Beatus von Liébana - Codex von Silos

Beatus von Liébana - Codex von Silos Faksimile

Skriptorium vom Kloster von Santo Domingo de Silos (Spanien) — 18. April 1091 – 30. Juni 1109

Vom Bruder Napoleons 1820 an die British Library verkauft: Eine faszinierende Beatus-Handschrift mit über 100 vergoldeten Miniaturen, an deren Vollendung 20 Jahre lang gearbeitet wurde

  1. Die Fertigstellung dieser Beatus-Handschrift mit 106 vergoldeten Miniaturen nahm fast 20 Jahre in Anspruch

  2. Im Codex sind die Schreiber, der Illuminator, der Auftraggeber und das Fertigstellungsdatum dokumentiert

  3. Er wurde 1840 von Joseph Bonaparte, Bruder von Napoleon (1769–1821), an die British Library verkauft

Beatus von Liébana - Codex von Silos

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  1. Beschreibung
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Beschreibung
Beatus von Liébana - Codex von Silos

Der Codex von Silos ist eine der jüngsten Handschriften nach der Beatus-Tradition. Die Schrift entstand zwischen 1091 und 1109 im Skriptorium des spanischen Klosters Santo Domingo in Silos. Das Werk enthält 106 spannende, goldverzierte Miniaturen. Der älteste Bruder Napoleons, Joseph Napoleon, übereignete die Handschrift im Jahre 1840 an das British Museum.

Beatus von Liébana – Der Codex von Silos

Die Offenbarung des Johannes, welche auch als Apokalypse bekannt ist, ist das letzte Buch des Neuen Testaments. Die Geschichte vom Ende der Welt, vom Tag des Jüngsten Gerichts, von der Höllenfahrt aller Sünder übt seit Jahrhunderten große Faszination auf Christen aller Länder aus. Ein spanischer Mönch namens Beatus verfasste einen Kommentar zu diesem Buch der Bibel, welcher über mehrere Jahrhunderte hinweg rezipiert wurde. Der Codex von Silos ist eine der jüngsten Ausgaben der Beatus-Handschriften. Die wertvolle Originalausgabe des Werkes befindet sich heute im British Museum in London.

Wer war Beatus?

Beatus von Liébana war ein Mönch und Theologe, der dem Kloster San Martin de Turieno im Tal von Liébana im heutigen Spanien angehörte. Bekannt ist der Mönch vor allem durch sein Hauptwerk, einen Kommentar zur biblischen Apokalypse in zwölf Büchern. Diese zwölf Handschriften entstanden etwa um 776 und werden heute als die Beatus-Schriftenreihe bezeichnet. Die zwölf Bücher wurden in unzähligen Handschriften rezipiert, von denen viele bis heute erhalten sind. Die** meisten Beatus-Handschriften entstanden zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert** in Nordspanien. Die Beatus-Handschrift von Silos wurde im Jahre 1109 beendet.

Ein gut dokumentiertes Meisterwerk

Wie aus mehreren Notizen im Beatus-Codex hervorgeht, wurde der Text von den Schreibern Dominicus und Munnius im April 1091 vollendet, während die Miniaturen vom Illuminator Petrus erst am 1. Juli 1109 fertiggestellt wurden. Begonnen wurde das Werk unter Abt Fortunius von Santo Domingo de Silos. Nach dessen Tod wurde es unter den Äbten Nunnus und Johannes weitergeführt. Joseph Bonaparte, der älteste Bruder Napoleons, eignete sich die Handschrift an, als er König von Spanien war. 1840 verkaufte er sie an das British Museum, wo sie sich heute befindet.

