Codex Dresdensis

Codex Dresdensis

Zentralamerika — 1200-1250

Praktischer Kalender, Zeugnis der Wissenschaft und kunstvolles Rätsel bis heute: Das am reichsten verzierte der nur noch vier bis heute erhaltenen Maya-Manuskripte

  1. Mit 42 kunstvoll illuminierten Seiten (ursprünglich als Leporello gefaltet) das am reichsten illustrierte der nur noch vier erhaltenen Maya-Manuskripte

  2. Himmelsbeobachtungen, Zahlenmystik und ein praktischer Kalender für die Anbetung bestimmter Götter, die Jagd oder den Hausbau

  3. Heute eine der wichtigsten ethnographischen Quellen der vergangenen Maya-Kultur

Codex Dresdensis

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Codex Dresdensis

Der Dresdner Codex ist einer von nur noch vier heute erhaltenen Maya-Codices, die den Maya-Priestern vermutlich für Religion und Mystik, aber auch Mathematik und Astronomie als Handbücher gedient haben. Für die Astronomie ist er sogar die einzige schriftliche Quelle aus dem vorspanischen Mittelamerika. Ebenfalls als einziger dieser vier Codices ist er trotz seiner Wasserschäden aus dem 2. Weltkrieg heute tatsächlich noch in der Schatzkammer der Sächsischen Landesbibliothek einsehbar (die anderen drei Maya-Codices, die heute in Paris, Madrid und Mexiko aufbewahrt werden, sind dort nicht zugänglich). Mit 42 kunstvoll illumierten Seiten handelt es sich hier um das reichhaltigste der Maya-Manuskripte, das trotz intensiver Forschungen bis heute noch nicht in allen Teilen ganz verstanden worden ist – aber gerade darum einen besonderen Reiz des Unbekannten aufweist.

"Der Dresdner Maya-Codex ist nicht nur als Materialsammlung für die Schriftforschung aufzufassen; einzelne Seiten gehören zum Schönsten, was von den Mayas und aus Altamerika an Bilddokumenten überhaupt erhalten blieb."
F. Anders, Universität Wien

"Der Codex Dresdensis berichtet als einzige der erhaltenen Maya-Handschriften detailliert über astronomische Kenntnisse der Maya und ist für diesen thematischen Bereich überhaupt die einzige schriftliche Quelle aus dem vorspanischen Mesoamerika."
B. Riese in: Zeitschrift für Ethnologie, Bd. 101, S. 190 f.

"Nach den frühen spanischen Quellen enthielten die Bücher der Maya geschichtliche Darstellungen, Prophezeiungen, Gesänge, 'Wissenschaften´ und Genealogien; unsere drei vorliegenden Werke sind jedoch rein rituell astronomischen Charakters. Sie sind im Nordgebiet während der nachklassischen Periode entstanden. Der Dresdner Codex ist der schönste der drei."
M. D. Coe, Die Maya, Bergisch Gladbach 1968, S. 180

"Der Dresdner Codex ... gilt wegen der Feinheit seiner Linienführung, der sorgfältigen Ausführung der dargestellten mythologischen Figuren und der eindrucksvollen Farbgebung mit Recht als der schönste und älteste der drei Maya-Codices."
H. Deckert, Maya-Handschrift der Sächsischen Landesbibliothek Dresden, Berlin 1962, S. 13

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Dresden
Dresden Codex
Umfang / Format
78 Seiten / 20,5 × 9,0 cm
Herkunft
Peru
Datum
1200-1250
Epoche
Buchschmuck
74 ganzseitige Miniaturen
Vorbesitzer
Johann Christian Götze (1692–1749)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Dresdensis – Mscr. Dresd. R 310 – Sächsische Landesbibliothek - Staats - und Universitätsbibliothek (Dresden, Deutschland)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1975
Faksimile-Editionen

#1 Codex Dresdensis

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Als Faltbuch ausgebunden. Halbleder-Kassette.
Kommentar: 1 Band (93 Seiten) von Ferdinand Anders und Helmut Deckert
Sprache: Deutsch

39 Seiten mit Schwarz-Weiß-Reproduktionen aus dem Codex und 10 Farbtafeln.
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Preiskategorie: € (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
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