Kölner Bibel 1478/1479

Kölner Bibel 1478/1479 – Friedrich Wittig Verlag – Bibl.Th.I.A.57 (Ink.) – Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Düsseldorf, Deutschland)

Köln (Deutschland) — 1478/1479

Prägend für die epochenbildende Bildgewalt späterer Werke von Cranach, Dürer und Koberger: Die erste gedruckte Bibel in niederdeutscher Sprache mit 123 prächtigen Holzschnitten

  1. Die Kölner Bibel wurde sowohl im niedersächsischen als auch im rheinischen Dialekt gedruckt

  2. 109 der 123 Holzschnitte wurden von Anton Koberger (ca. 1440/1445-1513) erworben und wiederverwendet

  3. Auch wenn sie anonym bleiben, sind die Hände von bis zu drei Meistern in den Holzschnitten erkennbar

Kölner Bibel 1478/1479

Bibl.Th.I.A.57 (Ink.) Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Düsseldorf, Deutschland)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Kölner Bibel 1478/1479

Die Kölner Bibel von 1478/1479 ist ein bedeutendes Werk der Inkunabelzeit, denn sie ist die erste Bibel in niederdeutscher Sprache. Ihre 123 Holzschnitte, die vor allem die fünf Bücher Mose und die Apokalypse illustrieren, wurden für spätere Bibeln wiederverwendet oder umgeschnitten und beeinflussten Künstler wie Albrecht Dürer und Matthäus Merian. Obwohl es sich bei dem Werk um einen frühen Druck handelt, ist es alles andere als primitiv: Anton Koberger kaufte 109 der Holzschnitte, nachdem er viele von ihnen meisterhaft koloriert hatte, und wiederholte die Serie in seiner 1483 in Nürnberg gedruckten Hochdeutschen Bibel. Die Darstellung der Schöpfung gilt als einer der schönsten Holzschnitte aller frühen Bibeldrucke und präsentiert das ptolemäische, mittelalterliche Weltbild des Kosmos in künstlerischer Pracht. Es wird vermutet, dass bis zu drei unbekannte Meister die Holzschnitte schufen, die sich durch reiche Hintergründe auszeichnen, in die oft zusätzlich noch Nebenszenen eingebettet sind.

Kölner Bibel 1478/1479

Diese Handschrift ist ein Meilenstein sowohl in der Entwicklung der deutschen Sprache als auch in der Entwicklung der Druck- und Holzschnittkunst. Sie ist eine der ersten gedruckten Bibeln, die mit Holzschnitten ausgestattet ist, die den zeitgenössischen Miniaturen der Zeit in nichts nachstehen. Die prachtvollen, lebendigen Holzschnitte sind in die jeweiligen Texte eingebettet und die Figuren sind zur Orientierung der Leserschaft oft beschriftet. Vier der Textseiten zieren hochdetaillierte historisierte Rahmen mit dichtem Rankenwerk. Heinrich Quentell (gest. 1501) und Bartholomäus von Unckel (tätig 1247-84) wird der Druck der reich verzierten Bibel im Verlag "Zum Pallas" in Köln zugeschrieben.

