Bamberger Apokalypse

Bamberger Apokalypse

Kloster Reichenau (Deutschland) — Um 1000–1020

Das vielleicht größte Meisterwerk des Klosters Reichenau, golden illuminiert und heute UNESCO-Welterbe: Die einzig erhaltene Apokalypse aus der ottonischen Zeit

  1. Das einzige erhaltene illuminierte Apokalypse-Manuskript der ottonischen Zeit

  2. Das berühmteste und wertvollste Werk des Klosters Reichenau

  3. Aufgenommen in die Liste des UNESCO Weltdokumentenerbes im Jahr 2003

Bamberger Apokalypse

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (3)
Beschreibung
Bamberger Apokalypse

Zwischen 1000 und 1020 entstand im Skriptorium des Klosters Reichenau ein einzigartiges Wunderwerk der handschriftlichen Buchkunst. Die Bamberger Apokalypse, welche seit dem Jahr 2003 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehört, ist das bekannteste und kostbarste Werk der Reichenauer Buchkünstler. Es enthält den einzigen Bilderzyklus zur Apokalypse, der je in der ottonischen Buchmalerei angefertigt wurde. Die prächtigen, meist ganzseitigen Bilder auf goldenem Grund besitzen eine unbeschreibliche Ausdruckskraft. Die unvergleichlichen Miniaturen ziehen jeden ihrer Betrachter in den Bann.

Die 1. Bamberger Apokalypse

Unter den zahlreichen bedeutenden Büchern und Schriften in der Staatsbibliothek zu Bamberg befindet sich ein einzigartiges Wunderwerk der mittelalterlichen Buchkunst. Es handelt sich dabei um die Bamberger Apokalypse. Diese illuminierte Handschrift zählt zu den bekanntesten Werken aus dem Skriptorium des Klosters Reichenau und ist das einzige Werk der ottonischen Buchmalerei, das einen Bilderzyklus zur Apokalypse enthält. Die Apokalypse, auch bekannt als die Offenbarung des Johannes, ist das letzte Buch des Neuen Testaments. Dieser Bibeltext ist eine zusammenhängende allegorische Komposition voller bedeutender Symbole, die die christliche Gemeinde seit Jahrhunderten prägt und fasziniert. In der Bamberger Apokalypse ist dieser bedeutende Text durch insgesamt 57 prachtvolle, großformatige Miniaturen auf goldenem Grund illustriert. Reich mit Gold und Silber geschmückte Initialen veredeln das Werk zusätzlich.

Ein rätselhaftes Meisterwerk

Bis heute herrscht in der historischen Forschung Unklarheit über den genauen Entstehungszeitraum der Bamberger Apokalypse. Paläografische Erkenntnisse sowie ikonografische und stilkritische Einschätzungen ergaben eine Datierung des Werkes auf den Zeitraum zwischen 1000 und 1020. Schwieriger fällt jedoch die Feststellung eines Auftraggebers des prachtvollen Codex. Eine Miniatur in der Handschrift zeigt ein repräsentatives Herrscherbildnis, in welchem mit Sicherheit der Auftraggeber dargestellt ist. Allerdings wird bis heute kontrovers darüber diskutiert, ob es sich bei der Herrschergestalt um Kaiser Otto III. oder um Kaiser Heinrich II. handelt. Vermutlich wurde die Handschrift von Otto in Auftrag gegeben, um nach dem unerwarteten Tod des Herrschers im Alter von erst 21 Jahren zunächst unvollendet zu bleiben. Höchst wahrscheinlich entdeckte Ottos Nachfolger Heinrich II. den kostbaren Codex im Reichenauer Skriptorium und ließ ihn fertigstellen. Ältere literarische Überlieferungen berichten von einem heute nicht mehr erhaltenen Einband. Dieser dokumentierte in einer Inschrift die Schenkung des Codex durch Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde an das Bamberger Kollegiatstift St. Stephan.

Faszinierende Buchmalerei

Die Bamberger Apokalypse ist das großartigste und bekannteste Werk aus dem Skriptorium des Klosters Reichenau. Das Kloster war der Sitz des künstlerisch führenden Skriptoriums des gesamten Reiches. Die aufregenden Miniaturen der Apokalypse stellen den einzigen Zyklus zu diesem Buch der Bibel dar, der in der ottonischen Buchmalerei angefertigt wurde. Mitreissende Szenen in hochwertiger Farbe und auf kostbarem Goldgrund lassen die Buchseiten in einzigartigem Glanz erstrahlen. Die intensiven Bilder zeugen von einer charakteristischen Darstellungsweise, in der Personen und Gesichter voll ausdrucksstarker Mimik und Gestik abgebildet sind. Auch Jahrhunderte nach ihrer Herstellung ziehen die expressiven Illustrationen jeden ihrer Betrachter in den Bann. Neben den prachtvollen, meist ganzseitigen Miniaturen dekorieren etwa 103 Schmuckinitialen den Codex. Die goldenen oder silbernen Buchstaben befinden sich auf Hintergründen in Purpur, Blau oder Grün und sind konturiert durch vergoldetes Rankenwerk, das in kleeblattähnlichen Gebilden oder Pfeilspitzen ausläuft. Diese spezielle Verzierung gilt als das Markenzeichen der Reichenauer Buchkünstler.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Bamberg Apocalypse
L'Apocalisse di Bamberg
Umfang / Format
212 Seiten / 29,5 × 20,4 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
Um 1000–1020
Stil
Sprache
Buchschmuck
57 Miniaturen und 103 Initialen, zum Teil ganzseitig
Inhalt
Buch der Offenbarung und ein Lektionar
Auftraggeber
Otto III., Römisch-deutscher Kaiser (980–1002)
Heinrich II., Römisch-deutscher Kaiser (972–1024)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
St. Stephan, Bamberg

