Mit 192 Holzschnitten von Giovanni Bellini geschmückt: Eine ritterliche Romanze in der ungewöhnlichen Form eines Traums in einem Traum

Hypnerotomachia Poliphili

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  1. Ein junger Mann namens Poliphilo erlebt in einer Geschichte, die auf der klassischen Mythologie basiert, die Höhen und Tiefen der Liebe

  2. Ein aus den Initialen der Kapitel gebildetes Akrostichon weist darauf hin, dass sein Autor der Dominikanermönch Francesco Colonna (1433/1434–1527) war

  3. Gedruckt im November 1499 von Aldo Manuzio in Venedig, ist das populäre Werk mit 192 Holzschnitten von Giovanni Bellini (ca. 1430–1516) geschmückt

Hypnerotomachia Poliphili

Hypnerotomachia Poliphili – 11571 – Biblioteca Lázaro Galdiano (Madrid, Spanien)
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"#Hypnerotomachia Poliphili
Eine Inkunabel ist ein frühes Buch, das vor 1501 gedruckt worden ist. Diese besonderen Bücher stehen für die Genese des modernen Buchdrucks und sind bei Bibliophilen sehr begehrt. Das vorliegende Exemplar ist eine der schönsten und begehrtesten Inkunabeln, die je gedruckt wurden: eine höfische Romanze, dargestellt als geheimnisvolle Allegorie. Ihr Titel lautet Poliphilus’ Liebeskampf im Traum oder auch alternativ Der Traum des Poliphilus. Sie wurde im November 1499 von Aldo Manuzio (1449/52-1515) gedruckt, latinisiert mit Namen Aldus Manutius, ein ** venezianischer Humanist, Gelehrter, Pädagoge und Gründer der berühmten Druckerei Aldina**, wo er unter anderem Kursivschrift einführte wie auch das kleine "Octavo"-Format, das einem modernen Taschenbuch ähnelt und zum Mitnehmen gedacht war. Die Popularität der Erzählung hat im Laufe der Jahrhunderte zahllose Übersetzungen und Editionen erforderlich gemacht.

Inspiration für Carl G. Jung

Der Autor des Buches ist anonym, aber ein Akrostichon, das durch die erste dekorative Initiale in jedem Kapitel der italienischen Originalausgabe gebildet wird, lautet: POLIAM FRATER FRANCISCVS COLVMNA PERAMAVIT, was bedeutet: "Bruder Francesco Colonna hat Polia sehr geliebt". Daher wird gemeinhin dem Dominikanermönch Francesco Colonna (1433/1434-1527), latinisiert Franciscus Columna, die Autorschaft für dieses Werk zugeschrieben. Das Werk wurde viel gelobt, und zwar nicht nur von Bibliophilen - der berühmte Schweizer Psychologe Carl G. Jung (1875-1961) bewunderte das Werk und schrieb ihm die Inspiration seiner Theorie der Archetypen zu.

Träume in Träumen

Der Protagonist, Poliphilus, wird von seiner Geliebten Polia gemieden und durchlebt eine unruhige, traumreiche Nacht. In seinem Traum verliert er sich in einem Wald, wo er Drachen, Wölfen und Jungfrauen sowie verschiedenen Gebäudebestandteilen begegnet. Er entkommt und schläft wieder ein. Poliphilo gelangt nun zu einem Traum im Traum und wird von Nymphen zu ihrer Königin gebracht. Dort erklärt er seine Liebe zu Polia und wird von zwei der Nymphen zu einem der drei Tore geführt, wobei er sich für das dritte entscheidet. Seine geliebte Polia befindet sich tatsächlich dahinter, und das wiedervereinte Paar wird zu einem Tempel gebracht, um sich zu verloben, nachdem sie zuvor in fünf Triumphzügen gefeiert wurden. Ein von Amor gelenkter Kahn bringt sie dann zur Insel Cythera, die mit Orangenbäumen und Marmorstatuen übersät ist und wo ein weiterer Triumphzug auf sie wartet, um ihre Vereinigung zu feiern. An diesem Punkt unterbricht Polias Stimme die Erzählung und beschreibt Poliphilus’ Verliebtheit aus ihrer Sicht, bevor sie ihn wieder zurückweist. Amor erscheint ihr jedoch in einer Vision, die sie dazu zwingt, zu Poliphilus zurückzukehren, der in eine todesähnliche Ohnmacht verfallen war, aber durch Polias Kuss wiederbelebt wird. Ihre Liebe wird zwar nun von Venus gesegnet, und endlich vereint versucht er, Polia zu umarmen, aber sie verschwindet in einem Nebel, der den Traum beendet und Poliphilio aufweckt. All diese Ereignisse werden durch 192 herrlich detaillierte Holzschnitte illustriert, möglicherweise stammen sie sogar von dem Maler Giovanni Bellini (ca. 1430-1516). Insbesondere die architektonischen Kulissen der Szenen sind, abgesehen von ihrer künstlerischen Raffinesse, hervorragende Einblicke in die Ästhetik der griechischen und römischen Antike, wie sie die Renaissance gesehen und geschätzt hat.

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Hypnerotomachia Poliphili
Hypnerotomachia Poliphili – 11571 – Biblioteca Lázaro Galdiano (Madrid, Spanien)
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Vicent Garcia Editores – Valencia, 2000
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