Tierbuch des Petrus Candidus

Tierbuch des Petrus Candidus – Belser Verlag – Urb. lat. 276 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)

Italien — geschrieben ca. 1460; illuminiert in den 1580er/1590er Jahren

Petrus Candidus' berühmte Naturgeschichte für den tierliebenden Marquis von Mantua: Ein lexikalisches Meisterwerk des Humanismus, nachträglich ausgestattet mit fast 500 fesselnden, naturalistischen Tierdarstellungen

  1. Der lateinische Text des Humanisten Petrus Candidus (ca. 1399–1477) beschreibt die Naturkunde und das Leben der Tiere

  2. Dem Text wurden in den 1580er/1590ern insgesamt 496 farbige, naturalistische Tierbilder beigefügt, von denen einige mit Gold- und Silberelementen geschmückt sind

  3. Das Werk wurde wahrscheinlich von Francesco Sforza (1401–1466) als diplomatisches Geschenk an Ludovico Gonzaga (1412–1478), Marquis von Mantua und Tierliebhaber, beauftragt

Tierbuch des Petrus Candidus

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (2)
Beschreibung
Tierbuch des Petrus Candidus

Das prächtig illuminierte Tierbuch des Petrus Candidus wurde in zwei Etappen mit einem Abstand von fast 100 Jahren geschaffen. Candido Decembrio (ca. 1399–1477), auch bekannt als Pietro, verfasste um 1460 den lateinischen Text, der die Naturgeschichte und das Leben der Tiere beschreibt und zunächst unbebildert blieb. Er war ein belesener humanistischer Gelehrter und Autor, der als Sekretär zahlreicher bedeutender Renaissance-Fürsten diente und sogar in der Kanzlei des humanistischen Papstes Nikolaus V. (1397–1455) arbeitete. Zwischen 1580 und 1600 fügte ein talentierter Meister, möglicherweise Teodoro Ghisi (1536–1601), der Handschrift dann über 200 Miniaturen mit insgesamt 496 verschiedensten Tieren hinzu, von denen einige mit Gold- und Silber geschmückt sind. Satyrn und Hybride sowie andere mythologische Kreaturen wie der Pegasus werden Seite an Seite mit realen Tierarten dargestellt und mit der gleichen Liebe zum Detail gemalt. Diese unglaublich kunstvollen und naturalistischen Miniaturen sind wunderbare Zeugnisse des hohen Niveaus an Kunstfertigkeit, das die Künstler:innen der italienischen Renaissance während des Cinquecento erreichten.

Das Tierbuch des Petrus Candidus

In der Apostolischen Bibliothek des Vatikans gibt es eine hochwertige Auswahl zoologischer Manuskripte. In diesen Büchern finden sich Beschreibungen und Zeichnungen von Tieren aller Art, so wie sie vom jeweiligen Buchmeister in der Natur gesehen wurden. Unsere heutigen biologischen Erkenntnisse spielten damals natürlich noch keine Rolle. Eines der bekanntesten Werke dieser Art ist das Tierbuch des Petrus Candidus. Es ist eine erstaunliche Enzyklopädie, die damalige Naturstudien gekonnt mit mittelalterlichen Mythen und Legenden kombiniert. Das Werk wurde um 1460 verfasst und etwa 130 Jahre später mit insgesamt 496 farbigen und goldgeschmückten Illustrationen ausgestattet.

Der Humanist Petrus Candidus

Der Italiener Pier Candido Decembrino, genannt Petrus Candidus, kam etwa 1399 zur Welt und starb 1477 in Mailand. Er war einer der berühmtesten Humanisten seiner Zeit und war einflussreicher Politiker in Italien. Er arbeitete eine Zeit lang am Hofe des Mailänder Herzogs Filippo Maria Visconti, für den er eine Biographie schrieb. Candidus fertigte zahlreiche Schriften und Übersetzungen an. Auf seinem Grabstein wurden insgesamt 127 Titel vermerkt, für die er verantwortlich war. Sein wohl berühmtestes Werk ist dabei das „Bestiarium“ – sein Tierbuch. Dieses verfasste er vermutlich im Auftrag von Francesco I. Sforza (1401– 1466), Herzog von Mailand, der es dem Tierliebhaber und Marquis von Mantua Ludovico Gonzaga (1412–1478) schenkte. Anlass war die päpstliche Versammlung zur Verhinderung eines weiteren Kreuzzugs.

