Munificentia Venetiarum

Munificentia Venetiarum – Scrinium – A.A., Arm. I-XVIII, 1302 – Archivum Secretum Vaticanum (Vatikanstadt, Vatikanstadt)

Italien — 1586

Eine Villa für den Papst: Die opulent illuminierte und teilweise in Gold geschriebene Schenkungsurkunde des Dogen von Venedig, heute aufbewahrt in der berühmten Siegelsammlung des Vatikanischen Apostolischen Archivs

  1. Pasquale Cicogna (1509–1595) war Doge der Republik von Venedig, Herzog von Candia und Rektor von Zypern

  2. Diese Handschrift dokumentiert, wie Papst Sixtus V. (1521–1590) einen Palazzo zum Geschenk erhielt, der dem päpstlichen Nuntius als Residenz dienen sollte

  3. Das goldene Siegel des Dogen Pasquale Cicogna ist heute Teil der berühmten Siegelsammlung des Vatikanischen Apostolischen Archivs

Munificentia Venetiarum

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preis Kategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Munificentia Venetiarum

Die Republik Venedig war einer der wohlhabendsten Staaten im Italien der Renaissance und verfügte über eine gewaltige Flotte mit einem Handelsimperium, das sich über die Adria, das Mittelmeer, das Schwarze Meer und noch darüber hinaus erstreckte. Sie war zugleich einer der mächtigsten italienischen Staaten mit einem oft angespannten Verhältnis zum Papsttum. Als Teil der Bemühungen, die Beziehungen zu verbessern, schenkte der Venezianische Doge Pasquale Cicogna (1509–1595) Papst Sixtus V. (1521–1590) einen prächtigen Palazzo als Residenz für den päpstlichen Nuntius in Venedig. Diese prunkvolle Urkunde entspricht diesem großzügigen Geschenk ganz und gar: sie wurde reich mit Gold geschmückt und mit dem goldenen Siegel des Dogen versehen. Der Text ist dabei von einer kunstvollen, aufwendigen Bordüre eingefasst, die aus den Kardinaltugenden, Putten, Tieren und Girlanden besteht. Ein wahrlich prachtvolles Zeugnis der venezianisch-vatikanischen Beziehungen im 16. Jahrhundert!

Munificentia Venetiarum

Pasquale Cicogna (1509–1595) war der 88. Doge der Republik Venedig, Herzog von Candia, Rektor von Zypern und ein religiöser Mann, der sowohl militärisch wie geschäftlich erfolgreich war. Mit der Munificentia Venetiarum ließ er die Schenkung eines Palazzos in Venedig an den gerade erst erhobenen Papst Sixtus V. (1521–1590) am 19. März 1586 vertraglich festgehalten. Dabei handelte es sich um den Gritti-Palast nahe der Kirche San Francesco della Vigna an der Lagune am Nordrand der Stadt. Er diente bereits dem 77. Dogen von Venedig, Andrea Gritti (1455–1538), als hoheitsvolle Residenz und sollte fortan als Sitz des päpstlichen Nuntius, eines kirchlichen Diplomaten und Repräsentanten des Heiligen Stuhls, in Venedig genutzt werden.

Eine goldene Urkunde

Die Schenkung wurde in der Urkunde in prunkvollster Aufmachung niedergelegt: der Text ist teilweise mit Goldtinte geschrieben und wird auf zwei Seiten von einer prachtvollen Bordüre eingefasst, in die unter anderem die Kardinaltugenden und das päpstliche Wappen Sixtus‘ V. integriert sind. Eine goldene Initiale auf blauem Feld leitet den Text ein und dient zwei verspielten Putti zugleich als Vergnügungsort. Diese kostbare Gestaltung legt nahe, welch große politische und diplomatische Bedeutsamkeit der Schenkungsakt für den Dogen hatte.

