Astronomische Texte

Astronomische Texte – Millennium Liber – Ms. Lat. Oct. 44 – Staatsbibliothek zu Berlin (Berlin, Deutschland)

West- oder Mitteleuropa, möglicherweise Deutschland, Nordfrankreich oder Flandern — 15. Jahrhundert

Das astronomische Wissen des 15. Jahrhunderts, knapp zusammengefasst und wunderbar illustriert für mittelalterliche Laien: Kolorierte Federzeichnungen der Sternbilder und faszinierende Diagramme in antiker Tradition

  1. Dieses spätmittelalterliche astronomische Kompendium basiert unter anderem auf dem antiken Werk "de astronomia" von Hyginus, einem Nachfolger des Aratus von Soloi

  2. Die Texte werden Diagrammen und Tabellen begleitet, darunter schematische Darstellungen eines Quadranten und eines Astrolabiums sowie ein Mondkalender

  3. 44 sanft kolorierte Federzeichnungen illustrieren die Sternbilder, in denen die einzelnen Sterne als leuchtende, goldene Kreise hervorgehoben sind

Astronomische Texte

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  1. Beschreibung
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Beschreibung
Astronomische Texte

Die vorliegende Handschrift ist ein Kompendium verschiedener astronomischer Traktate, Tabellen und Abbildungen und Werk eines unbekannten Autors des 15. Jahrhunderts. Vermutlich wurde die Handschrift mit den astronomischen Texten, die heute in der Staatsbibliothek zu Berlin verwahrt wird, in West- oder Mitteleuropa gefertigt. Die herrlichen Illustrationen – insgesamt 44 kolorierte Zeichnungen - von Sternbildern und anderen astronomischen Phänomenen zeugen von großartiger Kunstfertigkeit. So bieten die astronomischen Texte einen herrlichen Einblick in diese Wissenschaft, die seit der Antike immer wieder Wissenschaftler und auch Laien begeistert!

Astronomische Texte

Der Codex Lat. Oct. 44 der Staatsbibliothek in Berlin besteht aus 24 Seiten im handlichen Format von 15,5 x 11 cm. Es handelt sich bei dieser Handschrift mit dem Titel „Planetarum et Asteriscorum Coeli figurae et Virtutes Astronomicae“ um ein Kompendium astronomischer Texte samt bildlicher Ausstattung. Diese Abhandlung, eine wohl französische Handschrift des 15. Jahrhunderts, begeistert mit ihren fundierten Kenntnissen, die auf einen gebildeten Autor hindeuten. Der unbekannte Verfasser der astronomischen Texte in der Staatsbibliothek zu Berlin war vermutlich ein Mann, der sehr bewandert war in der Wissenschaft der Astronomie und Astrologie und auch über die praktische Anwendung dieser Wissenschaften Bescheid wusste.

Großartige künstlerische Ausstattung

44 wunderbare Darstellungen der Sternbilder illustrieren die Handschrift. Die herrlichen, bunt kolorierten Federzeichnungen präsentieren Sternbilder und Symbole, mythische Figuren, aber auch Darstellungen, die der Zeit entsprungen sind. Dabei sind die einzelnen Sterne als leuchtende, goldene Kreise hervorgehoben. Geheimnisvolle Tabellen und Diagramme runden die Handschrift ab, etwa zu den zwölf Tierkreiszeichen und den ihnen zugeordneten Kräften. Eine Tabelle führt die Namen der Planeten in Hebräisch, Griechisch und Arabisch auf–eine hilfreiche Referenz für mehrsprachige Lesende und ein subtiler Verweis auf die vielfältigen, transkulturellen Wissensquellen der mittelalterlichen Astronomie. Ein Mondkalender, Sternbilderbeschreibungen der ptolemäischen Himmelsbilder und eine Beschreibung der Himmels- und Wettererscheinungen im Verlauf der zwölf Monate eines Jahres sind ebenso enthalten wie ein Astrolabium.