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Bamberger Apokalypse – Msc.Bibl.140 – Staatsbibliothek (Bamberg, Deutschland)
Faksimile Verlag – Luzern, 2001
Limitierung: 980 Exemplare

L'Apocalisse di Bamberg
Salerno Editrice – Rom, 2001
Limitierung: 245 Exemplare (Co-Edition mit Faksimile Verlag Luzern)

Detailbild

Bamberger Apokalypse

Christus auf einem weißen Pferd

Nach dem Fall Babylons wird ein Reiter, der für Christus steht, auf einem weißen Pferd ausgesandt, um das himmlische Heer gegen das Tier und seine Armeen zu führen, die völlig besiegt sind. „Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. Auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt er den Namen KÖNIG DER KÖNIGE UND HERR DER HERREN“ (Apk 19, 15-16)

Bamberger Apokalypse
Einzelseite

Die Bamberger Apokalypse

Das Jüngste Gericht

Hier sehen wir das Jüngste Gericht, eine in der christlichen Kunst gerne verwendete Szene. Diese Darstellung passt genau zum monumentalen Stil der ottonischen Buchmalerei mit ihren erhabenen Figuren vor einem brünierten Goldgrund, der dadurch zeitlos, raumlos und ewig wirkt.
Christus thront mit einem großen Kreuz, flankiert von den Evangelisten, trompetenden Engeln und den Zwölf Aposteln. Seine Augen schauen rechts über den Betrachter hinweg, aber die Augen aller anderen Personen in der Szene sind auf ihn gerichtet. Nur die beiden Engel ganz in Weiß unten sehen beim Verlesen ihrer Proklamationen die Gerichteten an. Die Verdammten sind in der unteren rechten Ecke zu sehen, wo der Höllenschlund und die nackten, gefesselten Bewohner der Hölle auf sie warten. Die grünhäutigen Toten befinden sich im Auferstehungsvorgang, gestikulieren, als ob sie sich nach einem langen Schlaf dehnen, und sehen sich erstaunt um.

Bamberger Apokalypse
Faksimile-Editionen

#1 Bamberger Apokalypse

Faksimile Verlag – Luzern, 2001

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Faksimile Verlag – Luzern, 2001
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Der kostbare Einband aus roter Seide ist einer anderen Handschrift aus dem Besitz Heinrichs II. nachempfunden und wurde extra für diese Faksimile-Editon in der traditionellen Technik nachgewebt. Faksimile- und Kommentarband werden zusammen in einer schützenden Acrylglas-Kassette geliefert.
Kommentar: 1 Band von Bernhard Schemmel, Gude Suckale-Redlefsen, Renate Baumgärtel-Fleischmann, Avinoam Shalem, Yves Christe, Martina Pippal, Bernd Schneidmüller, Peter Wind, Peter Wünsche und Peter Klein
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Regulärer Preis ohne Anmeldung (wie neu)2.690 
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#2 L'Apocalisse di Bamberg

Salerno Editrice – Rom, 2001

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Salerno Editrice – Rom, 2001
Limitierung: 245 Exemplare (Co-Edition mit Faksimile Verlag Luzern)
Einband: Rotes Leder mit Blindprägung
Kommentar: 1 Band (248 Seiten) von Bernhard Schemmel, Gude Suckale-Redlefsen, Renate Baumgärtel-Fleischmann, Avinoam Shalem, Yves Christe, Martina Pippal, Bernd Schneidmüller, Peter Wind, Peter Wünsche und Peter Klein
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.

#3 Ausgewählte Miniaturen der Bamberger Apokalypse

Insel Verlag – Frankfurt, 1961

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Insel Verlag – Frankfurt, 1961
Einband: Sammlung von 12 einzelnen Faksimile-Blättern aus der Bamberger Apokalypse
Kommentar: 1 Band von Ludwig Oehms
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Teilfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion von 12 Einzelblättern des Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Die Sammlung umfasst fol. 4v, 9r, 10v, 24v, 29v, 31v, 45r, 46r, 57r, 61v, 63v, 68v.
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