Vita des heiligen Georg

Vita des heiligen Georg

Italien und wahrscheinlich Avignon (Frankreich) — Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts

Beauftragt von Kardinal Jacopo Stefaneschi am berüchtigt verschwenderischen Papsthof in Avignon: Die Legende des Heiligen Georg, des Drachentöters

  1. Nachdem der Sitz des Papstes 1309 nach Avignon verlegt wurde, folgten ihm zahlreiche Künstler aus ganz Europa dorthin

  2. Erzählt wird die Legende vom Heiligen Georg in aufwendigen historisierenden Initialen und einer prächtigen Miniatur wie Georg den Drachen tötet

  3. Der aus Siena stammende oder in Siena ausgebildete Meister des Codex des Heiligen Georg war von 1310 bis 1344 in Avignon tätig

Vita des heiligen Georg

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Beschreibung
Vita des heiligen Georg

Manche Handschriften sind so spektakulär, dass sie zum Beinamen des Künstlers werden, der sie geschaffen hat: So auch die prachtvolle Vita des heiligen Georg, die sich in der illustren Vatikanischen Apostolischen Bibliothek befindet. Kurz auch Georg-Codex genannt, gab die Handschrift dem „Meister des Georg-Codex“ seinen Namen. Neben den liturgischen Standardtexten enthält das illuminierte Messbuch auch eine Vita des heiligen Georg, verfasst von Kardinal Jacopo Caetani degli Stefaneschi (1270-1343). Das Werk wurde gegen 1320 vom Meister des Georg-Codex in Avignon im Auftrag des Kardinals hingebungsvoll illuminiert.

Vita des heiligen Georg

Nachdem das Papsttum 1309 nach Avignon übergesiedelt war, zogen auch viele Künstler dorthin und suchten die Schutzherrschaft der Kirchenfürsten. Aus ganz Europa kommend, trafen sie sich am päpstlichen Hof und trugen so zur Geburt der internationalen Gotik bei. Einer dieser Künstler war der Meister der Vita des heiligen Georg, benannt nach einem reich illuminierten Messbuch mit einer Vita des heiligen Georg, das um 1320 fertiggestellt wurde. Aufwändige historisierte Initialen sowie zahlreiche kleinere Initialen in rotem, blauem und goldenem Blatt schmücken den Text neben einer prachtvollen Miniatur des hl. Georg, wie er den Drachen tötet.

Wer war der Meister der Vita des heiligen Georg?

Auch wenn sein wahrer Name unbekannt bleiben muss, wurde der Meister der Vita des heiligen Georgs erstmals von Giacomo De Nicola im Jahr 1906 identifiziert. Seinem künstlerischen Stil nach zu urteilen, stammte der talentierte Künstler aus Siena oder wurde zumindest dort ausgebildet, bevor er seinen Weg an den päpstlichen Hof in Avignon fand, wo er von 1310 bis 1344 tätig war. In Avignon erhielt er einen Auftrag von Kardinal Jacopo Stefaneschi für die Gestaltung eines aufwändig illuminierten Messbuchs. Neben mindestens vier illuminierten Handschriften werden dem Meister der Vita des heiligen Georg auch zahlreiche prachtvolle Tafelbilder mit Blattgoldhintergrund zugeschrieben.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Georgscodex
Georg-Codex
Codex of St. George
St. George Codex
Codice di San Giorgio
Vita Sancti Georgii Martyris
Herkunft
Italien
Datum
Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts
Stil
Sprache
Schrift
Gotische Textualis Rotunda
Buchschmuck
18 Miniaturen, begleitet von Bas-de-page-Szenerien
Inhalt
Messtexte vom Fest der Verkündigung Mariae (25. März) bis zu Fest der Heiligen Primus und Felicianus (9. Juni)
Auftraggeber
Kardinal Jacopo Gaetano Stefaneschi (ca. 1270–ca. 1343), Diakon von San Giorgio al Velabro in Rom
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Vita des heiligen Georg
Belser Verlag – Stuttgart, 2020
Limitierung: 299 Exemplare
Detailbild

Vita des heiligen Georg

Das Martyrium des Heiligen Georgs

Die Verweigerung, seinen christlichen Glauben zu widerrufen, brachte dem Heiligen Georg den Tod durch Enthauptung ein, was angeblich am 23. April 303 in Nicäa geschah. Er wird kniend vor dem Thron des Kaisers Diokletian dargestellt, während der Henker sein Schwert erhebt. Blut fließt aus dem Hals des Heiligen, was darauf hindeutet, dass der erste Schlag zu schwach war - eine allzu häufige und grausame Begebenheit vor der Guillotine. Währenddessen sendet die Hand Gottes den Heiligen Geist in Form einer Taube aus, um seine Seele zu retten.

Vita des heiligen Georg
Einzelseite

Vita des heiligen Georg

St. Georg und der Drache

Das Bild des "Christus Militans", der eine Schlange tötet, ist eines der ältesten in der christlichen Kunst. Das Drachenmotiv scheint im frühen 11. Jahrhundert auf St. Georg übertragen worden zu sein. Als Offizier der elitären Prätorianergarde diente er als perfektes Vorbild für die Ritter des Ersten Kreuzzuges, die glaubten, dass er an ihrer Seite in Antiochia und Jerusalem kämpfte.

Der Legende nach wurden die Bürger von Silene in Libyen von einem Drachen terrorisiert, den sie durch Opfer zu besänftigen versuchten - ursprünglich Schafe, aber auch Menschen, die per Los ausgewählt wurden. Schließlich sollte die Tochter des Königs geopfert werden. Sie sieht von rechts zu, wie Georg den Drachen angreift und ihm eine Lanze ins Maul stößt, was das Volk zur Bekehrung zum Christentum inspiriert.

Vita des heiligen Georg
Faksimile-Editionen

#1 Vita des heiligen Georg

Belser Verlag – Stuttgart, 2020

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Belser Verlag – Stuttgart, 2020
Limitierung: 299 Exemplare
Einband: Dunkelbrauner Ledereinband mit 2 Schließen; Ein Medaillon auf dem Buchdeckel zeigt den hl. Georg
Kommentar: 1 Band von Anja Grebe
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€€€ (3,000€ - 7,000€)
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