Martin Luther: September Bibel von 1522

Bibliothek der Nikolaus Kopernikus Universität (Torun, Polen)

Alternativ-Titel:

September Bibel, Septemberbibel, September Testament, Martin Luther’s September Bible from 1522

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Kodiologie

Alternativ-Titel

September Bibel
Septemberbibel
September Testament
Martin Luther’s September Bible from 1522

Art
Umfang / Format

444 Seiten / 30.0 x 22.0 cm

Herkunft
Datum
1522
Stil
Genre
Inhalt

Neues Testament

Sprache
Auftraggeber

Johann Gramann, Apostel von Preußen

Künstler / Schule

Lucas Cranach der Ältere (Holzschnitte)
Melchior Lotter aus Leipzig (Drucker)

Buchschmuck

21 Holzschnitte von Lucas Cranach der Ältere

Vorbesitzer

Johann Gramann, Apostel von Preußen

Kurzbeschreibung

Obwohl Martin Luther am meisten für seine 95 Thesen bekannt ist, ist seine wohl einflussreichste Arbeit seine Übersetzung der Bibel ins Deutsche, die das einfache Volk verstehen konnte. In Verbindung mit Gutenbergs Erfindung der Druckerpresse erwies sich Luthers Bibel aus dem Jahr 1522, manchmal auch als Septemberbibel bezeichnet, als ein fundamentaler Wendepunkt in der deutschen Religions-, Sprach- und Sozialgeschichte. Die Luthers Übersetzung aus dem Griechischen erschien 1534 zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit und war genauer als frühere Übersetzungen aus der Vulgata und diente als Grundlage für eine gemeinsame deutsche Sprache, die über ihre vielfältigen Dialekte hinausging. Der Kodex in der Bibliothek der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torun, Polen, wurde von Lucas Cranach mit ganzseitigen Holzschnitten versehen und war der persönliche Besitz von Johann Gramann, dem "Apostel Preußens", der ein Unterstützer und Zeitgenosse Luthers war. Die Ränder der Seiten sind mit seinen Notizen gefüllt, von denen viele aus seinen eigenen Gesprächen mit Luther selbst stammen.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Luthers September-Bibel aus dem Jahr 1522

Martin Luther gehört zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Westens. Er hat nicht nur mit seinen 95 Thesen die Reformation entzündet, sondern er gilt aufgrund seiner bahnbrechenden Übersetzung der Bibel ins Deutsche - September-Bibel oder Luther-Bibel genannte - als der Vater des modernen Hochdeutsch. Das Neue Testament wurde 1522 gedruckt, nur fünf Jahre nachdem er eine Kontroverse innerhalb der Christenheit angestoßen hatte, die in den Dreißigjährigen Krieg übergehen sollte. Es folgte im Jahr 1534 eine vollständige Übersetzung der Bibel. Seine Übersetzung war ein beispielloser Beitrag zur deutschen Sprache. Im Gegensatz zu früheren deutschen Übersetzungen der Vulgata, die im Wesentlichen Übersetzungen von Übersetzungen waren, hat Luther seine Übersetzung direkt aus dem griechischen Text erstellt. Die weite Verbreitung dieser Ausgabe (dank Gutenbergs Druckerpresse) befreite nicht nur die deutschen Gläubigen vom klerikalen Monopol auf das Wort Gottes, sondern es begann sich eine gemeinsame deutsche Sprache und ein Gefühl der gemeinsamen Identität zu etablieren.

Luthers erste Bibel

Martin Luther musste 1521 nach der Exkommunizierung durch Papst Leo X. Unterschlupf suchen und fand auf der Wartburg Zuflucht. Während dieser Zeit widmete sich Luther der Schaffung einer volkstümlichen Bibel, die aus dem Griechischen übersetzt wurde, genauer war als die Übersetzung aus der Vulgata und zudem zugänglicher für Bürger und Laien. Die Früchte seiner Arbeit wurden bald darauf mit dem Erscheinen des Neuen Testaments 1522 und der gesamten Bibel 1534 veröffentlicht. Luther hätte mit seiner Bibel niemals so großen Erfolg gehabt, wenn es nicht die Erfindung der Druckerpresse gegeben hätte: die Erstauflage von 3.000 Ausgaben war trotz des relativ hohen Preises von 1,5 Gulden sofort ausverkauft. Es würden viele weitere folgen...

