Legenda Aurea - Goldenes Legendarium

Legenda Aurea - Goldenes Legendarium

Ungarn — Um 1330

Als Bilderbuch für den Sohn des ungarischen Königs gedacht: Ein Meisterwerk in goldenen Miniaturen des Trecento nach Jacobus de Voragines berühmter Heiligenerzählung

  1. Dieses Manuskript wurde vom ungarischen König Karl I. (1288–1342) als Geschenk an seinen Sohn in Auftrag gegeben

  2. Das Werk enthält 105 lebendige Miniaturen, die oft vor goldenem Hintergrund den Lebenslauf der Heiligen erzählen

  3. Obwohl anonym geblieben, war der Meister wahrscheinlich aus Bologna und ein Vertreter des Trecento

Legenda Aurea - Goldenes Legendarium

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Beschreibung
Legenda Aurea - Goldenes Legendarium

Das Goldene Legendarium von Ungarn entstand etwa 1330 und wurde vom ungarischen König Karl I. Robert als Geschenk für seinen Sohn in Auftrag gegeben. Das Werk enthält 105 lebendige Miniaturen auf teilweise bearbeitetem goldenem Hintergrund. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben wichtiger Heiliger.

Legenda Aurea – Goldenes Legendarium

Etwa 1330 gab König Karl I. Robert von Ungarn aus dem Hause Anjou eine Handschrift in Auftrag, die er seinem dreijährigen Sohn Andreas schenkte. Die Handschrift war eine Erweiterung zur berühmten Legenda Aurea des Dominikanermönches Jacobus de Vorragine. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Lebensgeschichten Heiliger und Heiligenlegenden. Das ungarische Legendarium rückt dabei besonders die Personen in den Vordergrund, die für die Familie von Anjou eine besondere Bedeutung hatten. Ein prachtvoller Bilderzyklus von 105 meist ganzseitigen Miniaturen auf goldenem Grund illustriert die kostbare Handschrift.

Ein Bilderbuch für den Prinzen

Das Goldene Legendarium ist ein für Kinder gedachtes Bilderbuch, in dem kurze Texte die im Bild dargestellten Szenen beschreiben. König Karl von Ungarn wollte seinen Sohn schon früh mit den Legenden der Heiligen vertraut machen, die mit der Familie von Anjou verbunden waren. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben wichtiger biblischer Personen aus verschiedensten Epochen. Darunter befinden sich Apostel und Märtyrer, Mönche, die Heilige Jungfrau Maria aber auch hohe kirchliche Würdenträger aus Ungarn und Polen.

Meisterwerke der Gotik

Die qualitativ hochwertigen Miniaturen stammen wohl aus einer wichtigen Schreibstube der späten Gotik. Die seitenfüllenden Bilder sind aufgeteilt in jeweils vier Szenen, die von aufregend gemusterten Bordüren umrahmt sind. Die dramatischen und eleganten Miniaturen auf goldenem Hintergrund strahlen in einer lebendigen Vielfalt von leuchtenden Farben. Wer genau den Codex illustrierte, ist heute nicht nachvollziehbar. Allerdings stammten die Meister wohl aus Bologna, der Schule der Malerei des sogenannten Trecento. Als Trecento wird der Stil der Kunst und Architektur bezeichnet, der der Renaissance vorangeht. Die Miniaturen des ungarischen Legendariums zeigen Stilelemente der naiven Gotikmalerei und sind bereits von stilverändernden Einflüssen der Renaissance geprägt.

Ein weltweit bekannter Buchschatz

Das Goldene Legendarium aus Ungarn mit seinen farbenprächtigen Miniaturen, die mit teils aufwendig bearbeiteten Goldgründen hinterlegt sind, ist ein Prachtexemplar gotischer Buchkunst. Das Werk wurde in mehrere Stücke aufgeteilt und befindet sich heute in einigen der renommiertesten Bibliotheken weltweit. Der Hauptteil des Manuskripts wird in der Vatikanischen Bibliothek aufbewahrt. 20 Miniaturseiten wurden von der Morgan Library in New York erstanden. Fünf weitere Blätter befinden sich in der Eremitage in St. Petersburg.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Heiligenleben
Legendarium der ungarischen Anjou
Ungarisches Legendarium
Anjou Legendarium -Golden Legend
Vitae Sanctorum
Hungarian Angevin Legendary
Legendario Angioino Ungherese
Legendar der Anjou
Vite dei Santi
Umfang / Format
212 Seiten / 28,0 × 21,5 cm
Herkunft
Ungarn
Datum
Um 1330
Stil
Sprache
Schrift
Gotisch
Buchschmuck
105 meist ganzseitigen Miniaturen (jeder Seite mit 4 Szenen), auf reichem Goldgrund gemalt
Inhalt
Szenen aus dem Leben bedeutender Heiliger
Auftraggeber
König Karl I. von Ungarn (1288–1342)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Karls Sohn Prinz Andreas, Herzog von Kalabrien (1327–1345)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Legenda Aurea - Goldenes Legendarium – Vat. lat. 8541 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt)
Belser Verlag – Zürich, 1990
Limitierung: 400 Exemplare
Einzelseite

Legenda Aurea - Goldenes Legendarium

Martyrium des Heiligen Petrus

Der Papst wird oft als „Nachfolger des heiligen Petrus“ bezeichnet, eines Apostels, der im Jahr 64 in Rom den Märtyrertod erlitt. Die Ursache seines Todes ist umstritten: Einige behaupten, es sei im Rahmen von Beschuldigungen gegen Christen geschehen, die für den großen Brand Roms verantwortlich gemacht wurden, andere meinen, es sei einfach eine Form der Christenverfolgung aus Glaubensgründen gewesen.

Petrus ist in dieser wunderschönen, reich vergoldeten Miniatur mit seinem kurzgeschnittenen Bart und dem kahlen Kopf abgebildet. Kaiser Nero, als bärtiger mittelalterlicher König dargestellt, lässt ihn verhaften und kreuzigen. Dies geschah der Legende nach mit dem Kopf nach unten – und zwar auf seinen eigenen Wunsch hin, weil sich Petrus unwürdig fühlte, auf die gleiche Weise zu sterben wie sein Meister. Die letzte Szene, in der sein Körper bestattet wird, zeigt eine Figur mit Mitra, möglicherweise schon eine Anspielung auf das Papsttum.

Heiligenleben - Legendarium der ungarischen Anjou
Faksimile-Editionen

#1 Heiligenleben - Legendarium der ungarischen Anjou

Belser Verlag – Zürich, 1990
Legenda Aurea - Goldenes Legendarium – Vat. lat. 8541 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt)
Legenda Aurea - Goldenes Legendarium – Vat. lat. 8541 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Belser Verlag – Zürich, 1990
Limitierung: 400 Exemplare
Einband: Blindgeprägter Ganzledereinband mit 10 Metallbeschlägen und 2 Metallschließen
Kommentar: 1 Band (168 Seiten) von Giovanni Morello und Heide Stamm
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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