Ein Meisterwerk der deutschen Renaissance im Auftrag der Fugger: Das älteste erhaltene Exemplar über die Grundlagen der Alchemie

Splendor Solis - Sonnenglanz

Wohl Nürnberg (Deutschland) — 1531/32

Splendor Solis - Sonnenglanz

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Wohl Nürnberg (Deutschland) — 1531/32

  1. Das älteste erhaltene Exemplar über die Grundlagen der Alchemie in einem Meisterwerk der deutschen Renaissance

  2. Der Text befasst sich mit der Verfeinerung von Substanzen, der Produktion von Gold und der Veredelung der Seele

  3. Ein unbekannter Meister schuf das Werk im Auftrag eines Mitglieds der Familie Fugger aus Augsburg

Splendor Solis - Sonnenglanz

Splendor Solis - Sonnenglanz

Alchemist im Bade

Wie die meisten alchemistischen Manuskripte ist auch dieses deutsche Renaissancewerk voller allegorischer Bilder, um die Geheimnisse der Alchemie vor Uneingeweihten geheim zu halten. Ein Begleiter fächert die Flammen unter einem großen Backsteinbad an, in dem ein bärtiger Mann mit einer weißen Taube auf dem Kopf sitzt, die die Reinigung der Seele symbolisiert. Die Szene ist eine Metapher für die Albedo, eine Reinigungsstufe für Substanzen wie auch für die Reinigung der Seele, um sie in ihren ursprünglichen Zustand der Reinheit und Empfänglichkeit zurückzuversetzen.

Splendor Solis - Sonnenglanz

Alternativ-Titel:
  • Splendor Solis
  • Sonnenglanz
Splendor Solis - Sonnenglanz – Cod. 78 D 3 – Kupferstichkabinett Staatliche Museen (Berlin, Deutschland)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Splendor Solis – Grundlehre der Alchemie

Wie macht man aus jedem Stoff Gold? Was ist der Stein der Weisen und wie stellt man ihn her? Und wie kann man dabei auch noch seine Seele veredeln? Diese und andere Fragen der Alchemie beantwortet das 1531/32 datierte Manuskript, das vermutlich für die Fugger in Augsburg angefertigt wurde und nun im Kupferstichkabinett in Berlin aufbewahrt wird. Die Handschrift gehört zu den schönsten deutschen Werken des 16. Jahrhunderts. Der reich illuminierte Prachtband ist das älteste erhaltene Exemplar einer alchemistischen Grundlehre. Diese soll einerseits den Stein der Weisen und damit den Schlüssel zur Veränderung und Veredelung der Materie finden, andererseits spielt das profane Streben nach Reichtum und Macht eine erhebliche Rolle: Es geht um die Herstellung von Gold.

Eine Anleitung aus Miniaturen

Typische alchemistische Prozesse werden beschrieben und in ganzseitigen Miniaturen kongenial ins Bild gesetzt. Dem Buchmaler stellte sich die Aufgabe, die nicht immer leicht nachvollziehbaren und oft vagen Schilderungen in den Traktaten in anschauliche Illustrationen und Bilderzählungen zu übersetzen. Hierbei verlangten die ungewöhnlichen Themen ein hohes Maß an kreativer Intelligenz.

Jörg Breu der Ältere oder Albrecht Glockendon?

Der Buchmaler, dessen Identität bis heute umstritten ist, musste den alchemistisch-profanen Text mit seiner eigenen, an christlicher und mythologischer Kunst orientierten Bilderwelt verknüpfen, was ihm in selten erreichter Perfektion gelang. Bei seinen Neuerfindungen und Kompilationen bediente er sich eines umfangreichen Motivvorrats, den er aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen schöpfte. Neben älteren illuminierten alchemistischen Traktaten, denen er die fachspezifische Hieroglyphik entnehmen konnte, stand ihm vor allem die zeitgenössische Druckgraphik als Repertorium zur Verfügung.

Mehrmals kopiert und heute in aller Welt

Wegen des spannenden Themas und der Güte seiner Miniaturen wurde das Splendor Solis schon früh mehrmals von Hand kopiert und so sind noch heute etwa 20 Handschriften dieses Traktats vorhanden. Neben der Berliner Ausgabe (die älteste) findet sich etwa in der British Library in London eine Kopie, in der Spanischen Nationalbibliothek in Madrid oder in der Bibliothèque nationale de France in Paris. Dennoch war es kein „Bestseller“ im wörtlichen Sinne – aus einem einfachen Grund: die Originalhandschrift wurde von ihrem Besitzer nicht etwa gegen Geld verkauft, sondern nur an hochgestellte Persönlichkeiten verliehen, um sie abschreiben zu können.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Splendor Solis
Sonnenglanz
Umfang / Format
100 Seiten / 33,0 x 22,8 cm
Datum
1531/32
Sprache
Buchschmuck
19 ganzseitige Miniaturen und 43 Überschriften und Initialen in Gold
Künstler / Schule
Splendor Solis - Sonnenglanz

Splendor Solis - Sonnenglanz

Der Kopf des Königs wird abgetrennt

Wie die übrigen Miniaturen in diesem Manuskript ist diese grausame, aber meisterhaft gemalte Szene von einem prächtigen Rahmen gefasst, der an den eines Stundenbuchs erinnern mag. Die 22 Szenen stellen den klassischen alchemistischen Tod und die Wiedergeburt des Königs dar, einschließlich einer Reihe von sieben Kolben, die die Planeten unseres Sonnensystems darstellen sollen. Hier haben wir den Beginn dieses symbolischen Prozesses.

Ein enthaupteter und zerstückelter Körper liegt zu Füßen eines dunkelhäutigen Soldaten, möglicherweise eines Türken, der eine klassische Rüstung trägt. In der einen Hand hält er ein italienisches Langschwert und in der anderen den goldenen Kopf des Königs. Die Gewalttätigkeit dieser Szene wird etwas durch ihre wunderschöne Umgebung mit klassischen Gebäuden, Bootsfahrern auf dem Fluss und hohen Bergen in der Ferne gemildert.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Splendor Solis - Sonnenglanz“

Splendor Solis - Sonnenglanz
Splendor Solis - Sonnenglanz – Cod. 78 D 3 – Kupferstichkabinett Staatliche Museen (Berlin, Deutschland)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Coron Verlag – Gütersloh, 2005
Limitierung
998 Exemplare
Einband
In Handarbeit gefertigter Einband wie die historische Vorgabe in ochsenblutfarbigem Rindsleder gehalten Samtkassette
Kommentar
1 Band (128 Seiten) von Jörg Völlnagel
Sprache: Deutsch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Malgold des Originals im Faksimile als Druckgold, die kallig
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