Stundenbuch des Louis de Laval

Stundenbuch des Louis de Laval

Frankreich — 1470–1475 und 1485–1489

Unglaubliche 700 Seiten mit über 1.200 Miniaturen: Ein ebenso opulent wie meisterlich ausgestattetes Prachtwerk von Jean Colombe für den französischen Gouverneur und Statthalter

  1. Dieses außergewöhnlich reich ausgestattete Stundenbuch wurde von Jean Colombe (ca. 1430 - ca. 1493) für ein Mitglied des französischen Hofes angefertigt

  2. Es umfasst 700 Seiten mit unglaublichen 1.234 Miniaturen, von denen 157 ganzseitig ausgeführt sind

  3. Das Stundenbuch ist ein derartiges Meisterwerk, das u. a. im Besitz von Anne de France, der Herzogin von Bourbon, und von König Heinrich IV. (1553–1610) war

Stundenbuch des Louis de Laval

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
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Beschreibung
Stundenbuch des Louis de Laval

Das Stundenbuch des Louis de Laval ist ein Meisterwerk der französischen Buchmalerei, das einige der führenden Künstler und politischen Persönlichkeiten des 15. Jahrhunderts miteinander verknüpft. Louis de Laval, der König Ludwig XI. von Frankreich diente, beauftragte den großen Meister Jean de Colombe mit dem Werk, das sich unter den zeitgenössischen Manuskripten sowohl durch die Qualität als auch durch die Quantität der Illumination auszeichnet. Praktisch jede Seite des Manuskripts ist mit üppigen architektonischen Rahmen und goldenen Bordüren voller Blumen und geflügelten Cherubim mit insgesamt mehr als 1.200 großen und kleinen Miniaturen verziert. So ist es nicht verwunderlich, dass die Handschrift über Generationen hinweg der begehrte Besitz königlicher französischer Bibliophiler war, bevor sie zu einem Höhepunkt der Sammlungen der Bibliothèque Nationale de France in Paris wurde.

Stundenbuch des Louis de Laval

Zahlreiche große Namen sind mit dem Stundenbuch des Louis de Laval verbunden. Der Auftraggeber war ein bedeutender Politiker unter dem französischen König Ludwig XI. und vermachte die Handschrift nach seinem Tod dessen Tochter Anne de France. Der Künstler der unglaublich zahlreichen Miniaturen des prächtigen Stundenbuchs war Jean de Colombe, der bedeutendste französische Buchmaler seiner Zeit, dessen Name auch mit den Très Riches Heures des Duc de Berry verbunden ist. Doch neben diesen Namen macht die Handschrift schon allein mit ihrer künstlerischen Ausstattung deutlich, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Stundenbuch handelt, sondern um etwas Außergewöhnliches!

Herausragende Miniaturmalerei des 15. Jahrhunderts

Das für ein privates Andachtsbuch relativ große Format des Stundenbuchs des Louis de Laval birgt in seinem Inneren auf 700 Seiten wahre Schätze der Buchmalerei des 15. Jahrhunderts. Unglaubliche 1234 Miniaturen, davon 157 sogar ganzseitig, machen die Lektüre zu einem wahren Genuss für die Augen des Betrachters. Szenen aus Heiligenviten und der Bibel, prächtige Kalenderseiten, aber auch Allegorisches, Wappen und einiges mehr boten dem Künstler Gelegenheit, sein volles Können auszuschöpfen. Atmosphärisch und mit feinem Pinselstrich wurden Bilder geschaffen, die besonders mit ihren Landschaften und der außergewöhnlichen Räumlichkeit beeindrucken. Doch auch die Darstellungen von einzelnen Figuren und großen Personengruppen, etwa dem Heer der Engel, wurden auf einzigartige Weise vollbracht. Die leuchtenden und vielfältigsten Farben werden akzentuiert durch die außerordentlich reichliche Verwendung von Gold.

Sowohl Künstler als auch Auftraggeber waren bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit

Als Künstler dieser Pracht zeichnete Jean de Colombe verantwortlich. Dieser bedeutendste Buchmaler seiner Zeit unterhielt ein großes Atelier, das den Meister bei der Ausführung der zahlreichen bedeutenden Aufträge unterstützte. So war Jean de Colombe unter anderem für den Herzog von Savoyen tätig. Um 1485 vollendete er in dessen Auftrag die berühmte Handschrift der Très Riches Heures des Duc de Berry, die die berühmten Brüder von Limburg begonnen hatten.
Auch mit Louis de Laval fand er einen bedeutenden Auftraggeber für das Stundenbuch. Dieser war ein überaus einflussreicher und mächtiger Politiker unter König Ludwig XI. von Frankreich. Vom König wurde er aufgrund seiner zahlreichen Verdienste sogar zum Ritter des Michaelsordens ernannt. Louis de Laval gab mehrere Handschriften bei großen Buchmalern in Auftrag und ist so bis heute als Förderer und Liebhaber der Buchkunst bekannt.

