Meisterwerke der Renaissance-Kartografie: Großformatige Kontinental-Karten aus der Dieppe-Schule vom französischem Karographen Nicolas Vallard

Vallard-Atlas

1547

Vallard-Atlas

Vallard-Atlas

— 1547

  1. Nicolas Vallard war ein französischer Seefahrer und Kartograf des 16. Jahrhunderts, geboren in Le Havre

  2. Dieser Atlas der französischen Dieppe-Schule, mit der er zusammenarbeitete, ist eines der schönsten Werke der Renaissance-Kartographie

  3. Die großformatigen Karten sind wahre Kunstwerke und könnten ohne weiteres an einer Wand montiert werden

Atlas Vallard

Vallard-Atlas

Indien und Sri Lanka

Lässt man die übersteigerte Uferlinie mit ihren zahllosen Flussmündungen außer Acht, ist diese Karte des indischen Subkontinents erstaunlich akkurat. Lediglich die etwas zu geringe Größe und die Ausrichtung der Karte irritieren zunächst. Sie ist in jedem Fall ein wunderbares Beispiel portugiesischer Kartographie des 16. Jahrhunderts mit einigen dekorativen Elementen. So ist unter anderem ein feierlicher Zug von zehn Figuren mit goldenen Arm- und Beinreifen zu erkennen, die ihren Anführer ehrfürchtig auf einer Bahre tragen.

Vallard-Atlas

Alternativ-Titel:
  • Vallard Atlas
  • Atlas Vallard
  • Atlante Vallard
Vallard-Atlas – HM 29 – Huntington Library (San Marino, United States)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Der Vallard-Atlas wurde 1547 von einem französischen Kartographen angefertigt. Nicolas Vallard, ein Geograph der Kartographieschule von Dieppe, war der erste Besitzer des Atlas. Das Werk ist mit 15 künstlerisch hochwertig gestalteten Landkarten geschmückt, die wie Wandgemälde anmuten und zu den schönsten Karten der europäischen Renaissance gehören. Heute wird der Codex in der Huntington Library in den USA aufbewahrt.

Der Atlas Vallard

Die wichtigsten geographischen Seekarten des Mittelalters entstammen eindeutig der portugiesischen Kartographieschule. Diese Seekarten werden auch als Portolane bezeichnet und wurden in ganz Europa reproduziert und als Grundlage für neue Karten genutzt. Eine weitere Hochburg der Kartographie war die Schule von Dieppe in Frankreich. Von 1540 bis 1570 entstanden einige der bedeutendsten handgeschriebenen Karten Europas in der französischen Stadt Dieppe. Der Vallard-Atlas ist eines dieser Prachtexemplare. Das Werk enthält 15 wunderschöne, aufwendig gestaltete Seekarten auf Pergament.

Die Kartographie von Dieppe

Die französischen Karten, die in Dieppe angefertigt wurden, beruhen größtenteils auf den Erkenntnissen portugiesischer Geographen. Sie enthalten einige besonders reizvolle Charakteristika. Die großformatigen Karten sind wahre Kunstwerke, die dazu gedacht waren, an einer Wand angebracht oder auf einem großen Tisch ausgebreitet zu werden. Sie enthalten neben den neusten geographischen Fakten und Informationen auch Randnotizen und Illustrationen aus dem Bereich der Mythologie. Der Vallard-Atlas ist mit atemberaubenden Landschaften in aufregend lebendigen Farben versehen, er zeigt die geographischen Eigenheiten und die Bewohner sämtlicher Länder der Erde. Der Atlas ist eines der schönsten kartographischen Erzeugnisse der europäischen Renaissance.

Die Geschichte des Atlas

Durch handschriftliche Notizen im Codex ist die Geschichte des Vallard-Atlas ist außerordentlich gut dokumentiert. Nicolas Vallard, ein bekannter Kartograph der Schule von Dieppe, war wohl nicht der Autor des Werkes, allerdings war er der erste Besitzer des kostbaren Codex. Im Jahre 1816 wurde die Kartensammlung von Charles Maurice de Talleyrand-Périgord, dem Prinzen von Bénévent, an den englischen Kunstsammler Robert Triphook verkauft. 1849 befand sich das Werk im Besitz von Sir Thomas Philipps, der es in seiner berühmten Bibliothek ausstellte. 1924 erwarb Henry E. Huntington den Atlas für seine Bibliothek in Kalifornien, wo er sich noch heute befindet.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Vallard Atlas
Atlas Vallard
Atlante Vallard
Umfang / Format
68 Seiten / 48,0 x 37,0 cm
Datum
1547
Buchschmuck
15 Seekarten
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Atlas Vallard

Vallard-Atlas

Java la Grande

Diese nach Süden ausgerichtete Karte zeigt eine Insel, die von Marco Polo als die größte der Welt bezeichnet wird und die er „La grande isle de Java“ nannte. Sie wurde von Kartographen in den folgenden Jahrhunderten auf Englisch als Terra Java oder Greater Java bezeichnet, was sie zur indonesischen Insel Sumatra ins Verhältnis setzte, die Java Minor genannt wurde. Aber ihre Existenz blieb weiterhin umstritten.

Eine sehr kontrovers diskutierte Theorie entstand im 19. Jahrhundert: Es handle sich um eine Darstellung der australischen Ostküste, die von portugiesischen Expeditionen bereits zwischen 1521 und 1524 erstellt wordens sei. Wenn dies zuträfe, würde dies bedeuten, dass Australien schon 220 Jahre vor Captain Cook entdeckt worden wäre. In jedem Fall ist es eine wunderbare Mischung aus einer Karte und einer weitläufigen, exotischen Landschaftsszene mit phantasievollen Randminiaturen.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Vallard-Atlas“

Atlas Vallard
Vallard-Atlas – HM 29 – Huntington Library (San Marino, United States)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
M. Moleiro Editor – Barcelona, 2010
Limitierung
987 Exemplare
Einband
Rotes, goldgeprägtes Leder
Kommentar
1 Band von Aníbal Cavaco Silva, Luís Filipe F. R. Thomaz, Dennis Reinhartz und Carlos Mirunda García-Tejedor
Sprache: Spanisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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