Kleine Heidelberger Liederhandschrift

Kleine Heidelberger Liederhandschrift

Wohl Straßburg (Frankreich) — 1280

Heute aufbewahrt in Heidelberg: Die älteste und kleinste von nur drei erhaltenen Minnesang-Handschriften des Mittelalters

  1. Diese kleine Handschrift ist 1270–1280 entstanden und zwar im Elsass, möglicherweise in Straßburg

  2. Ursprünglich von einem einzelnen Schreiber in niederalemannischem Deutsch geschrieben, gibt es von fünf verschiedenen Schreibern Ergänzungen um das Jahr 1375

  3. Wie der Name schon sagt, ist sie für eine Musikhandschrift mit 18,5 x 13,5 cm relativ klein

Kleine Heidelberger Liederhandschrift

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Beschreibung
Kleine Heidelberger Liederhandschrift

Das deutsche Äquivalent zur Troubadourtradition heißt Minnesang und stammt aus dem 12. bis 14. Von den drei wichtigsten Exemplaren der Minnesang-Tradition ist diese elsässische Handschrift von ca. 1270–80 die älteste. Sie stellt eines der wichtigsten historischen Dokumente des 13. Jahrhunderts in Deutschland dar und bietet wichtige Einblicke in die hochmittelalterliche Hofkultur.

Kleine Heidelberger Liederhandschrift

Dies ist die älteste Handschrift unter den drei bedeutendsten Liederhandschriften des deutschen Minnesangs, der ** Tradition mittelhochdeutscher gesungener Liebesdichtung, die von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert im Adel als höfische Gesellschaftskunst gepflegt wurde**. Sie wird als Kleine Heidelberger Liederhandschrift bezeichnet und bildet neben dem prachtvollen Codex Manesse und der Weingartner Liederhandschrift einen der drei großen Überlieferungsträger dieser Gattung. Das zentrale Thema dieser Lyrik war die Minne – im Mittelhochdeutschen das Wort für Liebe – zwischen einer höfischen Dame und einem Ritter. Die einzelnen Lieder wurden Minnelieder genannt und von einem Minnesänger vorgetragen, dem deutschen Pendant zum französischen Troubadour. Die Handschrift stammt aus dem Elsass, eventuell aus Straßburg, wo sie zwischen 1270 und 1280 entstand. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei einem Format von 18,5 mal 13,5 cm, dem sogenannten Oktavformat, um ein relativ kleines Exemplar für eine Musikhandschrift. Für den Grundstock des Texteintrags ist ein einzelner Schreiber verantwortlich, dessen Schreibdialekt dem Niederalemannischen zuzuordnen ist. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurden von vier weiteren unterschiedlichen Schreiberhänden Nachträge hinzugefügt**, deren Schreibdialekte von einer mitteldeutschen sprachlichen Einfärbung geprägt sind. Der Hauptteil ist in 34 Abteilungen untergliedert, die jeweils den namentlich genannten Autoren zugeordnet sind und die sogenannten Autorenkorpora bilden. Dabei treten einige allerdings mit leicht abgewandelten Namen mehrfach auf, so dass insgesamt etwa 30 einzelne Autoren mit Sicherheit unterschieden werden können. Der Umfang der überlieferten Autorenkorpora variiert von 2 Strophen im kürzesten Fall bis zu 151 Strophen im längsten, nämlich dem Werk von Walther von der Vogelweide (ca. 1170 - ca.1230). Der Nachtrag aus dem 14. Jahrhundert enthält weitere 56 Strophen ohne Autorangaben, die allerdings aufgrund anderer Quellen teilweise bestimmten Dichtern zugeordnet werden können. Heute befindet sich die Kleine Heidelberger Liederhandschrift ihrem Namen entsprechend im Besitz der Heidelberger Universitätsbibliothek, wo sie unter der Signatur Cod. Pal. germ. 357 aufbewahrt wird.

Kodikologie

Alternativ-Titel
codex palatinus germanicus 357
Herkunft
Deutschland
Datum
1280
Stil
Genre
Sprache

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Kleine Heidelberger Liederhandschrift – Cod. Pal. germ. 357 – Universitätsbibliothek (Heidelberg, Deutschland)
Reichert Verlag – Wiesbaden, 1972
Limitierung: 800 Exemplare
Detailbild

Kleine Heidelberger Liederhandschrift

Hartmann von Aue

Hartmann von Aue war ein deutscher Ritter, dessen Familie aus dem Schwabenland stammte und der hier im Titel dieses Abschnitts "von Ovve" buchstabiert wird. Abgesehen von der Tatsache, dass er am Kreuzzug des Jahres 1197 teilnahm, ist über sein Leben wenig bekannt, und weder seine Geburts- noch seine Todesjahre stehen mit Sicherheit fest. Dennoch werden ihm vier für die Geschichte des mittelhochdeutschen höfischen Romans wichtige Verserzählungen zugeschrieben. Darüber war er auch ein Minnesänger, von dem heute noch 18 Kompositionen erhalten sind.

Die kleine Heidelberger Liederhandschrift
Einzelseite

Kleine Heidelberger Liederhandschrift

Reinmar der Ältere

Der erste Minnesänger in dieser historischen Musikhandschrift ist Reinmar von Hagenau, bekannt als Reinmar der Ältere. Er lebte im späten 12. Jahrhundert und wurde von Zeitgenossen und modernen Historikern gleichermaßen als der größte Komponist des Minnesangs angesehen. Erst in der folgenden Generation wurde er vom berühmten Walther von der Vogelweide übertroffen. Über sein Leben ist wenig bekannt – außer dass er zum Ritterstand gehörte.

Der niederalemanisch-deutsche Text wurde von einem einzigen Schreiber in gotischer Minuskel geschrieben. In nur einer Spalte angeordnet, sind die Lieder durch Absatzmarkierungen gekennzeichnet und einzelne Strophen sind durch blaue und rote lombardische Majuskeln hervorgehoben, von denen einige aufwändige Verzierungen aufweisen. Die große, aufwändige „S“-Initiale erblüht als Ranke und rahmt den Text teilweise ein.

Die kleine Heidelberger Liederhandschrift
Faksimile-Editionen

#1 Die kleine Heidelberger Liederhandschrift

Reichert Verlag – Wiesbaden, 1972
Kleine Heidelberger Liederhandschrift – Cod. Pal. germ. 357 – Universitätsbibliothek (Heidelberg, Deutschland)
Kleine Heidelberger Liederhandschrift – Cod. Pal. germ. 357 – Universitätsbibliothek (Heidelberg, Deutschland) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Reichert Verlag – Wiesbaden, 1972
Limitierung: 800 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Walter Blank
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Preiskategorie: €€ (1.000€ - 3.000€)
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