Ein Vorbote der Reformation: Einer der ersten gedruckten Apokalypse-Codices mit fast 100 großformatigen und handkolorierten Holzschnitten

Apocalypsis Johannis

Niederlande / Rhein-Region — Um 1460

Apocalypsis Johannis

Apocalypsis Johannis

Niederlande / Rhein-Region — Um 1460

  1. Diese Inkunabel (Frühdruck) eines Apokalypse-Manuskripts zeigt 96 handkolorierte Holzschnitte

  2. Ein Vorbote der Reformation mit unerschrocken kritischen Darstellungen des Klerus

  3. Ein enges Zusammenspiel von Text und Bild mit frappierender Ähnlichkeit zu modernen Comic-Büchern

Apocalypsis Johannis

Apocalypsis Johannis – alfa.D.5.22 – Biblioteca Estense Universitaria (Modena, Italien)
Apocalypsis Johannis – alfa.D.5.22 – Biblioteca Estense Universitaria (Modena, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Die Apokalypse von Estense ist eine Bilderhandschrift, die um 1460 in den Niederlanden oder in der deutschen Rhein-Region angefertigt wurde. Sie besteht aus 96 Holzschnitten, welche von Hand koloriert wurden. Der Text der Apokalypse wurde verschieden in die mitreißenden Szenen eingebettet.

Apocalypsis Johannis

Die Offenbarung des Johannes, auch bekannt als Apokalypse, ist das letzte Buch des Neuen Testaments. Der Bibeltext ist eine zusammenhängende allegorische Komposition voller bedeutender Symbole, die die christliche Gemeinde seit Jahrhunderten prägt und fasziniert. Die vorliegende Ausgabe der Apokalypse befindet sich heute in der Biblioteca Estense Universitaria in Italien. Das kostbare Werk enthält 48 ganzseitige Holzschnitte, welche allesamt von Hand koloriert wurden. Es handelt sich hierbei um eine der weltweit schönsten und wertvollsten Ausgaben der populären Bibelstelle.

Symbolhafte Bildsprache

Die Johannesoffenbarung wurde ursprünglich in Form eines Briefes verfasst, der aus der Sicht des Apostels Johannes geschrieben wurde und sich an sieben christliche Gemeinden in Kleinasien richtete. Seit dem Mittelalter wird die Schrift in 22 Kapitel unterteilt. Die Bibelstelle erzählt von den schrecklichen Visionen vom Ende der Welt und vom Tag des Jüngsten Gerichts, die dem Apostel Johannes im Traum erschienen. Der Text wurde in einer sehr bildhaften Sprache verfasst und bedient sich verschiedener symbolhafter Farbgebung, Tierdarstellungen und Zahlenkombinationen. Der Code 666, der den Namen der Bestie verschlüsselt, ist noch heute ein allgemein bekanntes, satanisches Motiv. Die Apokalypse von Estense wurde im Stil einer „Biblia Pauperum“ verfasst. Sie besteht aus 96 Bildern, die je eine ganze Buchseite füllen. Die Darstellungen bestehen teils aus einer großen Szene, teils sind sie in zwei Szenen unterteilt. Der lateinische Buchtext wurde auf verschiedenste Art und Weise in die Miniaturen eingebettet, sodass beim Leser der Eindruck entsteht, man habe hier einen modernen Comic vor sich.

Ein Vorbote der Reformation?

Das besondere an der Estense-Apokalypse sind ganz eindeutig ihre wunderschönen Illustrationen. In hervorragenden Holzschnitten wurden die Konturlinien der Darstellungen angefertigt. Jede einzelne Szene wurde in einer lebendigen, prachtvollen Vielfalt von Farben von Hand koloriert. Die packenden Darstellungen wenden sich in ihrer Gestaltung gegen die sonst übliche Darstellungsweise von Heiligen und kirchlichen Würdenträgern. Keine Gnade, kein Respekt wird den Geistlichen geschenkt, sie werden am letzten Tage der Erde ebenso wie der Rest der Menschheit für ihre Sünden und Schandtaten bestraft. Diese besondere Eigenschaft der Illustrationen lässt sich als Vorbote der Reformation deuten, die kurz nach der Entstehung des Werkes ganz Europa erschütterte und das Wesen der Kirche völlig revolutionierte.

Kodikologie

Umfang / Format
96 Seiten / 29,0 x 22,0 cm
Datum
Um 1460
Sprache
Buchschmuck
48 ganzseitige kolorierte Holzschnitte
Künstler / Schule

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Apocalypsis Johannis“

Apocalypsis Johannis
Apocalypsis Johannis – alfa.D.5.22 – Biblioteca Estense Universitaria (Modena, Italien)
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Apocalypsis Johannis

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Il Bulino, edizioni d'arte – Modena, 1999
Limitierung
999 Exemplare
Einband
Vollleder, dem Original entsprechend
Kommentar
1 Band (93 Seiten) von Ernesto Milano
Sprache: Italienisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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