Stilistische Besonderheiten

Gegen Ende des 11. Jahrhunderts kam es zu tiefgreifenden Änderungen im kirchlichen und kulturellen Leben der christlichen Königreiche im Norden Spaniens. Kunst und Architektur näherten immer mehr den in Frankreich verbreiteten romanischen Formen an. Diese Einflüsse zeigen sich vereinzelt in Randminiaturen des Codex von Silos. Die erste Miniatur ist eine** außergewöhnliche Darstellung der Hölle, in der ein reicher Mann und ein unzüchtiges Paar von mehreren Dämonen gequält werden**. Weitere Darstellungen zeigen Engel und mehrfach Johannes in unterschiedlicher Gewandung. In modischer weltlicher Kleidung mit einer prachtvollen Kopfbedeckung tänzelt er durch die Bilder. Der wahre Reiz der Miniaturen des Silos-Codex besteht nicht in ihrer künstlerischen Perfektion, sondern in der modernen Erzählweise. Die ungewöhnlichen Illustrationen machen die Silos-Ausgabe zu einer der interessantesten Ausgaben der Beatus-Handschriften.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Beatus of Liébana - Silos Codex
Beato de Liébana, códice del Monasterio de Santo Domingo de Silos, Burgos
Silos Beatus - Codex of the Monastery of Santo Domingo de Silos
Beatus von Silos - Codex aus dem Kloster von Santo Domingo von Silos
Beato di Silos - Codice del Monastero di Santo Domingo de Silos
Beato de Silos - Códice do Mosteiro de Santo Domingo de Silos
Béatus de Silos - Codex du Monastère de Santo Domingo de Silos
Silos Beatus
Beatus of Liébana
Silos, Silos Apocalypse
Umfang / Format
560 Seiten / 38,0 × 25,0 cm
Herkunft
Spanien
Datum
18. April 1091 – 30. Juni 1109
Stil
Sprache
Schrift
Westgotisch
Buchschmuck
106 goldverzierte Miniaturen
Inhalt
Kommentar zum Buch der Offenbarung von Beatus von Liébana
Kommentar zum Buch Daniel vom Heiligen Hieronymus
Antiphonar
Auszug aus den Etymologien von Isadore von Sevilla
Verschiedene Texte von St. Hieronymus, St. Gregor und St. Augustinus
Einteilung der
Auftraggeber
Abt Fortunio
Abt Nunnus
Abt Johannes
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Kardinal Antonio von Aragon
Pascal von Aragonien
König Karl IV. von Spanien
Joseph Bonaparte, König von Spanien

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Beatus von Liébana - Codex von Silos – Add. Ms 11695 – British Library (London, Großbritannien) Faksimile
M. Moleiro Editor – Barcelona, 2004
Limitierung: 987 Exemplare
Detailbild

Beatus von Liébana - Codex von Silos

Das Siegel Israels

In Offb 7 stehen vier Engel an den Ecken der Erde und halten die Winde zurück, während ein anderer Engel im Osten erscheint und das Siegel des lebendigen Gottes trägt, das auf der Stirn der 144 000 Auserwählten aus den zwölf Stämmen Israels aufgebracht werden soll. Der Engel, der den anderen befiehlt, der Erde und dem Meer solange keinen Schaden zuzufügen, bis die Gläubigen versiegelt sind, wird hier mit einem Kreuzstab in der Hand dargestellt. Er ist flankiert von zwei der Engel, die die Winde an den Ecken zurückhalten, und kopfüber aus der Sonne auftauchen.

Beato de Liébana, códice del Monasterio de Santo Domingo de Silos, Burgos
Einzelseite

Beatus von Liébana - Codex von Silos

Hölle

Dieses berühmte Höllenbild zeichnet sich durch seine Seltenheit und die Komplexität seiner Ikonographie aus, die auf Traditionen von der Gnosis bis zum alten Ägypten zurückgeht. In einem Vierpass, der am Goldenen Schnitt ausgerichtet ist, wird die Bestrafung eines reichen Mannes, lateinisch bezeichnet als Dives, in der Mitte durch die Teufel Beelzebub (links), Radamas (unten), Athimos (rechts) und Barrabas (oben) dargestellt.

Außerhalb des Rahmens hält der Erzengel Michael eine Waage, um die Seelen nach Art des ägyptischen Gottes Toth zu wiegen. Die Sünde des Geizes wird dadurch hervorgehoben, dass sie im Zentrum platziert ist, wo die Figur von zwei Schlangen in den Kopf gebissen wird, während seine Füße von zwei Kröten gebissen werden, die die Feinde des ägyptischen Gottes Ra symbolisieren. Die Lust, die einzige andere dargestellte Sünde, wird durch zwei in eine Decke gewickelte Liebende dargestellt.

Beato de Liébana, códice del Monasterio de Santo Domingo de Silos, Burgos
Faksimile-Editionen

#1 Beato de Liébana, códice del Monasterio de Santo Domingo de Silos, Burgos

M. Moleiro Editor – Barcelona, 2004

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: M. Moleiro Editor – Barcelona, 2004
Limitierung: 987 Exemplare
Einband: Grünlichem, blindgeprägtes Leder im Lederschuber
Kommentar: 1 Band (240 Seiten) von Fr. Miguel C. Vivancos, Ángela Franco und Fr. Clemente Serna González
Sprachen: Englisch, Spanisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€€€€ (7.000€ - 10.000€)
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