Liber de natura rerum - Codex C-67

Faksimile: Liber de natura rerum - Codex C-67

Wien (Österreich) oder Bayern (Deutschland) — Um 1440

Das Wissen über die Natur in einem mittelalterlichen "Brockhaus": Die umfassende Enzyklopädie des Thomas von Cantimpré illuminiert in Hunderten von Miniaturen vom Regensburger Buchmaler Martinus Opifex

  1. Thomas von Cantimpré (1201–72) war ein flämischer Schriftsteller, Prediger, Theologe und Dominikanermönch

  2. Er verbrachte fast zwanzig Jahre damit, ein umfassendes Kompendium des Wissens seiner Zeit zu erstellen

  3. Sein populäres Werk wurde jahrhundertelang in zahlreichen Manuskripten kopiert und verbreitet

Liber de natura rerum - Codex C-67

C-67 Biblioteca Universitaria de Granada (Granada, Spanien)
Regulärer Preis ohne Anmeldung (wie neu)3.480 
Sonderangebot (wie neu) bis 30.11.20211.699 
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Liber de natura rerum - Codex C-67

Thomas von Cantimpré war einer der führenden Philosophen und Theologen im Europa des 13. Jahrhunderts und Autor zahlreicher Werke zu verschiedenen Themen. Sein wohl bekanntestes und einflussreichstes Werk ist wohl aber der Liber de natura rerum. Es handelt sich um eine umfassende Enzyklopädie, die sich im Spätmittelalter großer Beliebtheit erfreute und in vielen Abschriften vervielfältigt wurde. Das Werk stützt sich auf zahlreiche heidnische und christliche, antike und zeitgenössische Quellen und gliedert das Wissen über die Natur in zwanzig Kapitel. Diese Fassung entstand um 1440 und ist mit 611 Miniaturen von Martinus Opifex geschmückt, der am Hof des römischen Kaisers Friedrich III. tätig war. Neben dem Text von Thomas von Cantimpré enthält sie auch die medizinische Abhandlung Tacuinum Sanitatis von Ibn Buṭlān.

Liber de natura rerum - Codex C-67

Der enzyklopädische Text Liber de natura rerum ist das bedeutendste Werk des Thomas von Cantimpré (1201–72), der fast zwanzig Jahre seines Lebens darauf verwendete, es zwischen 1225 und 1244 fertigzustellen. Die Literaturgattung war im Spätmittelalter sehr beliebt und das Werk stellt sich als ein vollständiges und erschöpfendes Kompendium der vorangegangenen Wissenschaftsgeschichte dar, das für den Gebrauch durch Geistliche bestimmt war. Das Werk stützt sich auf verschiedene antike und mittelalterliche Quellen, die sowohl aus dem paganen als auch christlichen Kontext kamen.

Ein Leben der Kontemplation und Erbauung

Thomas von Cantimpré war ein mittelalterlicher Schriftsteller, Prediger, Theologe und Dominikanermönch aus Flandern. Er stammte aus einer adligen Familie. Sein Vater kämpfte während des Dritten Kreuzzugs an der Seite von Richard Löwenherz (1157–99) in Palästina, bevor er seinen Sohn zeugte, den er 1206 im Alter von fünf Jahren zur Erziehung und Bildung nach Lüttich schickte. Im Jahr 1217 trat Thomas den Augustiner-Chorherren der Abtei von Cantimpré bei Cambrai bei, wo er das Priesteramt erlangte und die nächsten 15 Jahre seines Lebens verbrachte. Nachdem er 1232 in den Dominkanerorden in Löwen eingetreten war, wurde er bereits im folgenden Jahr von dem Orden nach Köln geschickt. Dort studierte er Theologie bei Albertus Magnus (ca. 1200–80). Nach vier Jahren in Köln ging er kurz nach Paris, bevor er nach Löwen zurückkehrte, wo er zum Magister für Philosophie und Theologie aufstieg, bevor er 1246 Subprior und Professor wurde. Danach scheint er des akademischen Lebens überdrüssig geworden zu sein und verbrachte den größten Teil seiner letzten Lebenszeit als Prediger in Brabant, Deutschland, Belgien und Frankreich. Thomas wurde in Anerkennung seiner Verdienste mit dem Titel "Generalprediger" geehrt.