Sprachliche Bedeutung von Luthers Übersetzung

"Du musst den Müttern zuhören, die auf den Straßen spazieren gehen, den Kindern auf den Straßen, die gewöhnlichen Leute auf den Märkten fragen und ihre Gesichter anschauen, zuhören, wie sie reden, und deine Übersetzung drauf aufbauen!"- Luther über seine Philosophie bei der Erstellung seiner deutschsprachigen Bibel. Im Zentrum von Luthers Reformvision stand die Beseitigung aller Barrieren zwischen den Gläubigen und dem Wort Gottes, sei es hierarchisch oder linguistisch. Obwohl Latein für die meisten Menschen kaum verständlich war, war es ein nützliches Werkzeug, das es Intellektuellen aus ganz Europa ermöglichte, einander zu verstehen. Dieses Problem war in Deutschland akuter als anderswo. Allerdings hielt es die gewöhnlichen Menschen davon ab, die Bibel selbst zu lesen, und obwohl frühere Übersetzungen der Bibel ins Deutsche existierten, waren sie unvollkommen, archaisch und spiegelten nicht die Art wider, wie gewöhnliche Leute sprachen. Dies wurde noch dadurch erschwert, dass das mittelalterliche Deutsch weniger eine Sprache an sich als vielmehr Ansammlung von Dialekten wie Fränkische, Bayerische, Alemannische, Schwäbisch und Sächsisch, die untereinander oftmals unverständlich waren. Das Problem war so akut, dass es Reisewörterbücher für mittelalterliche Reisende gab, die sich durch andere deutsche Länder bewegten. Luthers auf dem sächsischen Dialekt basierende Übersetzung schuf den Grund, auf dem das moderne Hochdeutsche gebaut wurde. Seine Schaffung einer gemeinsamen Sprache mit Hilfe der Druckerpresse trug dazu bei, neben den kulturellen Normen für Recht und Moral auch ein Gefühl der nationalen Identität in Deutschland zu schaffen. Darüber hinaus inspirierte Luthers umgangssprachliche Übersetzung eine Welle von volkstümlichen Übersetzungen in ganz Europa, die die Reichweite seines Einflusses weit über die Grenzen der deutschsprachigen Länder hinaus ausdehnte.

Randnotizen aus Gesprächen mit Luther

Johann Gramann - auch bekannt als der "Apostel Preußens" - war ein Anhänger und Co-Reformator von Martin Luther, der seine eigene Kopie der ersten Ausgabe der September-Bibel besaß, gedruckt von Melchior Lotter aus Leipzig. Der von großen Lucas Cranach mit Holzschnitten verzierte Text ist randvoll mit Notizen, von denen viele aus seinen eigenen Gesprächen mit Luther selbst stammen. Das oft verschlungene Äußere dieser Notiz kann nicht über ihre Bedeutung als ein direkter Bericht über Luthers Vorträge und Diskussionen von einem anderen prominenten Theologen und Gelehrten hinwegtäuschen Ein Zeugnis für einige der wichtigsten Ereignisse in der deutschen und europäischen Geschichte! Die hier entwickelten Ideen hatten sowohl positive Auswirkungen auf die Entwicklung des westlichen Denkens als auch negative auf die religiösen Konflikte, mit denen die Völker Europas eine neue verheerende Stufe der Gewalt betraten. Heute ist die Ausgabe aus der Nicolaus-Coperinicus-Universität in Torun, Polen, ein unglaublich wichtiges Artefakt sowohl der Reformation als auch der Wurzeln der modernen deutschen Sprache.

Meisterhaft gravierte Holzschnitte von Lucas Cranach

Lucas Cranach war ein Maler, Porträtist und Graveur von Holzschnitten, der gleichermaßen talentiert und produktiv war. Er war die meiste Zeit seines Lebens im Dienst der Kurfürsten von Sachsen, arbeitete aber auch für eine Reihe anderer Gönner und ist vor allem für seine Porträts von protestantischen Adligen bekannt. Geboren in Franken, erregten seine eine Arbeiten 1472 die Aufmerksamkeit von Kurfürst Friedrich III. Cranach reiste 1509 in die Niederlande, um Porträts von Kaisers Maximilian I. und seines Sohnes Karl V. anzufertigen. Wie seine Gönner, die Herzöge von Sachsen, war Cranach schon früh dem Protestantismus verbunden und freundete sich mit Martin Luther an, den er erstmals 1520 im Holzschnitt porträtierte. Er arbeitete mit Luther an der Erstellung der September-Bibel und graviert meisterhaft 21 Holzschnitte, die den bahnbrechenden Text begleiten. Cranach starb 1553 im reifen Alter von 81 Jahren in Weimar und ist durch seine Tochter Barbara ein Vorfahre des großen Johann Wolfgang von Goethe.

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