Die Geschichte Berns von der Gründung bis ins Jahr 1465: Die letzte und vielleicht schönste Stadtchronik des großen Diebold Schilling

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Bern (Schweiz) — Um 1480

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Bern (Schweiz) — Um 1480

  1. Die Chronik erzählt die Geschichte Berns von der Gründung der Stadt bis ins Jahr 1465

  2. Diebold Schilling der Ältere (1445-1486) war Gerichtsschreiber und Verfasser mehrerer Chroniken

  3. Seine Spiezer Chronik enthält 344 Miniaturen von bis dahin unerreichter Qualität mit besonders realistisch dargestellten Menschen

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Abwehr eines Kavallerie-Angriffs

Appenzell ist ein historischer Schweizer Kanton, der vollständig vom weit größeren Kanton St. Gallen umgeben ist. Mit Hilfe der Stadt Bern und anderer Mitglieder der Alten Schweizerischen Eidgenossenschaft begründeten die Appenzeller am 15. Mai 1403 in der Schlacht von Vögelinsegg ihre Unabhängigkeit. Sie blockierten einen Gebirgspass und konnten so die Bedingungen der Schlacht diktieren. Hier wehrt eine mit Lanzen und Hellebarden bewaffnete Phalanx Berner Truppen (am Bären auf ihrer Fahne deutlich erkennbar) eine Schar angreifender Ritter ab, die in den Diensten des Fürstbischofs von St. Gallen stehen.

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Alternativ-Titel:
  • Diebold Schilling's Spiez Illuminated Chronicle
Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik – Mss.h.h.I.16 – Burgerbibliothek (Bern, Schweiz)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Die Spiezer Bilderchronik bildet den Abschluss der ruhmreichen Reihe von Stadtchroniken des Diebold Schilling. Das Werk ist die künstlerisch wertvollste Arbeit des Chronisten und stellt mit seinen außergewöhnlich mitreißenden Illustrationen ein letztes Mal das Können des Berner Meisters unter Beweis.

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Die sogenannte Spiezer Bilderchronik ist das letzte Werk des populären Berner Schriftstellers und Chronisten Diebold Schilling. Es zeigt, auf 808 in Schillings feinster Handschrift geschriebenen Seiten, die Stadtgeschichte Berns von ihren Anfängen bis ins Jahr 1465. Das Werk stellt dabei die Familiengeschichte und die Triumphe des Junkers und Ratsherren Rudolf von Erlach in den Mittelpunkt, welcher den Codex in Auftrag gab. Begleitet werden die Textpassagen von 344 hochwertigen Illustrationen.

Rudolf von Erlach als Auftraggeber

Diebold Schilling fertigte die Spiezer Chronik für einen privaten Auftraggeber an, nämlich den Beamten Rudolf von Erlach. Die beiden waren enge Vertraute, Schillings Ehefrau war sogar Patin eines Sohnes von Rudolf. Rudolf von Erlach konnte auf eine glorreiche Vergangenheit zurückblicken, seine Familie gehörte zu den bedeutendsten Personen im bernischen Staatswesen und er selbst kämpfte im Konflikt mit den Burgundern für seine Heimatstadt und gelangte so zu Ruhm und Ehre und einer hohen Position im Berner Rat. Als er die Spiezer Chronik in Auftrag gab, befand er sich auf dem Höhepunkt seiner äußerst erfolgreichen Karriere.

Schillings Meisterwerk

Rudolfs Freund und Chronist verband in seinem Werk die ruhmvolle Geschichte der Familie mit einem selbstbewussten Bild der Stadt Bern, und erschuf damit sein letztes und zugleich künstlerisch wertvollstes Meisterwerk. Er arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1486 daran. Die elegante Handschrift steht in der Tradition von Schillings berühmten Vorgängerwerken, wie beispielsweise der sogenannten „Zürcher Chronik“.

Qualität auf höchster Ebene

Was das Werk besonders bewundernswert macht, sind die 344 enthaltenen Miniaturen, die von einer bis dahin unbekannten Qualität sind. Die in verschiedensten Farbabstufungen gehaltenen Federzeichnungen besitzen eine verblüffende künstlerische Ausdruckskraft und dramaturgischen Tiefgang. Es ist dem Zeichner gelungen, in den Bildern verschiedene Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen und Vorder- und Hintergründe wirkungsvoll aufeinander abzustimmen. In zahlreichen Illustrationen sind im Vordergrund dramatische kriegerische Ereignisse zu sehen, während im Hintergrund durch ein Fenster der Blick auf eine idyllische Naturlandschaft freigegeben wird. Wie auch im Text werden überwiegend kriegerische Szenen dargestellt. Auch die Darstellungen menschlicher Gestalten sind für die Entstehungszeit ungewöhnlich realistisch und zeugen von der außerordentlichen Begabung des Buchmalers.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Diebold Schilling's Spiez Illuminated Chronicle
Umfang / Format
808 Seiten / 39,0 x 28,0 cm
Datum
Um 1480
Sprache
Buchschmuck
344 meist ganzseitige Abbildungen
Auftraggeber
Rudolf von Erlach, Bürgermeister von Bern
Künstler / Schule
Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik

Angriff über den Grimselpass ins Wallis 1419

Eines der Ereignisse, das in dieser Bilderchronik dargestellt wird, ist die Raron-Affäre: ein Aufstand im Kanton Wallis von 1415 bis 1420, der beinahe zu einem Bürgerkrieg innerhalb der Schweizerischen Eidgenossenschaft geführt hätte. Um ihre Verbündeten im Kanton Wallis, die Familie Raron, in dem schon länger schwelenden Konflikt zu unterstützen, überquerten im Jahr 1419 Berner Truppen den Grimselpass. 13.000 Soldaten steckten ganze Dörfer in Brand, als sie durch den Kanton zogen, um die Aufständischen gegen die Familie Raron zu bestrafen.

Hier identifiziert durch das Berner Wappen - den Bären - taucht der Haupttrupp der Soldaten als ein sich vorwärts bewegender Wald aus Speeren aus dem Pass auf, während andere Einheiten Gebäude in Brand stecken. Diese Federzeichnungen gelten als die schönsten aus Schillings Chroniken. Insbesondere die menschlichen Figuren sind für diesen Zeitraum außergewöhnlich realistisch gestaltet.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik“

Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Faksimile Verlag – Luzern, 1990
Limitierung
980 Exemplare
Einband
In Handarbeit wurde der Ledereinband mit den Blindprägungen, den Ecken- und Mittelbeschlägen und den zwei metallenen Buchschließen hergestellt. Das Kapitalband wurde wie beim Original nach alter kunsthandwerklicher Art mit der Hand umstochen. Die Doppelblätter wurden auf fünf echte Bünde geheftet.
Kommentar
1 Band (600 Seiten) von Alfred A. Schmid, Pascal Ladner, Carl Pfaff, Roger Sablonier, Hugo Schneider und Robert Wyss
Sprache: Deutsch
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Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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