Geschichte des Trojanischen Krieges

Geschichte des Trojanischen Kriegs – Club Bibliófilo Versol – NAF 24920 – Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)

Bourges (Frankreich) — Um 1500

83 goldgerahmte Gemälde-Miniaturen aus der Werkstatt des großen Jean Colombe: Eine prächtig illuminierte Adaption des wohl berühmtesten Epos aller Zeiten und ein wunderbares Zeugnis des höfischen Lebens in Frankreich um 1500

  1. Adaption der epischen Sage, entstanden in Paris um 1500 im Kreis um Jean Colombe (ca. 1430 – ca. 1493)

  2. Ein Meisterwerk mit atemberaubenden Miniaturen ausgestattet und basierend auf dem Text von Guido de Columnis (geb. um 1165)

  3. Mit 83 leuchtenden Miniaturen, die an goldgerahmte Tafelbilder erinnern

Geschichte des Trojanischen Krieges

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Beschreibung
Geschichte des Trojanischen Krieges

Die monumentale Geschichte vom Trojanischen Krieg inspiriert Künstler, Schriftstelle und Regisseure seit Jahrhunderten. Eine der schönsten Bearbeitungen des epischen Stoffes wurde um das Jahr 1500 in Paris angefertigt. Der vom Künstlerkreis um den berühmten Meister Jean Colombe illustrierte Trojaroman basiert auf der literarischen Vorlage des italienischen Autors Guido delle Colonne. Das Meisterwerk ist mit atemberaubenden Miniaturen ausgestattet. Die ausdrucksstarken, bewegenden Bilder illustrieren die Ereignisse der antiken Legende und bieten eine reizvolle Quelle über das Leben in Frankreich in der Zeit ihrer Entstehung.

Die Geschichte des Trojanischen Krieges

Die mythologische Erzählung vom Trojanischen Krieg ist ohne Zweifel eine der einflussreichsten und meist rezipierten Legenden aller Zeiten. Sie wurde immer wieder in verschiedensten Medien rezipiert, das aktuellste Beispiel hierfür ist Oliver Stones Hollywood-Blockbuster „Troja“ mit Brad Pitt und Orlando Bloom in den Hauptrollen. Auch in der Literatur wurde die zeitlose Sage unzählige Male bearbeitet. Der italienische Schrifsteller Guido delle Colonne widmete sich um das Jahr 1287 dem antiken Stoff. Er fertigte eine der bedeutendsten literarischen Ausgaben des Epos an, der über das gesamte Mittelalter hinweg zitiert und neu bearbeitet wurde. Um das Jahr 1500 wurde das Meisterwerk des Italieners im Künstleratelier des französischen Buchmales Jean Colombe mit sagenhaften Illustrationen ausgestattet. Es entstand eines der erstaunlichsten illuminierten Manuskripte in der Geschichte der mittelalterlichen Buchkunst. Das Manuskript ist ein unfassbar reich ausgestattetes Bilderbuch mit kunstvollen und historisch informativen Miniaturen auf so gut wie jeder Seite.

Der Trojaroman des Guido delle Colonne

Guido delle Colonne war ein italienischer Autor, der im 13. Jahrhundert in Messina lebte. Sein bekanntestes Werk war der Trojaroman, welchen er etwa 1278 im Auftrag des französischen Gouverneurs Aymar de Poitiers verfasste. Der äußerst wohlhabende de Poitiers liebte die Kunst und Literatur, er besaß eine der erstaunlichsten Manuskriptsammlungen des Mittelalters. Als stoffliche Vorlage diente delle Colonne nicht das damals in Westeuropa nur vom Hörensagen bekannte Epos Homers - die Ilias - sondern zwei angeblich von Augenzeugen verfasste Darstellungen des trojanischen Krieges. Dabei handelte es sich einmal um die Schilderungen des Dictys Cretensis, der die Dinge auf griechischer Seite erlebt haben will, sowie zum andern die Erzählung des Dares Phrygius, der in Troja dabeigewesen zu sein vorgibt. Von Dictys und Dares übernahm delle Colonne jedoch nur den groben Rahmen, den er fantasievoll und geschickt mit Liebesgeschichten, ritterlichen Kampfszenen und gelehrten Exkursen ausstattete.

Die französische Rezeption des Meisterwerkes

Guido delle Colonnes Trojaroman wurde etwa um das Jahr 1500 von den Künstlern rund um den talentierten Pariser Meister Jean Colombe mit einem unglaublich reichen Miniaturenzyklus ausgestattet. Mit der Illustration der antiken Sage gelang es Colombe und seinen Schülern, ein unvergessliches Denkmal in der Geschichte der Miniaturkunst zu setzen. Der Bilderzyklus des Trojaromans gehört zum Hervorragendsten, was je in der Geschichte der Buchillumination geschaffen wurde. Das Werk enthält 83 überaus prachtvolle Miniaturen. 17 Bilder erstrecken sich auf die ganze Buchseite, sie wirken monumental wie große Tafelgemälde. Die Bilder leuchten in einer lebendigen Farbvielfalt und sind von Rahmen aus Blattgold eingefasst. Sie zeigen Szenen im Stil der Renaissance, der Kampf um Troia wurde hier in das mittelalterliche Frankreich versetzt.

