Geschaffen vom 18-jährigen Narziss Renner und seinem Vater: Ein jugendlicher Buchmaler und seine außergewöhnlich schönen, goldleuchtenden Miniaturen

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Augsburg (Deutschland) — 1520

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Augsburg (Deutschland) — 1520

  1. Meisterwerk der deutschen Buchmalerei und ganz nach den Wünschen von Susanna von Bayern (1502-1543) gefertigt

  2. Vom erst 18 Jahre alte Augsburger Buchmaler Narziss Renner in goldener Pracht geschaffen

  3. Besonders beeindruckend sind auch die verschienden Schmuckbordüren und Miniaturen wie die Darstellung einer mittelalterlichen Jagd

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Die Auferstehung

Den Evangelien zufolge wurde Christus drei Tage nach seinem Tod auferweckt und verließ sein Grab. Diese Szene wurde gern von mittelalterlichen Künstlern genutzt, um zeitgenössische Soldaten - und insbesondere Söldner - in einem negativen Licht erscheinen zu lassen. Sie prangerten deren rohe Art und ihr allgemein amoralisches Verhalten an. Der Künstler hat Blattsilber für die Waffen und Rüstungen der Soldaten verwendet, die mit Hellebarden, Helmen mit offenem Visier, Kürassen, Lanzen und Armschienen ausgestattet sind.

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Alternativ-Titel:
  • Das Deutsche Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg
  • German Prayer Book of the Margravine of Brandenburg
Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg – Hs. Durlach 2 – Badische Landesbibliothek (Karlsruhe, Deutschland)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Eines der schönsten und prachtvoll ausgestatteten Manuskripte der deutschen Buchkunst wurde im Jahr 1520 vom Augsburger Illuminator Narziss Renner gestaltet. Es ist das Deutsche Gebetbuch der Susanna, Markgräfin von Brandenburg. Das private Werk wurde der Markgräfin zu ihrer Hochzeit mit Kasimir, Markgraf von Brandenburg-Ansbach angefertigt. Bei seiner Ausstattung hielt sich der Meister streng an die persönlichen Wünsche der Susanna. In den herrlich golden schimmernden Bordüren und den aufregend lebendigen und farbenfrohen Miniaturen sind immer wieder Hinweise auf das Privatleben der jungen Markgräfin versteckt.

Das Deutsche Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Im Auftrag der Susanna von Bayern wurde im Jahr 1520 ein handgeschriebenes und illuminiertes Gebetbuch in deutscher Sprache geschaffen. Dieses gehört mit seinem verschwenderischen Ausstattungsreichtum zu den schönsten Manuskripten, die je in Deutschland hergestellt wurden. Das Gebetbuch wurde vermutlich zur Hochzeit der Susanna mit Kasimir, dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, in Auftrag gegeben und enthält zahlreiche persönliche Anspielungen auf die Braut. 47 großformatige, eindrucksvolle Miniaturen in prächtigen Farben bebildern die Handschrift. Besonders reizvoll sind die aufwendig gemusterten Bordüren und Ranzverzierungen, welche mit hochwertig glänzendem Gold hinterlegt sind. Zusätzlich veredeln zahlreiche große und farbig hinterlegte Initialen das private Andachtsbuch.

Die Nichte Kaiser Maximilians

Susanna von Bayern, eine Nichte von Kaiser Maximilian, kam schon in jungen Jahren mit den Werken berühmter deutscher Künstler in Berührung. Ihr Onkel trat als großzügiger Kunstmäzen auf und einige der wichtigsten Maler und Buchillustratoren Europas arbeiteten in seinem Auftrag. Darunter waren Albrecht Dürer, Lucas Cranach und Hans Holbein. Maximilian war es auch, der bei der Hochzeit seiner Nichte im Jahr 1518 in Augsburg als Brautführer auftrat. Susanna war eine fromme, streng gläubige und doch lebensfrohe junge Frau. Sie liebte die Natur, ging begeistert dem adligen Sport des Jagens nach und feierte ausgelassene Feste am Hof. Einige Miniaturen und Randverzierungen in ihrem persönlichen Gebetbuch verweisen auf ihre geliebten Freizeitbeschäftigungen. Eine ganzseitige Miniatur widmet sich beispielsweise der Jagd auf einen Hirsch und eine Darstellung von aufgeweckten kleinen Engelsgestalten erinnert an eine tanzende Festgesellschaft.

