Erasmus von Rotterdam - Lob der Torheit

Erasmus von Rotterdam - Lob der Torheit Faksimile

Basel (Schweiz) — Ca. 1515

Beißender Spott zur Zeit der Renaissance: Geistreiche Kirchen- und Gesellschaftskritik geschmückt mit Randzeichnungen von Ambrosius Holbein und Hans Holbein dem Jüngeren

  1. Das satirische Werk greift den Aberglauben, die katholische Kirche und verschiedene europäische Traditionen an

  2. Erasmus von Rotterdam (1466-1536) gab das Werk im Haus seines humanistischen Kollegen Sir Thomas More heraus

  3. Der lateinische Aufsatz spielte eine wichtige Rolle in der Frühphase der protestantischen Reformation

Erasmus von Rotterdam - Lob der Torheit

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Beschreibung
Erasmus von Rotterdam - Lob der Torheit

Erasmus von Rotterdams Lob der Torheit ist ein lateinischer Essay aus dem Jahr 1509 und erstmals gedruckt im Juni 1511, der als eines der bedeutendsten Werke der Renaissance gilt und in der Frühphase der protestantischen Reformation eine wichtige Rolle spielte. Es ist ein satirisches Werk, das den Aberglauben, die katholische Kirche und verschiedene europäische Traditionen scharf kritisiert. Ursprünglich innerhalb einer Woche geschrieben, überarbeitete und ergänzte Erasmus sein Werk, während er sich bei Sir Thomas More, einem anderen bemerkenswerten Humanisten, in London aufhielt. Das Werk beginnt mit einem Encomium, einer Lobrede auf jemanden oder etwas, in der die Torheit sich selbst lobt, bevor sie zu einer Reihe von Reden übergeht, in denen sie Dinge wie Selbstbetrug und Wahnsinn lobt, bevor sie die abergläubischen Missbräuche der katholischen Doktrin untersucht. Der Text ist voller Doppel- oder sogar Dreifachbedeutungen und der Titel kann auch als "Lob von More" gelesen werden, Erasmus engem Freund, mit dem er eine Vorliebe für trockenen Humor teilte. Das Werk hatte europaweit großen Erfolg, wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und sogar Papst Leo X. soll sich darüber amüsiert haben.

Erasmus von Rotterdam - Lob der Torheit

Das Werk Lob der Torheit des Erasmus von Rotterdam (1466-1536) wurde erstmals unter einem Doppeltitel veröffentlicht: dem latinisiert-griechischen Moriae encomium und dem lateinischen Laus stultitiae. Es handelt sich um eine Satire, die von De triumpho stultitiae oder Der Triumph der Dummheit inspiriert ist, das zwischen 1480 und 1490 von dem italienischen Humanisten Faustino Perisauli (1450-1523) verfasst worden war. Beide Werke sind eine große Kritik an den lächerlichen religiösen, abergläubischen und gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit. Als solches war es ein wichtiges und einflussreiches Werk in den frühen Tagen der Reformation. Erasmus selbst war über den Erfolg seines Werkes erstaunt, ja manchmal sogar bestürzt und fürchtete deswegen Repressalien, aber sogar Papst Leo X. (1475-1521) soll sich darüber amüsiert haben. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, wurde zu einem beliebten Text für den Rhetorikunterricht, der im 16. Jahrhundert eine Renaissance erlebte, und beeinflusste die Kunst der Adoxographie, eines eleganten und raffinierten Schreibstils, der sich mit trivialen und unbedeutenden Themen befasste und eine gängige Übung an elisabethanischen Gymnasien war.

Eine Satire der Renaissance

Das einleitende Enkomium ist dem griechischen Satiriker Lucian aus dem 2. Jahrhundert nachempfunden, dessen Werk kurz zuvor von Erasmus und seinem Freund Sir Thomas More (1478-1535) übersetzt worden war. Es folgt eine Reihe von Reden mit düsterem Ton, in denen die personalisierte Dummheit den Aberglauben, die Korruption und die Missbräuche der katholischen Kirche sowie die Idiotie der Pedanten - derjenigen, die sich ostentativ und arrogant als gelehrt ausgeben - unter die Lupe nimmt. Trotz seiner Frömmigkeit und Treue zur Kirche war Erasmus nach seiner Rückkehr aus Rom, wo er Beförderungsangebote in der korrupten und aufgeblähten Kurie abgelehnt hatte, zutiefst enttäuscht. Das Werk ist voll von Anspielungen auf die klassische Antike: So wird z. B. die Dummheit als göttliche Nachfahrin von Plutus, dem Gott des Reichtums, und einer Nymphe präsentiert. Die Dummheit wird von ihren Nymphenfreundinnen Trunkenheit und Ignoranz aufgezogen. Ihre Gefährtinnen sind Vergnügen, Demenz, Wollust, Unmäßigkeit und schwerer Schlaf. Es überrascht nicht, dass die Dummheit nie aufhört, sich selbst zu loben, und erklärt, dass der Mensch in der Welt "nichts Fröhliches oder Glückliches finden wird, das er nicht mir verdankt." Das Lob der Dummheit endet mit einer christlichen Lektion in Demut: "Kein Mensch ist zu allen Zeiten weise, oder jemals ohne seine blinde Seite."

Kodikologie

Alternativ-Titel
Erasmi Roterodami Encomium Moriae
Herkunft
Schweiz
Datum
Ca. 1515
Sprache
Inhalt
Lob der Torheit
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Oswald Myconius (1488–1552)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Henning Oppermann – Basel, 1931
Limitierung: 750 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Erasmi Roterodami Encomium moriae

Henning Oppermann – Basel, 1931

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Henning Oppermann – Basel, 1931
Limitierung: 750 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Heinrich Alfred Schmid und Helen Henrietta Tanzer
Sprachen: Deutsch, Englisch
€ (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!
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