Hyginus und Aratos von Soloi

Der Hauptteil ist eine Adaption des dritten Buchs von Hyginus‘ (um 60 v. Chr–nach 4 n. Chr.) de astronomia oder poetica astronomica. Das Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. entstandene Werk verarbeitet unter anderem die berühmte Phainomena des Aratos von Soloi (ca. 310 v. Chr.–245 v. Chr.) und wurde bereits von Isidor von Sevilla (ca. 560–636) weitläufig zitiert. Hyginus‘ Text beschreibt die Sternbilder und die Anzahl und Position der Sterne darin mit großer Genauigkeit. Diese war dem Kompilator der spätmittelalterlichen Adaption und den dazugehörigen Illustrationen nicht mehr allzu wichtig. Stattdessen schien hier Vorrang zu haben, dass die Position der einzelnen Sterne die Form ergibt, nach der die Sternbilder benannt sind. Die Berliner Handschrift vereint damit eine künstlerische Herangehensweise mit Jahrhundertealtem Wissen über die Himmelskörper.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Astronomical Texts
Textos Astronómicos
Recopilación de textos astronómicos
Textes astronomique
Testi di Astronomia
Berlin Hyginus
Umfang / Format
24 Seiten / 15,5 × 11,0 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
15. Jahrhundert
Stil
Sprache
Schrift
Kursive
Buchschmuck
44 Darstellungen von Sternbildern
Inhalt
Kompilation kurzer astronomischer Texte, Diagramme, Tabellen und schematischer Zeichnungen, darunter eine Adaption von Hyginus' de astronomia, Buch III

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Astronomische Texte – Millennium Liber – Ms. Lat. Oct. 44 – Staatsbibliothek zu Berlin (Berlin, Deutschland)
Millennium Liber – Madrid, 2007
Limitierung: 995 Exemplare
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Astronomische Texte

Perseus

In diesem Manuskript werden neben den Tierkreiszeichen auch mythische Figuren dargestellt. Obwohl der berühmte griechische Held Perseus im Stil des 14. Jahrhunderts gekleidet ist, erkennt man ihn automatisch an seinem Schwert und dem abgeschlagenen Kopf, die er beide in seinen Händen hält. Der Kopf gehört natürlich zu Medusa, der Gorgone, deren Blick ihre Opfer in Stein verwandelte. Sie zu töten, war ein Auftrag von König Polydectes an Perseus gewesen, der seine Mutter Danaë begehrte und auf frevlerische Art ihren Sohn loswerden wollte.

Astronomische Texte – Millennium Liber – Ms. Lat. Oct. 44 – Staatsbibliothek zu Berlin (Berlin, Deutschland)
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Astronomische Texte

Waage, Schütze, Steinbock und Skorpion

Die Tierkreiszeichen der letzten vier Monate des Jahres werden hier im Uhrzeigersinn von oben links zusammen mit den Namen der entsprechenden Monate und erklärenden Texten aufgeführt: Waage, Schütze, Steinbock und Skorpion. Diese Gruppe von Tierkreiszeichen nimmt im astrologischen Kalender den Zeitraum zwischen der Tagundnachtgleiche im September und der Sonnenwende im Dezember ein, wenn der kürzeste Tag des Jahres eintritt.

Diese relativ einfachen Zeichnungen basieren wahrscheinlich auf früheren Vorlagen, vielleicht sogar auf einem karolingischen Manuskript, das seinerseits auf einem Werk aus der Spätantike basiert. Sie sind mit roter und schwarzer Tinte gezeichnet, wobei die Sterne, die die tatsächlichen Sternbilder nicht genau wiedergeben, mit runden Punkten aus Blattgold dargestellt sind.

Astronomische Texte – Millennium Liber – Ms. Lat. Oct. 44 – Staatsbibliothek zu Berlin (Berlin, Deutschland)
Faksimile-Editionen

#1 Textos Astronómicos

Millennium Liber – Madrid, 2007

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Millennium Liber – Madrid, 2007
Limitierung: 995 Exemplare
Einband: Roter Ledereinband mit einem in goldgeprägten astrologischen Symbol. Ein mit Samt gefüttertes Etui beherbergt sowohl das Faksimile als auch den Kommentarband.
Kommentar: 1 Band von Jürgen Hamel und Alberto Sánchez Nieto
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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