Die Besitzgeschichte: Eine Kette berühmter Namen

Das Stundenbuch des Louis de Laval diente seinem überbordenden Schmuck nach zu urteilen wohl eher als repräsentatives Sammlerstück denn als privates Andachtsbuch zur religiösen Versenkung. Gefertigt von Jean de Colombe in den Jahren 1470–75 und 1485–89, enthält es zahlreiche Hinweise auf seinen berühmten Auftraggeber, so etwa das Wappen Louis de Lavals und die Kette des Michaelsordens und an mehreren Stellen das Porträt des Politikers. Auch das Wappen der Anne de France, Duchesse de Bourbon, ist in den Miniaturen zu entdecken. Sie war die neue Besitzerin des prächtigen Schatzes, hatte es Louis de Laval in seinem Testament doch der macht- und selbstbewussten Tochter Ludwigs XI. vermacht. Auf dem rot-braunen Leder-Einband der Handschrift findet sich schließlich ein weiterer Hinweis auf einen königlichen Besitzer: das Monogramm Heinrichs IV., der das Stundenbuch in seinem Besitz Ende des 16. Jahrhunderts neu binden ließ. Heute wird der Buchschatz des 15. Jahrhunderts in der Bibliothèque Nationale de France in Paris verwahrt und zählt noch immer zu den Höhepunkten der französischen Buchmalerei dieser Zeit.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Book of Hours of Luis de Laval
Libro de Horas de Luis de Laval
Umfang / Format
700 Seiten / 24,3 × 17,2 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
1470–1475 und 1485–1489
Stil
Sprache
Buchschmuck
1.234 Miniaturen, davon 157 ganzseitige Miniaturen
Auftraggeber
Louis de Laval Seigneur de Chatillon, Lord von Châtillon (1411-89)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Anne de France, Herzogin von Bourbon (1461-1522)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Stundenbuch des Louis de Laval – Ms. Lat. 920 – Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)
Siloé, arte y bibliofilia – Burgos, 2013
Limitierung: 898 Exemplare
Detailbild

Stundenbuch des Louis de Laval

Brot backen

Diese Miniatur befindet sich auf einer Kalenderseite für den Monat November und zeigt eine mittelalterliche Bäckerei, die im Herbst in Betrieb ist, wenn die Getreidespeicher voll sind und es reichlich Brot geben kann. Im Vordergrund dieser Innenszene sehen wir den Bäcker, der ein loderndes Feuer entzündet. Wie heiß es sein muss, lässt sich daran erkennen, dass der Bäcker barfuß ist, sich bis auf sein Untergewand ausgezogen hat und eine einfache Stoffkappe für den Schweiß auf der Stirn trägt. Währenddessen kümmern sich seine schwangere Frau und sein Sohn um einen Kunden am Fenster.

Libro de Horas de Luis de Laval
Einzelseite

Stundenbuch des Louis de Laval

Portrait von Louis de Laval

Spenderportraits, auch Votiv- oder Eigentümerportraits genannt, zeigen den Auftraggeber eines Manuskripts. Während frühere Werke das Motiv mit stark typisierten Gesichtszügen darstellten, können spätere Werke (wie dieses hier) als Portraits im modernen Sinne angesehen werden. Jean Colombe (1430–1493) erhielt zahlreiche Aufträge von Louis de Laval (1411–1489) und somit kann man die Ähnlichkeit zwischen dem Bild und dem tatsächlichen Auftraggeber getrost annehmen.

Der Seigneur ist dünn, fast haarlos, gealtert und im Gebet versunken dargestellt. Seine Gefolgsleute im Hintergrund machen deutlich, dass er als Spiegel für den Betrachter des Bildes selbst gedacht ist, damit der über seine eigene Frömmigkeit nachzudenken beginnt. Sein Wappen ist unter einem Buch abgebildet, vermutlich genau dem vorliegenden Stundenbuch. Bemerkenswert ist noch, dass sich zwei kleine Hunde vor die Menge stellen, wahrscheinlich die Lieblingstiere des Adligen.

Libro de Horas de Luis de Laval
Faksimile-Editionen

#1 Libro de Horas de Luis de Laval

Siloé, arte y bibliofilia – Burgos, 2013
Stundenbuch des Louis de Laval – Ms. Lat. 920 – Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)
Stundenbuch des Louis de Laval – Ms. Lat. 920 – Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Siloé, arte y bibliofilia – Burgos, 2013
Limitierung: 898 Exemplare
Einband: Rotes Leder mit Goldprägung, rote Präsentationsbox
Kommentar: 1 Band von Spanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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