Ein bedeutender Miniaturenzyklus

Die beeindruckenden Miniaturen des Trojaromans setzen die einzelnen Handlungsmomente der Erzählung so klar in Szene, dass das Geschehen völlig ohne Text und nur anhand der Illustrationen nachvollziehbar ist. Jedoch werden nicht ausschließlich die im Text geschilderten Ereignisse bildhaft präsentiert. Die spontane Erzählfreude des Künstlerkreises um Jean Colombe zeigt sich ebenso in kleinen ausschmückenden Details und Anekdoten, die in der Geschichte nicht vorkommen. Ritter sind abgebildet im Kampf um Leben und Tod, man sieht mittelalterliche Tafelrunden und die Übermittlung von Liebesbotschafen an Damen in Renaissancegewändern. Nie zuvor gelang es einem Buchkünstler, Bilder von solcher Dramatik und Expressivität zu gestalten. Die Miniaturen des wertvollen Manuskripts brauchen keinen Vergleich mit den Gemälden großer Meister zu scheuen. Einige der Bilder zeigen in künstlerisch ansprechender Weise alltägliche Gegenstände, wie sie im Frankreich der Renaissance verbreitet waren. Es sind typisch architektonische Besonderheiten abgebildet, typische Gewänder und Kostüme. Die Bilder des Romans bestechen also nicht nur durch ihre anmutige Schönheit. Ebenso stellen sie eine äußerst interessante, historisch bedeutende Quelle über das Leben im Mittelalter dar.

Kodikologie

Alternativ-Titel
History of the Trojan War
Guido delle Colonne. Histoire de la destruction de Troye la grant
Historia de la Guerra de Troya
Umfang / Format
110 Seiten / 45,5 × 34,5 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
Um 1500
Schrift
Gotische Kursive
Buchschmuck
83 Miniaturen (17 davon ganzseitig)
Inhalt
Französische Prosaerzählung der trojanischen Sage
Auftraggeber
Aymar de Poitiers (gest. 1510)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Pierre Séguier (1588–1672)
Abtei Saint-Germain-des-Prés

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Geschichte des Trojanischen Kriegs

Der Tod des Achilles

Der Leichnam des mächtigen griechischen Kriegers Achilles wird durch die Straßen Trojas geschleift. Er ist seiner Rüstung entledigt und blutet stark aus nicht weniger als fünf Wunden. Homer zufolge wurde Achilles durch einen von Paris abgefeuerten Pfeil tödlich verwundet, aber der Autor Guido delle Colonne ging von einer anderen Erzähltradition aus. Hier wird Paris stattdessen mit Schwert und Hellebarde bewaffnet vor einem Tempel dargestellt, in dem vier Leichen liegen, was dem Betrachter zeigt, dass Achilles im Nahkampf getötet wurde.

Historia de la Guerra de Troya. Histoire de la Destruction de Troie la Grand
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Geschichte des Trojanischen Krieges

Die Entführung - oder Verführung - der Helena

Die Mythologie rund um den Trojanischen Krieg ist komplex, sie wurde bereits in der Antike heiß diskutiert und es gibt vielfältige Versionen der Geschichte. Sie unterscheiden sich in manchen Schlüsselaspekten der Geschichte und einer der wichtigsten Unterschiede ist der Grund für Helenas Abreise aus Sparta: Wurde sie gewaltsam geraubt oder ging sie freiwillig?

Während Soldaten im Hintergrund Beute aus einer französischen Renaissance-Stadt mitnehmen, sich andere auf den Straßen prügeln und sich dort auch schon die Leichen häufen, geht im Vordergrund ein Mann in die Knie, dem einer einen Dolch in die Kehle steckt. Jean Colombe legt einen zweideutigen Blick auf Helenas Gesicht und obwohl zwei hagere Hände sie am Arm halten, ist unklar, ob sie und ihre Magd eskortiert oder aber entführt werden.

Historia de la Guerra de Troya. Histoire de la Destruction de Troie la Grand
Faksimile-Editionen

#1 Historia de la Guerra de Troya. Histoire de la Destruction de Troie la Grand

Club Bibliófilo Versol – Madrid, 2013

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Club Bibliófilo Versol – Madrid, 2013
Einband: Roter Samt
Kommentar: 1 Band
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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