und Hogenberg – CM Editores – R/22248-250 + ER/4684-86|BG/32146-32151 – Archivo Histórico Nacional de España (Madrid, Spanien) / Universidad de Salamanca (Salamanca, Spanien)
Einzelseite

Georg Braun and Franz Hogenberg: Civitates Orbis Terrarum 1572–1617

Stadtansicht von Wien

Die vorliegende doppelseitige Kupferplatte ist nur eine von ganzen 600 wunderschönen und präzisen Stadtansichten, die die beste Quelle für das Erscheinungsbild mittelalterlicher Städte vor den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg darstellen. Sie zeigt die Stadt Wien, eines der wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Zentren des spätmittelalterlichen Europas.

Diese realistische Darstellung verfügt über einen enormen Detailreichtum. Sie bildet die österreichische Stadt als Ganze präzise ab, wobei den wichtigsten Gebäuden und Orientierungspunkten besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird: 85 von ihnen werden in der Legende unten aufgeführt. Beachtung finden auch die erneuerten Befestigungsanlagen aus der Renaissance sowie der Handelsverkehr mit Schiffen auf der Donau im Vordergrund.

Städteansichten von Braun und Hogenberg – CM Editores – R/22248-250 + ER/4684-86|BG/32146-32151 – Archivo Histórico Nacional de España (Madrid, Spanien) / Universidad de Salamanca (Salamanca, Spanien)
Faksimile-Editionen

#1 Civitates Orbis Terrarum

CM Editores – Salamanca, 2015
Städteansichten von Braun und Hogenberg – CM Editores – R/22248-250 + ER/4684-86|BG/32146-32151 – Archivo Histórico Nacional de España (Madrid, Spanien) / Universidad de Salamanca (Salamanca, Spanien)
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Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: CM Editores – Salamanca, 2015
Limitierung: 375 Exemplare
Einband: Hellbraunes Leder mit Prägung
Kommentar: 1 Band von Georgius Braun, Franciscus Hogenbergius, José L. Casado Soto und Agustín H. Rica
Faksimile: 6 Bände Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€€€
(über 10.000€)
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