Stundenbuch des Ludwig von Orléans

Stundenbuch des Ludwig von Orléans – M. Moleiro Editor – Lat. Q.v.I.126 – Russische Nationalbibliothek (St. Petersburg, Russland)

Bourges (Frankreich) — 1490

Mit 90 eleganten Miniaturen, wundersamen Bordüren und einem Porträt des späteren Königs von Frankreich: Ein opulent illuminiertes Meisterwerk von Jean Colombe für Ludwig von Orléans, den späteren König Ludwig XII.

  1. Dieses verschwenderisch ausgestattete Gebetbuch wurde vom Meister Jean Colombe für Louis, Herzog von Orléans (1462–1515) angefertigt

  2. Die Handschrift ist mit 90 eleganten Miniaturen und einem Porträt des späteren Königs Ludwig XII. (1462–1515) geschmückt

  3. Die ungewöhnlichen Bordüren sind mit fantastischen Mischwesen aus Menschen, Tieren und Monstern bevölkert

Stundenbuch des Ludwig von Orléans

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (3)
Beschreibung
Stundenbuch des Ludwig von Orléans

Das Stundenbuch des Ludwig von Orléans entstand im Jahr 1490 in der französischen Stadt Bourges. Es wurde von dem begnadeten Buchmaler Jean Colombe (um 1430 – um 1493) und einigen Künstlerkollegen aus seiner Werkstatt geschaffen, die sich weitgehend an der Arbeit eines anderen großen französischen Meisters, Jean Bourdichon, orientierten. Das kleine Manuskript besticht durch seine außergewöhnliche Illumination: Neben 90 eleganten Miniaturen, unter denen auch ein Porträt des Auftraggebers Ludwig von Orléans (1462–1515) ist, schmücken kunstvoll verzierte Bordüren mit Blumenschmuck, Vögeln, exotischen Tieren und fantastischen Ungeheuern die Seiten des Werks. Teile der Handschrift enthalten Aphorismen, die die Themen der Gebete und Miniaturen aufgreifen. Heute gilt der prachtvolle kleine Codex als eines der herausragendsten Manuskripte der französischen Renaissance. Der spätere König Ludwig XII. von Frankreich, ein großer Kunstliebhaber und -mäzen, signierte den Codex, als er noch Herzog von Orléans war.

Das Stundenbuch des Ludwig von Orléans

Stundenbücher waren die wohl beliebteste Buchgattung des Mittelalters. Die Codices wurden zum Gebet und zur privaten Andacht angefertigt und waren besonders im Adel weit verbreitet. Das Stundenbuch des Ludwig von Orléans ist ein spektakuläres Beispiel dieser populären Manuskripte. Die illuminierte Handschrift ist mit 90 eleganten Miniaturen in aufwendig gemusterten Rahmen geschmückt. Heute befindet sich die kostbare Originalausgabe des Stundenbuches in der russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg.

Ein Manuskript des Königs von Frankreich

Das aufwendige Gebetbuch wurde vom französischen Meister Jean Colombe und den Mitarbeitern seines Ateliers gestaltet. Die Künstler orientierten sich bei der Arbeit an der Malerei Jean Bourdichons, einem der einflussreichsten Buchmaler des französischen Mittelalters. Das Werk entstand im Jahre 1490. Es wurde von Ludwig, dem Herzog von Orléans aus dem Hause Valois, signiert. Ludwig wurde im Jahre 1498 zu König Ludwig XII. von Frankreich gekrönt. Ludwig der XII. war als großer Liebhaber und Förderer der Künste bekannt. Einige der hervorragendsten illuminierten Handschriften Frankreichs entstanden in seinem Auftrag.

Außergewöhnliche Illumination

Die Handschrift im kleinen Format von 21 auf 14,7 cm ist durch ihren ausgefallenen Buchschmuck besonders reizvoll. Die ausgefeilte Bildkonzeption des Werkes ist recht ungewöhnlich für ein Stundenbuch. Die Seiten des Werkes sind mit prächtigen Blütenverzierungen geschmückt und die 90 Miniaturen zeigen Serien verschiedener Bibelmotive. Die verzierten Bordüren weisen neben Blütenschmuck Bilder von Vögeln, exotischen Tieren und fantastischen Ungeheuern auf. Teils sind sie von Sinnsprüchen durchzogen, die Themen der Gebetstexte und Miniaturen aufgreifen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Book of Hours of Louis of Orléans
Libro de Horas de Luis de Orleans
Libro d’Ore di Luigi d’Orleans
Livre d’Heures de Louis d’Orléans
Livro de Horas de Luís de Orleans
Umfang / Format
232 Seiten / 21,5 × 14,7 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
1490
Sprache
Schrift
Gotische Textualis
Buchschmuck
90 teils ganzseitige Miniaturen mit aufwendigen Rahmungen und Bordüren
Inhalt
Kalender, Marienoffizium, Bußpsalmen, Litanei, Totenoffizium, Kreuzoffizium, Heilig-Geist-Offizium, Offizium der Heiligen Dreifaltigkeit, Gebete, Evangelienabschnitte
Auftraggeber
Ludwig von Orleans, (1462-1515), später König Ludwig XII.
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Stundenbuch des Ludwig von Orléans – M. Moleiro Editor – Lat. Q.v.I.126 – Russische Nationalbibliothek (St. Petersburg, Russland)
M. Moleiro Editor – Barcelona, 2002
Limitierung: 987 Exemplare