Eine mittelalterliche Enzyklopädie

Der Text ist in zwanzig Kapitel unterteilt, die sich mit Themen wie dem menschlichen Körper, der Seele, verschiedenen Tieren, Pflanzen, Steinen und Metallen befassen, und endet mit der Erörterung der Kosmografie und der vier Elemente. Thomas von Cantimpré stützte sich in erster Linie auf den antiken griechischen Philosophen Aristoteles, der im mittelalterlichen Europa als maßgebend angesehen wurde, griff aber auch auf Plinius den Älteren und Gaius Julius Solinus zurück. Zu den weiteren Quellen gehören der Hl. Ambrosius und Zeitgenossen wie Jacques de Vitry und William von Conches sowie zahlreiche andere, die entweder nicht benannt oder schwer zu identifizieren sind. Der *Liber de natura rerum" erfreute sich großer Beliebtheit, wie die vielen bis heute erhaltenen Exemplare belegen, und wurde noch in der Renaissance häufig für Kataloge von Tieren, Steinen und Monstern kopiert.

Miniaturen eines kaiserlichen Hofmalers

Die Handschrift, die heute in der Biblioteca Universitaria de Granada aufbewahrt wird, ist großzügig mit 611 prächtigen Miniaturen von Martinus Opifex (ca. 1400–56) geschmückt, der am Hof des römischen Kaisers Friedrich III. (1415–93) tätig war. Sie enthält auch die berühmte medizinische Abhandlung Tacuinum Sanitatis von Ibn Buṭlān (1001–64), was sie zu einer der umfangreichsten Abschriften der Enzyklopädie macht. Es handelt sich um ein wahres Gesamtkunstwerk, das den zeitgenössischen Wissensstand mit einigen der schönsten Buchmalereien der damaligen Zeit verbindet.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Thomas von Cantimpré: Tacuinum Sanitatis Lib. IV-XII
Liber de natura rerum
Buch über die Natur der Dinge
Umfang / Format
116 Folios / 45,5 x 34,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
Um 1440
Stil
Sprache
Schrift
Textualis
Buchschmuck
611 Miniaturen, zahlreiche Initialen
Inhalt
De natura rerum von Thomas von Cantimpré
Kompilation aus Tacuinum sanitatis und De natura rerum
Auftraggeber
Möglicherweise Friedrich III. (1415–1493)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Jesuitenkolleg in Graz
Kolleg San Pablo de los Padres de la Compania de Jesus in Granada

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Faksimile: Liber de natura rerum
Limitierung: 1.500 Exemplare
Detailbild

Liber de natura rerum - Codex C-67

Mohn

Die Mohnpflanze wird seit Tausenden von Jahren medizinisch genutzt. Sie wurde erstmals von den Sumerern verwendet, und auch die Ärzte im alten Ägypten verabreichten ihren Schmerzpatienten Mohnsamen, die geringe Mengen von Morphin und Kodein enthalten. Diese Miniatur zeigt einen Mann und eine Frau mit kindlichen Zügen, die ihr Beet mit rotem Mohn pflegen. Der Flechtzaun, der es schützen soll, kann jedoch nicht die Vögel fernhalten, die auf den Schoten sitzen und von den Samen naschen.

Liber de natura rerum
Einzelseite

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Hirsch, Kamel und Wildziege

Diese drei Miniaturen, die durch einen leuchtend roten Rahmen verbunden sind, stammen aus einem der Kapitel über Tiere und werden von moralisierenden Texten begleitet. Im oberen Register treiben zwei mit Speeren bewaffnete Männer einen Hirsch vor einem dekorativen violetten, mit goldenen Ranken besetzten Hintergrund in die Enge, während ein anderer Hirsch hilflos von der anderen Seite eines aus Baches zusieht.

Die mittlere Miniatur zeigt ein Kamel, das einer Gruppe von Geistlichen präsentiert wird, die vor einem Gebäude auf einem Hügel stehen. Der vorderste von ihnen scheint eine Bischofsmitra zu tragen. Im unteren Register klettert eine Ziege einen Berg hinauf, während eine andere Blätter von einem Baum frisst. Der wunderbare Hintergrund dieser Szene ist dem des oberen Registers sehr ähnlich.

Liber de natura rerum
Faksimile-Editionen

#1 Liber de natura rerum

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 1.500 Exemplare
Einband: Geprägtes Kalbsleder; kommt im Halbleinen-Schuber
Kommentar: 1 Band (330 Seiten)
Sprachen: Englisch, Spanisch
Faksimile: 1 Band Teilfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion eines Teils des Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. De natura rerum lib. IV-XII (fols. 2v-116r)
Regulärer Preis ohne Anmeldung (wie neu)3.480 
Sonderangebot (wie neu) bis 30.11.20211.699 
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