Flämisches Stundenbuch der Maria von Medici

Fl√§misches Stundenbuch der Maria von Medici ‚Äď Quaternio Verlag Luzern ‚Äď Ms. Douce 112 ‚Äď Bodleian Library (Oxford, Vereinigtes K√∂nigreich)

Gent oder Br√ľgge (Belgien) ‚ÄĒ 1515‚Äď1520

Benannt nach der franz√∂sischen K√∂nigin aus dem Hause Medici: Ein kostbares fl√§misches Stundenbuch von au√üergew√∂hnlichem Bilderreichtum, geschaffen vom ber√ľhmten David-Meister des Breviario Grimani

  1. Eine der bedeutendsten und prächtigsten spätmittelalterliche Stundenbuch aus den Niederlanden

  2. Mit Miniaturen des David-Meisters aus dem Breviario Grimani, einem der gr√∂√üten fl√§mischen Meister √ľberhaupt

  3. Da der Auftraggeber unbekannt geblieben ist, wurde das Stundenbuch nach der späteren Besitzerin, Königin Maria de' Medici benannt

Flämisches Stundenbuch der Maria von Medici

‚ā¨‚ā¨‚ā¨ (3.000‚ā¨ - 7.000‚ā¨)
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  1. Beschreibung
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Beschreibung
Flämisches Stundenbuch der Maria von Medici

Das fl√§mische Stundenbuch der Maria von Medici ist das wohl pr√§chtigste Stundenbuch der Niederlande im ausgehenden Mittelalter. Es wurde etwa 1515 bis 1520 vom ‚ÄěMeister der Davidszenen im Breviarium Grimani‚Äú in Gent oder in Br√ľgge gestaltet. Ber√ľhmt wurde das Werk f√ľr seinen au√üergew√∂hnlichen Bilderreichtum. Nicht nur hervorragend perspektivisch gestaltete Miniaturen, sondern zahlreiche weitere Dekorelemente wie phantasievoll gestaltete Initialen und Bord√ľren machen den Reiz des Stundenbuches aus.

Das flämische Stundenbuch der Maria von Medici

Stundenb√ľcher waren die wohl beliebteste Art von B√ľchern im ausgehenden Mittelalter. Die privaten Andachtsb√ľcher wurden nach Gebeten benannt, die zu bestimmten Tageszeiten gebetet werden sollten. Jedes Stundenbuch war eine Sammlung verschiedener Gebete und Evangelienlesungen, zu denen unter anderem das Marienoffizium, die Passion Christi und das Totenoffizium geh√∂rten. Zwischen 1515 und 1520 entstand in den Niederlanden ein k√ľnstlerisch besonders wertvolles Exemplar, n√§mlich das Stundenbuch der Maria von Medici. Der Codex enth√§lt drei gro√üfl√§chige, gem√§ldeartige Bilder, 42 ganzseitige Miniaturen, goldverzierte Bildinitialen und ausgestaltete Bord√ľren auf jeder Seite.

Der talentierte Davidmeister

Der Buchmaler, der f√ľr das kunstvolle Stundenbuch verantwortlich ist, ist heute nur noch unter seinem Notnamen ‚ÄěMeister der Davidszenen im Breviarium Grimani‚Äú bekannt. Er war einer der gr√∂√üten Meister der fl√§mischen Buchkunst, man nennt ihn in einem Atemzug mit den ber√ľhmten Buchmalern Gerard Horenbout und Simon Bening. Das Stundenbuch der Maria von Medici geh√∂rt zu seinen prachtvollsten und sch√∂nsten Arbeiten. Der Bekanntheitsgrad des Malers und der reiche farbige und goldene Buchschmuck lassen auf einen wohlhabenden Auftraggeber schlie√üen. Ein solcher ist allerdings nicht namentlich bekannt.

Eine erlebnisreiche Geschichte

Das fl√§mische Stundenbuch ist heute unter dem Namen seiner sp√§teren Besitzerin bekannt, n√§mlich K√∂nigin Maria von Medici. Die Witwe des franz√∂sischen K√∂nigs Henri IV., die erfolglos gegen Kardinal Richelieu intrigierte, war 1631 gezwungen sich ins Exil nach Br√ľssel zu begeben. Hier erwarb sie wohl auch den aufsehenerregenden Codex. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie in K√∂ln, im Hause des Malers Peter Paul Rubens. Auf der Innenseite des Vorderdeckels ist vermerkt, dass Maria das Werk in K√∂ln lie√ü, wo es wohl der englische Buchsammler Francis Douce erwarb. Mit seinem Nachlass ging die Handschrift 1834 an die ber√ľhmte Bodleian Library in Oxford √ľber.

Phantastische Buchmalerei aus Br√ľgge

Es handelt sich bei den Miniaturen des fl√§mischen Stundenbuches um wahrhaft atemberaubende Beispiele der niederl√§ndischen Buchmalerei. Alle Kompositionen sind in einer leuchtenden Farbauswahl mit feinstem Pinselgold gestaltet. Der Maler inszenierte lebendige Geschichten und gestaltete Menschen und Bauwerke detailgetreu und realistisch. Besonders liebevoll stellte er die architektonischen Errungenschaften der Sp√§tgotik dar. Er entwirft Ansichten von Pl√§tzen und Stra√üenz√ľgen, Kirchenbauten, Ateliers und privaten R√§umen, die den Betrachter zur√ľck in seine Zeit versetzen. Die fl√§mischen Meister aus Br√ľgge und Gent gelten nicht zu Unrecht als echte Wunderkinder der Buchmalerei und ihre Handschriften waren auch nach der Erfindung des Buchdrucks noch weltweit begehrt.