Stundenbuch des Ludwig von Orléans – Edition Leipzig – Lat. Q.v.I.126 – Russische Nationalbibliothek (St. Petersburg, Russland)
Edition Leipzig – Leipzig, 1980
Limitierung: 980 Exemplare

Stundenbuch des Ludwig von Orléans – Insel Verlag – Lat. Q.v.I.126 – Russische Nationalbibliothek (St. Petersburg, Russland)
Insel Verlag – Frankfurt am Main, 1980
Limitierung: 1000 Exemplare
Detailbild

Stundenbuch des Ludwig von Orléans

Salon-Szene

Da sie normalerweise von Laien in Auftrag gegeben wurden, enthielten Stundenbücher oft Szenen aus dem täglichen Leben wie diese. Der Besucher, der mit dem Hut in der einen und einer Glocke in der anderen Hand durch die Tür rechts kommt, ist wahrscheinlich ein Bote. Er wird von zwei Hunden und einem jungen Mann in feinen Kleidern begrüßt, die mit Pinselstrichen von goldener Tinte akzentuiert sind. Während sich eine Frau um den Kamin hinter ihm kümmert, scheint sich ein Mann in einem goldenen Umhang mit breitem blauen Kragen und Mütze zu erheben, um den Besucher zu begrüßen.

Stundenbuch des Ludwig von Orléans – M. Moleiro Editor – Lat. Q.v.I.126 – Russische Nationalbibliothek (St. Petersburg, Russland)
Einzelseite

Stundenbuch des Ludwig von Orléans

Die Erschaffung von Eva

Im Buch Genesis wird Eva im Garten Eden aus der Rippe Adams erschaffen, der hier als ummauerter mittelalterlicher Garten mit Obstbäumen, Bächen und einem Brunnen dargestellt ist. Jean Colombe zeigt die Erschaffung von Eva, wobei Adam schlafend auf dem Boden liegt und Gott sie aus seiner Seite emporzieht. Die Miniatur verfügt über eine ungewöhnliche Farbpalette, die von Rosa- und Grüntönen mit einem Rahmen aus Gold und Lila dominiert wird.

Eine Gruppe von Engeln schaut im Hintergrund zu, während der Auftraggeber des Manuskripts, Louis, im Vordergrund kniet und mit gefalteten Händen betend zusieht. Er trägt einen braunen Mantel mit Pelzbesatz, und ein Codex liegt offen vor ihm, wahrscheinlich das Stundenbuch. Die Verteidigungsanlagen von Eden sind von den Fenstern bis zu den Brüstungen mit einem ähnlichen Grad an Genauigkeit dargestellt.

Stundenbuch des Ludwig von Orléans – M. Moleiro Editor – Lat. Q.v.I.126 – Russische Nationalbibliothek (St. Petersburg, Russland)
Faksimile-Editionen

#1 Libro de Horas de Luis de Orleans

M. Moleiro Editor – Barcelona, 2002

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: M. Moleiro Editor – Barcelona, 2002
Limitierung: 987 Exemplare
Einband: Dunkelvioletter Samt nach dem Original aus dem 18. Jahrhundert
Kommentar: 1 Band (318 Seiten) von Ana Domínguez Rodríguez und Carlos Mirunda García-Tejedor
Sprachen: Spanisch, Englisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)

#2 Das Stundenbuch des Ludwig von Orléans

Edition Leipzig – Leipzig, 1980

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Edition Leipzig – Leipzig, 1980
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Hellbraunes Leder
Kommentar: 1 Band von Andreï B. Sterligov
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)

#3 Das Stundenbuch Ludwigs von Orléans

Insel Verlag – Frankfurt am Main, 1980

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Insel Verlag – Frankfurt am Main, 1980
Limitierung: 1000 Exemplare
Einband: Vollledereinband mit Blindprägung, Buchblock dekoriert mit Goldschnitt
Kommentar: 1 Band (223 S.) von Andreï B. Sterligov
Sprache: Deutsch
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)
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