Das Tierleben in der Renaissance

Candidus verfasste eine Schrift, die alle naturgeschichtlichen Informationen enthielt, die 1460 bekannt waren. Er ließ mythologische Geschichten einfließen und schuf so ein lehrreiches und spannendes Buch, welches in den 1580er/1590ern mit farbigen Bildern illuminiert wurde. Die Miniaturen zeigen realistische Tiergestalten in acht verschiedenen Farben. Viele der Miniaturen wurden zusätzlich mit goldenen und silbernen Schmuckelementen verziert. Die Buchränder wurden in Gold von 23 Karat gefasst. Die Naturkunde der Renaissance wurde hier in einem der prachtvollsten Codices des Vatikans gebunden.

Kodikologie

Alternativ-Titel
The Animal Book of Pier Candido
De omnium animalium natura
De animantium naturis
Bestiary of Petrus Candidus: Book of Animals
Il libro degli animali di Pietro Candido Decembrio
Umfang / Format
472 Seiten / 27,0 × 20,0 cm
Herkunft
Italien
Datum
geschrieben ca. 1460; illuminiert in den 1580er/1590er Jahren
Sprache
Schrift
Humanistische Minuskel
Buchschmuck
469 farbige, naturalistische Tierdarstellungen im unteren Seitenrand
Inhalt
Tierenzyklopädie
Auftraggeber
Francesco Sforza (1401– 1466)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Ludovico Gonzaga (1412–1478), Marquis von Mantua

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Tierbuch des Petrus Candidus – Belser Verlag – Urb. lat. 276 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Belser Verlag – Zürich, 1984
Limitierung: 2400 Exemplare

Tierbuch des Petrus Candidus – Belser Verlag – Urb. lat. 276 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Belser Verlag – Zürich, 1984
Limitierung: 2400 Exemplare
Detailbild

Tierbuch des Petrus Candidus

Frösche

Frösche sind ein wichtiger Part des Ökosystems und zudem auf der ganzen Welt von kulturellem Wert. In der Folklore werden sie mit Personen, deren Äußeres ihre Talente verdeckt, metaphorisch verglichen. Mittelalterliche Theologen unterschieden außerdem zwischen Land- und Wasserfröschen, wobei erstere als rechtschaffend galten und letztere als sündhaft verachtet wurden. Diese Seite präsentiert drei Froscharten in naturalistischer und detailfreudiger Manier neben einem großen Grashüpfer – einem passenden Mahl.

Tierbuch des Petrus Candidus – Belser Verlag – Urb. lat. 276 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Einzelseite

Tierbuch des Petrus Candidus

Pferde

Das Pferd war im Mittelalter ein Tier von enormer Bedeutung, und das im Krieg wie im Frieden, insbesondere für einen großen Adligen, wie es der Mailänder Herzog Filippo Maria Visconti (reg. 1412–1447) war, der dieses Werk in Auftrag gab. Die Bas-de-Page-Miniatur ist ein auffallend schönes Exemplar der italienischen Renaissancekunst und zeigt das Können des großen Meisters Petrus Candidus.

Auf einem hellen Feld aus Gold sehen wir zehn Pferde laufen, bocken und miteinander spielen. Jedes ist anders gefärbt – einige haben kräftige Braun- oder Grautöne, andere sind fleckig, alle haben fließende Mähnen und Schweife sowie einen freundlichen Ausdruck. Sie werden auf eine sehr naturalistische Art und Weise dargestellt, wobei auf realistische Proportionen, Muskeln, Schattierungen und Schatten geachtet wird.

Tierbuch des Petrus Candidus – Belser Verlag – Urb. lat. 276 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)
Faksimile-Editionen

#1 Tierbuch des Petrus Candidus (Leder-Ausgabe)

Belser Verlag – Zürich, 1984

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Belser Verlag – Zürich, 1984
Limitierung: 2400 Exemplare
Einband: Roter Ledereinband mit reicher Goldprägung.
Kommentar: 1 Band (216 Seiten) von Cynthia Munro Pyle
Sprachen: Deutsch, Englisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)

#2 Tierbuch des Petrus Candidus (Leinen-Ausgabe)

Belser Verlag – Zürich, 1984

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Belser Verlag – Zürich, 1984
Limitierung: 2400 Exemplare
Einband: Grüner Leineneinband.
Kommentar: 1 Band (216 Seiten) von Cynthia Munro Pyle
Sprachen: Deutsch, Englisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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