Beatus von Liébana - Codex von Saint-Sever

Ms. Lat. 8878 - Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)

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Beatus of Liébana - Saint-Sever Codex, Beato de Liébana: Códice de Saint-Sever, Beato de Saint-Sever, Saint-Sever Beatus

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Beatus of Liébana - Saint-Sever Codex
Beato de Liébana: Códice de Saint-Sever
Beato de Saint-Sever
Saint-Sever Beatus

Art
Umfang / Format

592 Seiten / 36.7 x 28.6 cm

Herkunft
Datum
Um 1038
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Gregorio Muntaner, Abt von Saint-Sever (1028-1072)

Künstler / Schule

Autor: Beatus von Liébana (gestorben nach 798)
Maler: Stephanus Garsia und andere

Buchschmuck

112 mit Gold verzierte Miniaturen und mehr als 1400 farbige Initialen

Kurzbeschreibung

Der Beatus von Saint-Sever zählt zu den Höhepunkten der französischen Buchmalerei des 11. Jahrhunderts und zu den grandiosesten Werken der Buchkunst aller Zeiten. Auf fast 600 Seiten begeistern die 112 teilweise sogar doppelseitigen Miniaturen und die über 1400 farbigen Initialen des Textes. Der Codex enthält neben dem Apokalypse-Kommentar des asturischen Mönches Beatus von Liébana auch Ausführungen zu den Evangelisten und ihrer Schrift, eine Genealogie Christi und den Danielkommentar des Hieronymus. Neben der überwältigenden Bilderpracht, die die faszinierende Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt illustriert, ist es vor allem die Tatsache, dass es sich bei dem Beatus von Saint-Sever um die einzige französische Beatus-Handschrift handelt, die den Codex so einzigartig macht.

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Beschreibung

Beatus von Liébana – Codex von Saint-Sever

Der Beatus von Saint-Sever zählt zu den Höhepunkten der französischen Buchmalerei des 11. Jahrhunderts und zu den grandiosesten Werken der Buchkunst aller Zeiten. Auf fast 600 Seiten begeistern die 112 teilweise sogar doppelseitigen Miniaturen und die über 1400 farbigen Initialen des Textes. Der Codex enthält neben dem berühmten Apokalypse-Kommentar des asturischen Mönches Beatus von Liébana auch Ausführungen zu den Evangelisten und ihrer Schrift, eine Genealogie Christi und den Danielkommentar des Hieronymus. Neben der überwältigenden Bilderpracht, die die faszinierende Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt illustriert, ist es vor allem die Tatsache, dass es sich bei dem Beatus von Saint-Sever um die einzige französische Beatus-Handschrift handelt, die den Codex so einzigartig macht.

Das Hauptwerk des Beatus von Liébana

Das Hauptwerk des asturischen Mönches Beatus von Liébana war im Mittelalter besonders in Nordspanien weit verbreitet. Beatus von Liébana war Mönch und Theologe in einem Kloster im Königreich Asturien im heutigen Nordspanien. Er lebte im 8. Jahrhundert und starb wohl nach 798. Berühmt wurde er durch sein Hauptwerk, den Kommentar zur Apokalypse des Johannes in zwölf Büchern. Der Text der Apokalypse wurde in 66 Abschnitte eingeteilt, und nach jedem Abschnitt folgt die sogenannte explanatio, der Kommentar des Beatus zu den Versen. Die allegorischen und symbolischen Bilder der Apokalypse sollten so leichter verständlich gemacht werden. Für das Jahr 800 wurde das Weltende erwartet, was Beatus wohl zu seinem berühmten Apokalypse-Kommentar veranlasst hat. Diese gegen Ende des 8. Jahrhunderts entstandene Schrift fand besonders in der nordspanischen Buchmalerei des Mittelalters weite Verbreitung und ist bis heute in 27 reich illustrierten Handschriften erhalten.

Einzigartiges französisches Exemplar

Fast alle dieser Beatus-Handschriften stammen aus Spanien. So stellt der Codex von Saint-Sever eine einzigartige Ausnahme dar, ist er doch der einzige in Frankreich entstandene Beatus. Auftraggeber war Grégoire de Montaner (1028-1072), Abt von Saint-Sever. Das Benediktinerkloster wurde Ende des 10. Jahrhunderts gegründet und entwickelte sich schnell zu einer stolzen und einflussreichen Abtei. Unter Grégoire de Montaner wurde Saint-Sever zu einem Zentrum der Kunst und Kultur, wo sich bedeutende Bildhauer und Buchmaler versammelten.
Der Meister des berühmten Skriptoriums von Saint-Sever, Stephanus Garsia, fertigte um 1038 zusammen mit einer Gruppe von Kopisten und Miniaturisten aus dem Skriptorium das berühmteste Werk der Abtei: den Beatus von Saint-Sever, der heute in der Bibliothèque Nationale in Paris aufbewahrt wird.

Phantastische Wesen und himmlische Ereignisse

Dieser prachtvolle Codex versammelt auf 592 Seiten 112 Miniaturen und über 1400 farbige Initialen. In den Miniaturen der Handschrift kommen vielfältigste Einflüsse zum Ausdruck. Vor allem wird der Bezug auf die spanischen Beatus-Handschriften deutlich, beispielsweise ist die Seite mit der Darstellung von Babylon, von Schlangen umgeben, genau so in anderen Beatus-Handschriften zu finden. Doch sind auch Kenntnisse der afrikanischen, islamischen, orientalischen und insulare Kunst und Kultur erkennbar. Antike oder karolingische Buchmalerei wird etwa beim Autorenbild zum Buch Daniel deutlich. Auf reichlich Goldgrund werden die unglaublichen Visionen des Johannes in einer überwältigende Fülle an Farben und Formen ins Bild gesetzt. Die Bildseiten sind reichlich ornamental ausgestaltet, etwa das Frontispiz mit seinem vegetabilen und tierischen Dekor, sowie zahlreiche weitere Teppichseiten, die das Buch schmücken.
Beeindruckend sind die Kompositionen der Darstellungen, etwa die Miniatur zur siebten Offenbarung auf einer Doppelseite. Dort präsentieren sich überwiegend in leuchtenden Rottönen auf Goldgrund zwei Reihen der Auserwählten, die mit Palmzweigen in der Hand das Lamm Gottes anbeten. Es finden sich natürlich auch erschreckende Bilder von bösen Engeln, Fabelwesen in Heuschreckenkörpern und mit schrecklichen Fratzen.
Bei der Vertiefung in die unglaubliche Bilderwelt des Beatus-Kommentars zur Apokalypse des Johannes wird schnell klar, dass es sich bei dem Beatus von Saint-Sever um „eines der bedeutendsten Meisterwerke der mittelalterlichen Miniaturkunst überhaupt“ handelt.

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