Passauer Evangelistar

Clm 16002 - Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)

Alternativ-Titel:

Passau Evangelary, Gospel of Passau, Pericope Book of Passau, L’Évangéliaire de Passau

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Passau Evangelary
Gospel of Passau
Pericope Book of Passau
L’Évangéliaire de Passau

Art
Umfang / Format

88 Seiten / 32.5 x 22.5 cm

Herkunft
Datum
1170-1180
Stil
Genre
Inhalt

Textabschnitte der Evangelien für die Lesung an den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres

Sprache
Künstler / Schule

Petrus-Meister und Ecclesia-Meister im St. Nikolaus Kloster, Passau
Beeinflusst vom romanischen und byzantinischen Stil

Buchschmuck

8 ganzseitige Miniaturen und 49 vergoldete Prachtinitialen

Kurzbeschreibung

Das reich illustrierte Passauer Evangelistar entstand um 1170 bis 1180 im Augustiner Chorherrenstift St. Nikola in der Dreiflüssestadt Passau. Es enthält Textabschnitte aus neutestamentlichen Evangelien für Lesungen an Sonn- und Festtagen des Kirchenjahres. 49 phantasievolle Zierinitialen und acht farbintensive ganzseitige Miniaturen machen die romanische Handschrift zu einem besonderen Zeugnis der Kunstfertigkeit der Passauer Skriptorien. Während vor allem die historisierten Initialen mit kleinen Figuren, Tierchen oder kunstvollen Ranken das Auge des Betrachters erfreuen, sind es die byzantinischen Stilelemente, welche die funkelnden Miniaturen der zwei beteiligten Buchmaler interessant machen.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Das Passauer Evangelistar

Eine ganz besonders schöne Bilderhandschrift der Romanik stammt aus der berühmten Dreiflüssestadt Passau. Um 1170 bis 1180 entstand sie dort im Augustiner Chorherrenstift St. Nikola. In dem Passauer Evangelistar sind Lesungen zu Sonn- und Festtagen des Kirchenjahres zusammengestellt, die aus den neutestamentlichen Evangelien stammen. Auf insgesamt 44 Blatt in einem Format von circa 32,5 x 22,5 Zentimetern befinden sich 49 große Zierinitialen sowie acht ganzseitige Miniaturen. Somit laden auf fast jeder Seite farbintensive Bilder und Initialen den Betrachter zur Versenkung in die biblischen Erzählungen ein. Heute ist die mittelalterliche Handschrift ein authentisches Zeugnis der Kunstfertigkeit und Glaubenstiefe einer vergangenen Epoche.

Strahlende Initialen

Die zahlreichen golden strahlenden Zierinitialen auf farbigem Grund sind so reich und phantasievoll mit kleinen Tierchen, Blüten, Figuren oder kunstvollen Ranken verziert, dass sie selbst wie eigenständige Miniaturen wirken. Besonders spannend sind die historisierten Initialen, bei denen die Figuren entweder ganz konkret den Text der Evangelien illustrieren, oder aber andere kirchliche Festtage zum Thema haben. Wiederum andere dienen einfach nur der Zierde und erfreuen das Auge des Betrachters.

Byzantinische Stilelemente in romanischer Buchmalerei

Insgesamt waren zwei Buchmaler an der Fertigung des Evangelistars beschäftigt, die nach ihren Hauptminiaturen benannt wurden. Der Petrus-Meister und der Ecclesia-Meister schufen die Miniaturen und Initialen lagenweise. Bei beiden zeigt sich die für die romanische Buchmalerei charakteristische plastische Durchbildung von Körper und Gewand. So ist der Stoff nicht nur eine starre Hülle. Er ist so ausgearbeitet, dass er sich sanft um die Figuren legt und einzelne Körperformen hervortreten. Gewandfalten betonen zusätzlich das Körpervolumen.
Byzantinische Stilelemente gelangten über Salzburg in den süddeutschen Raum und fanden auch in dem Passauer Evangelistar ihren Niederschlag. Typisch sind die großflächig angelegten Goldgründe und die Gestaltung der Gesichter sowie des Inkarnats. Die Nasen sind meist lang und haben eine überhängende Spitze. Der starre Blick und der insgesamt strenge Ausdruck sind ebenfalls dem byzantinischen Gesichtstypus verpflichtet. Besondere Ähnlichkeit mit der Darstellung byzantinischer Heiliger weist die kräftige Modellierung der Gesichter mit olivgrünen Schatten, Weißhöhungen und roten Wangenflecken auf.

Passauer Buchmalerei als Rarität

Passauer Skriptorien brachten im 12. Jahrhundert zahlreiche kostbare Handschriften hervor, die von weltlichen wie geistlichen Fürsten gleichermaßen hoch geschätzt wurden. Im Laufe der Jahrhunderte haben jedoch Brände und Erdbeben die einst reiche Überlieferung fast zur Gänze ausgelöscht. Das Passauer Evangelistar ist beinahe das einzige erhaltene Zeugnis für die künstlerisch hochstehende und eigenständige Passauer Buchmalerei aus der romanischen Zeit und damit in ihrem Wert kaum zu überschätzen.

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