Die Pracht der Schöpfung

Einer der schönsten Holzschnitte in einem frühen Bibeldruck ist das Bild der Schöpfung, das Anton Koberger für seine Bibel von 1483 kopiert und koloriert hat. Das Bild zeigt den gesamten Kosmos nach dem ptolemäischen, mittelalterlichen Weltbild: Gott, der Schöpfer und Bewahrer der Welt, regiert das Universum. Ohne die Probleme von Raum und Zeit stellt der mittelalterliche Künstler Gott einerseits als den Segnenden dar, der seinen Geist ausgießt, und andererseits als den Schöpfer im Paradies, wo er den androgynen, ungeschlechtlichen Adam in Adam und Eva trennt, wodurch die Sexualität entsteht. Dies wird gemeinhin als die untergeordnete Erschaffung der Frau aus Adams Rippe verstanden, die in der Miniatur dargestellt ist.
Darüber hinaus zeigt der Holzschnitt die Vorstellung von der noch prähistorischen Erde als eine im Urmeer schwimmende Scheibe, das von seltsamen Wesen bevölkert ist. Über ihr erhebt sich das Firmament mit Sonne, Mond und Sternen, um die herum im geistigen Himmel die 24 Ältesten (Offb. 4,4) dem allmächtigen Gott zugewandt sind und ihn verehren. Der Kreis, Symbol der Vollkommenheit, ist in ein Quadrat eingebettet, in das vier Winde hineinwehen - ein Zeichen irdischer, aber begrenzter Vollkommenheit, das auch die Grenzen des Versuchs symbolisiert, sich das Unendliche bildlich vorzustellen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
De Keulse Bijbel
Kölner Zwillingsbibeln vom Jahre 1479
Kölner Bilderbibel
Cologne Bible 1478/1479
Cologne Picture Bible
Umfang / Format
1088 Seiten / 40,5 × 29,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1478/1479
Sprache
Buchschmuck
123 Holzschnitte, 4 Zierseiten
Inhalt
Die erste niederdeutsche Bibel
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Kölner Bibel 1478/1479 – Friedrich Wittig Verlag – Bibl.Th.I.A.57 (Ink.) – Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Düsseldorf, Deutschland)
Friedrich Wittig Verlag – Hamburg, 1979
Limitierung: 200 Exemplare
Detailbild

Kölner Bibel 1478/1479

Schöpfung

Einer der schönsten frühen Holzschnitte verdichtet den Kosmos in einem einzigen Bild. Ungehindert von den Problemen von Raum und Zeit stellt der Künstler Gott dar, der seinen Segen durch die Ausgießung seines Geistes spendet und als Schöpfer im Paradies Eva aus Adam herauszieht, wobei die Tiere – darunter ein Einhorn – zusehen. Die Erde ist im Zentrum des Universums nach dem ptolemäischen Weltbild dargestellt und schwimmt in einem kosmischen Ozean voller seltsamer Kreaturen, umgeben von Sonne, Mond und Sternen. Die 24 Ältesten sind Gott zugewandt und beten ihn an. Dieses Bild, ein in ein Quadrat eingebetteter Kreis, symbolisiert die Vollkommenheit, aber die vier Winde, die in die Ecken blasen, sind ein Zeichen für irdische Unvollkommenheit.

Kölner Bibel 1478/1479 – Friedrich Wittig Verlag – Bibl.Th.I.A.57 (Ink.) – Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Düsseldorf, Deutschland)
Einzelseite

Kölner Bibel 1478/1479

Incipit-Seite - Buch der Offenbarung

Diese meisterhaft gedruckte Seite wird in einer historisierten Blumenrankenbordüre dargeboten, die von Tieren bevölkert wird (darunter ein Hund, der einen Hasen jagt), sowie von Menschen, die Jagdhörner blasen, Dudelsack spielen und tanzen. Auf der Unterseite befindet sich ein Holzschnitt, der die Heiligen Drei Könige zeigt, wie sie dem Jesuskind huldigen, wobei ihre Waffenträger und andere Mitglieder ihres Gefolges die Zuschauer bilden.

Drei weitere Holzschnitte sind über dem Text der Offenbarung zu sehen. Der auf der linken Seite zeigt Tertullians populäre, aber apokryphe Legende, wie Johannes unverletzt blieb, als er in Rom in einen Bottich mit kochendem Öl getaucht wurde, bevor er auf die Ägäisinsel Patmos verbannt wurde. Dort schrieb er schließlich das Buch der Offenbarung, wie es auf dem mittleren Holzschnitt dargestellt ist. Die Vision des Johannes von Christus und den sieben goldenen Leuchtern, die die sieben Gemeinden Asiens darstellen, ist auf dem rechten Holzschnitt festgehalten.

Kölner Bibel 1478/1479 – Friedrich Wittig Verlag – Bibl.Th.I.A.57 (Ink.) – Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Düsseldorf, Deutschland)
Faksimile-Editionen

#1 De Keulse Bijbel - Vorzugsausgabe

Friedrich Wittig Verlag – Hamburg, 1979

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Friedrich Wittig Verlag – Hamburg, 1979
Limitierung: 200 Exemplare
Einband: Vollledereinband, auf handgeschöpftem Van-Geldern-Bütten gedruckt
Kommentar: 1 Band von Rudolf Kautzsch
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Gedruckt auf handgeschöpftem Van-Geldern-Büttenpapier
Ausgabe bei uns verfügbar
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
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