Einzigartige Neuerungen

Ein besonderes Merkmal des Stundenbuches der Maria von Medici sind die perspektivischen Bildr√§ume der Miniaturen und die reich verzierten Bord√ľren. Der begabte Davidmeister beherrschte die r√§umlich-perspektivische Darstellungsweise so perfekt, dass es ihm gelingt das Auge des Betrachters direkt ins Innere von R√§umen oder Landschaften zu f√ľhren. So werden die Miniaturen zu Kunstwerken, die den Gem√§lden gro√üer holl√§ndischer K√ľnstler in nichts nachstehen. Mit den Bord√ľrenfeldern, die die Miniaturen einrahmen, gelang dem Meister ein besonderer Clou. Er erz√§hlt in den mit Pflanzen und Insekten verzierten Bord√ľren weitere Geschichten, die sich auf das Thema der Hauptminiatur beziehen. Aus beiden Bildern erschafft er durch raffinierte Konstruktion einen einheitlichen Bildraum.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Stundenbuch von Marie de Medici
Das Flämische Stundenbuch der Maria von Medici
Flemish Book of Hours of Marie de Medici
Livre d'heures flamand de Marie de Médicis
Umfang / Format
352 Seiten / 20,4 √ó 13,7 cm
Herkunft
Belgien
Datum
1515‚Äď1520
Sprache
Schrift
Bastarda
Buchschmuck
3 gro√üfl√§chige, gem√§ldeartige Bilder, 42 ganzseitige Miniaturen. Bord√ľren mit Blumen auf Goldgrund oder in fl√§mischen bzw. italienischem Stil verzierte Bord√ľren auf jeder Seite
K√ľnstler / Schule
Vorbesitzer
Maria de Medici (1573‚Äď1642), K√∂nigin von Frankreich
G. K. Fochem
Francis Douce (1757‚Äď1834)

Verf√ľgbare Faksimile-Editionen:
Fl√§misches Stundenbuch der Maria von Medici ‚Äď Quaternio Verlag Luzern ‚Äď Ms. Douce 112 ‚Äď Bodleian Library (Oxford, Vereinigtes K√∂nigreich)
Quaternio Verlag Luzern ‚Äď Luzern, 2011
Limitierung: 680 Exemplare
Detailbild

Flämisches Stundenbuch der Maria von Medici

Die heilige Margarete und der Drache

Margarete stammte aus Antiochia und weihte sich als Jungfrau Gott ‚Äď trotz des Widerstands ihres Vaters, eines heidnischen Priesters. Nachdem sie sich geweigert hatte, dem Christentum abzuschw√∂ren und den Vorsteher der √∂stlichsten r√∂mischen Dioecesis ebenfalls nicht heiraten wollte, folterte man sie. Margarete wurde dann von einem Drachen verschluckt, aber sie und ihr Glaube reizten die Innereien des Drachen so, dass sie unverletzt aus dem teuflischen Tier wieder hervorstieg. Der Drache hat hier noch an ihren Kleidern zu kauen und blickt mit einem ungl√§ubigen Blick aus gro√üen Augen auf die Heilige zur√ľck.

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Einzelseite

Flämisches Stundenbuch der Maria von Medici

Die Versuchung von Adam und Eva

Diese wahrhaft meisterhafte Miniatur vereint einige der beliebtesten Szenen der christlichen Kunst. Der ‚ÄěS√ľndenfall‚Äú, bei dem Adam und Eva die verbotene Frucht verzehren, wird im Prim√§rbild dargestellt, w√§hrend die ‚ÄěVertreibung‚Äú, bei der sie wegen des Versto√ües gegen das Gebot Gottes aus dem Garten Eden vertrieben werden, zusammen mit anderen Folgen des S√ľndenfalls im Rahmen dargestellt wird. Die Miniatur enth√§lt also ganz dynamisch eine klar strukturierte Erz√§hlung, die sich √ľber die ganze Seite erstreckt.

Die Schlange, die sich um den Baum schl√§ngelt, hat am Kopf die Form einer Frau. Wir sehen den Moment, in dem Adam und Eva von der Frucht nehmen und erkennen, dass sie nackt sind, und sich daraufhin sch√§men. Ein Engel jagt sie mit dem Schwert in der Hand zu den gotischen Toren des Gartens Eden hinaus. Wir sehen links unten in der Bas-de-Page-Miniatur, wie sie sich fortan mit dem Ackerbau abm√ľhen m√ľssen, w√§hrend wir in der Mitte auf der linken Seite den Mord an Abel durch seinen Bruder Kain gezeigt bekommen.

Fl√§misches Stundenbuch der Maria von Medici ‚Äď Quaternio Verlag Luzern ‚Äď Ms. Douce 112 ‚Äď Bodleian Library (Oxford, Vereinigtes K√∂nigreich)
Faksimile-Editionen

#1 Das Flämische Stundenbuch der Maria von Medici

Quaternio Verlag Luzern ‚Äď Luzern, 2011

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Quaternio Verlag Luzern ‚Äď Luzern, 2011
Limitierung: 680 Exemplare
Einband: Bordeauxroter Samt mit silbernen und farbigen Seidenf√§den, dem Original-Renaissance-Einband entsrpechend. Aufwendig verziert mit silberner und farbiger Seidenfadenstickerei auf Vorder- und R√ľckdeckel sowie auf dem Buchr√ľcken.
Kommentar: 1 Band von Eberhard König und Peter J. Kidd
Sprachen: Englisch, Deutsch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht m√∂glicherweise nicht dem urspr√ľnglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
‚ā¨‚ā¨‚ā¨ (3.000‚ā¨ - 7.000‚ā¨)
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