Goldene Ehrerbietung

Diese wird zusätzlich durch die Anbringung des prächtigen Goldsigels des Dogen Pasquale Cicogna unterstrichen, das mit einer roten Seidenkordel mit zwei handgearbeiteten Quasten an dem Dokument befestigt ist. Das Siegel zeigt den Dogen (dux) mit seiner typischen Mütze zusammen mit dem Hl. Markus, der als Bischof dargestellt wird. Die Rückseite birgt die Titelinschrift. Die Verwendung dieses goldenen Siegels bedeutete tatsächlich eine große Besonderheit und Ehrerbietung, da die Dogen von Venedig in der Regel Bleisiegel für Urkunden jeder Art benutzten.

Ein päpstlicher Schatz

Entsprechend ist die Prunkurkunde heute Teil des Kernbestandes der Goldsiegelsammlung des Vatikanischen Apostolischen Archiv (früher „Vatikanisches Geheimarchiv“). Es beherbergt Urkunden von Königen, Kaisern, Fürsten und Städten aus vielen Jahrhunderten, die ihren Schreiben an den Papst oder andere würdige Empfänger ebenso wie Pasquale Cicogna durch das Anhängen von Goldsiegeln Feierlichkeit und Bedeutung verleihen wollten.

Kodikologie

Umfang / Format
1 Blatt / 48,6 × 68,8 cm
Herkunft
Italien
Datum
1586
Sprache
Schrift
Humanistische Minuskel
Buchschmuck
Zweiseitige, goldgeschmückte Bordüre, Goldschrift
Inhalt
Urkunde über die Schenkung des Gritti-Palastes durch den Dogen Cicogna an den Papst
Auftraggeber
Doge Pasquale Cicogna
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Papst Sixtus V.

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Munificentia Venetiarum – Scrinium – A.A., Arm. I-XVIII, 1302 – Archivum Secretum Vaticanum (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Scrinium – Zürich, 2009
Limitierung: 499 Exemplare
Detailbild

Munificentia Venetiarum

Päpstliches Wappen

Im Zentrum der oberen Bordürenleiste prangt das päpstliche Wappen Sixtus‘ V. unter einem goldenen Baldachin über dem Urkundentext. Das Wappen kombiniert Sixtus’ Familienwappen – einen goldenen Löwen mit drei weiß blühenden Zweigen in der rechten Tatze auf blauem Feld, darüber ein diagonaler, roter Balken mit goldenem Stern und silbernem, dreispitzigem Berg – mit den Insignien des Heiligen Stuhls: die weiß-goldene Tiara (Papstkrone) ist beinahe genauso groß wie das Familienwappen, hinter dem zudem die Schlüssel Petri in Gold und Silber gekreuzt sind. Die zwei Schlüssel symbolisieren die Rolle des Papstes als Nachfolger des Apostels Petrus und entsprechend als Stellvertreter Christi auf Erden. Das Symbol geht auf die biblische Übergabe der Schlüssel zum Himmelsreich an Petrus zurück. Die zwei äußeren der vier flankierenden Putten halten zudem jeweils ein goldenes Vortragekreuz, eine weitere Insignie des Papsttums, sowie scheinbar dreidimensionale Repliken des goldenen Sterns und des dreispitzigen Bergs aus dem Familienwappen Sixtus‘. Graue Kordeln verbinden diese Elemente und somit auch Sixtus‘ familiäre und amtliche Identität deutlich miteinander.

Munificentia Venetiarum – Scrinium – A.A., Arm. I-XVIII, 1302 – Archivum Secretum Vaticanum (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Faksimile-Editionen

#1 Munificentia Venetiarum

Scrinium – Zürich, 2009

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Scrinium – Zürich, 2009
Limitierung: 499 Exemplare
Einband: Das Faksimile wird in einer pergamentbezogenen Schmuckkassette präsentiert, die zusammen mit dem Kommentarband in einer dekorativen, braunen Lederkassette kommt. Dem Faksimile liegt eine nach traditioneller Technik gefertigte Nachbildung des goldenen Siegels des Dogen Pasquale Cicogna bei.
Kommentar: 1 Band
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preis Kategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
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