Ein junger Meister beweist sich

Der erst 18 Jahre alte Augsburger Buchkünstler Narziss Renner ist verantwortlich für die Gestaltung des Gebetbuches. Der unglaublich begabte und grenzenlos kreative Maler orientierte sich bei der Ausstattung des Werkes zum Teil an berühmten Vorlagen, beispielsweise von Hans Burgkmaier und Lucas Cranach. Besonders beeindruckt zeigte sich Renner von den Arbeiten des Regensburger Graphikers Albrecht Altdorfer. Durch seine unverbrauchte Natürlichkeit und seinen Ideenreichtum gelang es Renner, seine Ideale sogar zu übertreffen. Er kombiniert im Gebetbuch verschiedenste künstlerische Einflüsse miteinander, beispielsweise präsentiert er Bordürenschmuck im flämischen, italienischen und deutschen Stil der Buchmalerei. Dekor aus farbenfrohen Blüten, Früchten und kleinen Tiere wechselt sich ab mit Darstellungen von Füllhörnern und Atlanten, wie sie in der italienischen Renaissance typisch waren. Akanthusranken mit Goldpollen im Stil der Augsburger Gotik zeigen, dass Renner sich auch mit deutscher Kunst befasste, die lange vor seiner Geburt entstand.

Farbenpracht und Goldschmuck im Übermaß

Beinahe jede Seite des kostbaren Manuskripts erstrahlt in prächtiger Farbenfreude. Die ausdrucksstarken Bilder und Textseiten sind gerahmt von aufwendigen, golden funkenden Bordüren. Die fantastischen Miniaturen des Gebetbuches zeigen, wie bereits erwähnt, charakteristische private Details aus dem Leben der Susanna von Bayern. Das Werk eröffnet mit den Porträts und persönlichen Wappen des Markgrafen Kasimir und seiner Gemahlin. Herumtollende Engelsgestalten können als Sinnbild für die Lebensfreude der jungen Braut gesehen werden und einige Darstellungen zeigen Mitglieder ihres Hofstaates, zum Beispiel ein Zwerg, der einen zahmen Raben füttert. Zahlreiche lokale Heilige aus dem süddeutsch-fränkischen Raum sind abgebildet, welche Susanna verehrte. Auf ihren persönlichen Wunsch hin wurde ihr privates Andachtsbuch in ihrer Volkssprache abgefasst. Das Gebetbuch ist also nicht nur ein atemberaubend illustriertes Meisterwerk der deutschen Buchkunst. Es gewährt zusätzlich einen Einblick in die Persönlichkeit einer historischen Person, welcher uns üblicherweise verborgen bleibt.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Das Deutsche Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg
German Prayer Book of the Margravine of Brandenburg
Umfang / Format
378 Seiten / 15,2 x 10,8 cm
Datum
1520
Sprache
Buchschmuck
Insgesamt 214 Bild- und Textseiten mit Bordüren im flämischen, Italienischen oder deutschen Stil. 47 reich vergoldete Miniaturen und zahlreiche Goldinitialen
Auftraggeber
Kasimir, Markgraf von Brandenburg-Ansbach und seine Frau, Susanna von Bayern
Künstler / Schule
Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg

Adlige Gesellschaft auf Hirschjagd

Susanna von Bayern (1503-1542) war eine lebhafte und in ihrer Art ungewöhnliche deutsche Adlige und Nichte von Kaiser Maximilian I. (1459-1519). Die Jagd gehörte zu den Aktivitäten, die Susanna liebte und die neben den typischen biblischen Szenen im gesamten Manuskript abgebildet sind.

Diese Jagdszene hat ein festliches Flair, das normalerweise für aufwändige Feiern reserviert ist, und spiegelt damit die gesellschaftliche Bedeutung wider, die der Jagd unter den Adligen zukam. Der Hirsch wurde schon von den Jagdhunden in einen Fluss gejagt, während sich die Jäger in der Hoffnung auf einer Brücke postierten, ihn von dort aus dem Wasser zu holen. Die detailgetreue Darstellung einzelner Gesichter ist beeindruckend und subtile Federstriche mit goldener Tinte betonen sowohl die Figuren als auch die Tierwelt in der Szene. Susanna dürfte die zentrale Figur sein, die einen leuchtend gelben Umhang trägt.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg“

Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg
Deutsches Gebetbuch der Markgräfin von Brandenburg – Hs. Durlach 2 – Badische Landesbibliothek (Karlsruhe, Deutschland)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Faksimile Verlag – Luzern, 2002
Limitierung
980 Exemplare
Einband
Jeweils vier Zierknöpfe und ein in Silber gefasstes Medaillon mit dem bayrischen Wappen schmücken den Vorder- und Rückdeckel der in schwarzes Veloursleder gebundenen Handschrift. Alle 378 Seiten des mit Goldschnitt versehenen. Faksimile- und Kommentarband werden in einem schützenden Acrylglasschuber geliefert.
Kommentar
1 Band (512 Seiten) von Ulrich Merkl, Ute Obhof und Michaela Neidl
Sprachen: Französisch, Deutsch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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