Ein prächtig illuminiertes Geschenk Gian Galeazzo Viscontis an König Wenzel: Die große Medizin-Enzyklopädie des Ibn Butlan

Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels

Mailand (Italien) — Ende des 14. Jahrhunderts

Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels

Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels

Mailand (Italien) — Ende des 14. Jahrhunderts

  1. Eine medizinische Enzyklopädie der Heilmittel mit fast 600 Abbildungen von Pflanzen und Tieren

  2. Basierend auf der medizinischen Abhandlung des berühmten arabisch- christlichen Arztes Ibn Butlan (gest. 1075)

  3. Ein Geschenk an König Wenzel von Gian Galeazzo Visconti (1351-1402), an dessen Hof in Mailand die Enzyklopdädie entstand

Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels

Alternativ-Titel:
  • Historia Plantarum
  • Tacuinum sanitatis
Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels – Ms. 459 – Biblioteca Casanatense (Rom, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Der Codex „Historia Plantarum“ entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts am Hofe des Gian Galeazzo Visconti in Mailand. Es ist eine medizinische Enzyklopädie, die sich mit pflanzlichen, tierischen und mineralischen Wirkstoffen auseinandersetzt. Das Werk ist mit zahlreichen hochwertigen botanischen Darstellungen, sowie Miniaturen von Tieren und alltäglichen Gebrauchsgegenständen geschmückt.

Historia Plantarum

Im elften Jahrhundert verfasste der Arzt Ibn Butlan das medizinische Werk „Taqwim es-sihha“. Auf der Grundlage dieses Werkes entstand die lateinische Buchreihe „Tacuinum Sanitatis“. Dabei handelt es sich um vorzüglich illustrierte Bildercodices, die sich heute in Wien, Rom, Lüttich und Paris befinden. Die „Historia Plantarum“ von Rom, ein Werk aus dieser Reihe, stellt eine ausführliche Enzyklopädie der Naturwissenschaften mit Beschreibungen von Pflanzen, Mineralien und Tieren dar. Besonders auf die spezifischen medizinischen und therapeutischen Wirkungen der pflanzlichen und tierischen Stoffe wird eingegangen. Der Codex enthält mehr als 500 schöne und anschauliche Darstellungen von Pflanzen und über 80 Darstellungen von Tieren.

Medizin im Mittelalter

Die „Historia Plantarum“ ist eine interessante und historisch bedeutende Quelle über die Medizin und auch über das alltägliche Leben im Mittelalter. Für eine gesunde Lebensweise waren laut mittelalterlicher Mediziner verschiedene Elemente entscheidend: eine richtige Ernährung, Bewegung und genug Schlaf und ein ausgeglichener Gemütszustand. Ein Leben im Einklang mit der Natur wurde empfohlen, dies garantiere den Menschen Gesundheit und Wohlbefinden. Die illuminierte Handschrift ist mit über fünfhundert Illustrationen von Pflanzen in alphabetischer Reihenfolge bebildert. Die Darstellungen vermitteln einen erstaunlich detaillierten und imposanten Überblick von der genauen Kenntnis über die Pflanzenwelt, die man im Italien des Spätmittelalters besaß. Zu diesen Bildern aus der Botanik kommen mehr als achtzig Illustrationen von Tieren, aus denen man heilende Wirkstoffe gewann sowie über dreißig Darstellungen mineralischer Derivate.

Prominente Vorbesitzer

Die Handschrift wurde am Ende des 14. Jahrhunderts am Hof Gian Galeazzo Viscontis angefertigt. Der Herrscher war der mächtigste um ruhmreichste Spross der großen Familie der Visconti und erstellte während seiner Regierungszeit eine beeindruckende Sammlung unglaublich kostbarer Buchschätze. Gian Galeazzo überreichte die prächtige „Historia Plantarum“ Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland, mit dem ihn ein gutes politisches Verhältnis verband. Heute befindet sich die medizinische Enzyklopädie in der Biblioteca Casanatense in Rom.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Historia Plantarum
Tacuinum sanitatis
Umfang / Format
590 Seiten / 46,0 x 32,0 cm
Datum
Ende des 14. Jahrhunderts
Sprache
Buchschmuck
Mehr als 500 Darstellungen von Pflanzen und 80 Darstellungen von Tieren
Auftraggeber
Gian Galeazzo Visconti
Vorbesitzer
Historia Plantarum

Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels

Elefant

Trotz ihres lateinischen Titels "Historia plantarum" zeigt diese Handschrift auch Dutzende von Tieren, darunter Fantasiewesen wie Drachen, aber auch echte Tiere wie Elefanten, die für mittelalterliche Europäer nicht weniger seltsam und exotisch gewesen sein dürften. Der Elefant ist fast so groß wie ein Baum und Büsche kitzeln an seinem Bauch. Er ist mit einem strengen Gesichtsausdruck dargestellt, aber seine Ohren zeigen einen herrlichen Faltenwurf.

Die Ränder der Seite sind mit reichen roten und blauen Ranken und einigen gotischen Architekturelementen gefüllt. Obwohl die Identität der drei Figuren auf der Seite unklar ist, lassen sich einige Hinweise zu ihnen finden: In der historisierten Initiale deuten die Gewänder und Gesten des Mannes darauf hin, dass er ein Gelehrter ist, während die Figuren in den Medaillons wohl Menschen aus dem Adelsstand darstellen.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels“

Historia Plantarum
Medizinische Enzyklopädie Kaiser Wenzels – Ms. 459 – Biblioteca Casanatense (Rom, Italien)
Bildvon

Historia Plantarum

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2002
Limitierung
750 Exemplare
Einband
Grüner Samt mit Buchschließen und Beschlägen
Kommentar
1 Band (285 Seiten) von Angela Adriana Cavarra, Vera Segre Rutz, Annamaria Torroncelli und sabella Ceccopieri
Sprache: Italienisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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